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Kommunalpolitik in Remagen: Rolf Plewa führt SPD-Stadtverband an

Kommunalpolitik in Remagen : Rolf Plewa führt SPD-Stadtverband an

Die Remagener Sozialdemokraten wollen in Zukunft kämpferischer auftreten. An Lob für den amtierenden Bürgermeister Herbert Georgi (CDU) sparen sie allerdings nicht. Aus den eigenen Reihen gibt es derzeit keinen Kandidaten für das Amt des Stadtoberhauptes.

Remagens Beigeordneter Rolf Plewa führt jetzt den SPD-Stadtverband in der Römerstadt an. Einstimmig wurde der 70-Jährige per Akklamation in sein neues Amt gewählt. In der Regel sind bei Vorstandswahlen politischer Parteien geheime Wahlen vorgeschrieben. Christian Radtke und Winfried Gläser bleiben Vorsitzende der beiden größten SPD-Ortsvereine Remagen und Oberwinter. Im Rahmen einer kommunalpolitischen Tagung stellten die Sozialdemokraten Weichen für die kommenden Jahre, in denen zunächst die Bundestagswahl, die Bürgermeisterwahl und nicht zuletzt 2019 die nächste Kommunalwahl anstehen.

„Es ist richtig, kämpferisch aufzutreten. Dazu müssen wir bereit sein, auch im Stadtverband“, so Christian Radtke, der den SPD-Vorsitz in Remagen vor einem Jahr von Beate Reich übernommen hatte, die sich aus der Politik ein wenig zurückgezogen hat, nachdem sie im Zuge einer Kabinettsumbildung in Mainz von Ministerpräsidentin Malu Dreyer als Staatssekretärin im Justizministerium entlassen worden war.

Plewa, ein Urgestein der Remagener Kommunalpolitik, will nun den Informationsfluss zwischen Partei und Fraktion sowie den kommunalpolitisch Aktiven in den Ortsteilen weiter verbessern. Vierteljährlich will man sich nun zum Dialog und Austausch treffen.

Viel Lob zollte der neue Stadtverbandschef dem 2018 aus dem Amt scheidenden Bürgermeister Herbert Georgi (CDU). „Er hat uns als Ideengeber immer respektiert. Es gab eine enge Zusammenarbeit“, so Plewa, der wörtlich hinzufügte: „Herbert Georgi hat ausgezeichnete Arbeit gemacht.“ Das Bewerbungsverfahren für einen Nachfolger im Bürgermeisteramt laufe. Jedoch lägen nach seinem Kenntnisstand bislang lediglich zwei Bewerbungen vor, die nach Plewas Einschätzung nicht sehr überzeugend seien. Aus örtlichen SPD-Kreisen habe bislang im Übrigen noch keiner Interesse an der Übernahme des Remagener Bürgermeisteramtes signalisiert. Mit Georgi werde voraussichtlich auch Stadtkämmerer Heribert Krämer in den Ruhestand gehen. Krämer ist zudem Büroleiter und Personalchef im Rathaus. Plewa: „Das wird für uns keine leichte Situation.“ Die Bewerbersituation wolle man „in Offenheit und im Konsens mit den anderen Parteien und Fraktionen besprechen“.

Christine Wießmann, Fraktionsvorsitzende der SPD im Rat, bestätigte die gute Zusammenarbeit und das harmonische Zusammenwirken in den politischen Gremien der Stadt. „Es hat Remagen gut getan, dass keine Partei über die absolute Mehrheit verfügt.“ Sie verwies auf erfolgreiche Schulpolitik, auf die Ausweisung von neuem Bauland, auf verbesserte Verkehrsinfrastruktur, auf den anstehenden Hotelbau in der Innenstadt und auf die Hoffnung eines Vier-Sterne Hotels an der Remagener Brücke. Trotz einer städtischen Verschuldung von nahezu 20 Millionen Euro, meinte sie: „Es geht uns ganz gut.“ Bei all dem, was die SPD vorzuweisen habe, fühle sie ihre Partei bei Wahlen als unterbewertet: „Wir haben mehr Stimmen verdient.“