45 Millionen Euro-Projekt: Remagen hofft weiter auf Hotel "The Bridge"

45 Millionen Euro-Projekt : Remagen hofft weiter auf Hotel "The Bridge"

Seit Jahren sehnt man sich in Remagen nach einem Hotel im Vier-Sterne-Bereich am Rhein. Die Pläne für „The Bridge “sind vielversprechend. Doch hinter dem Investor des 45 Millionen Euro-Projektes und dem Hotelbetreiber stehen allerdings noch viele Fragezeichen.

Die Pläne sind vielversprechend und würden - kämen sie denn zur Umsetzung - langgehegte Remagener Wünsche erfüllen: Seit Jahren sehnt man sich in der Römerstadt nach einem Hotel im Vier-Sterne-Bereich am Rhein. Architekt und Projektentwickler Tom Krause aus Eschweiler will gemeinsam mit Planerin Astrid Bohne seit 2014 diese Sehnsucht erfüllen - mit einem 45 Millionen-Projekt "The Bridge" an den Brückenpfeilern der einstigen Brücke von Remagen.

Das Problem: Es gibt zwar angeblich einen Investor und Betreiber - in trockenen Tüchern ist aber noch nichts. Nach wie vor. Nun legte Krause im Bauausschuss der Stadt einen Zwischenbericht vor. Mit Staunen nahm man zur Kenntnis, dass eigentlich einer Hoteleröffnung zu Weihnachten 2021 nichts im Wege stehe.

Der Realisierung von Hotel „The Bridge“ in Remagen nicht entscheidend näher gekommen

"Nie waren wir unserem Ziel so nahe", meinte Remagens Bauamtsleiter Gisbert Bachem noch im Jahre 2015, nachdem die Stadt den Weg für das ehrgeizige Vorhaben frei gemacht und Baurecht am Standort zwischen den beiden Brückentürmen und dem dahintergelegenen Edeka-Markt geschaffen hatte. Einer Realisierung viel näher als damals ist man allerdings in der Zwischenzeit nicht gekommen."Das Projekt ist bis zum Bauantrag durchgeplant", berichtete Tom Krause dem Bauausschuss. Es sieht neben dem Hotelkomplex einen Wohnbereich mit mehr als 40 Wohneinheiten in bester Rheinlage vor.

"Das ganze Hotel wirkt jugendlich, frisch und modern", schwärmte Astrid Bohne. 123 Zimmer und Suiten sind vorgesehen, ein 400 Quadratmeter großer Tagungsbereich, ein ebenso großes Restaurant, Wellness- und Fitnesszonen, eine große Rheinterrasse mit offener Treppe zum Wasser und natürlich das in den Strom hineinragende "Kranhäuschen" mit kleinem exklusivem Speisebereich gehören zum Raumprogramm, das nicht zuletzt von einer bei Hochwasser überflutbaren Tiefgarage mit nahezu 180 Stellplätzen komplettiert wird. Alle Flachdächer sollen begrünt werden, im Parkhaus sind Ladestationen für Elektroautos vorgesehen. Überhaupt will man "mit Erneuerbaren Energien arbeiten", wie Architektin Bohne unterstrich. Das in den Rhein ragende "Kranhäuschen" bezeichnete sie als "unser liebgewordenes Kind". Es handelt sich um einen auf einem Sockel stehenden Glaskubus, in dem ein Restaurant untergebracht werden soll, von dem aus die Rheinromantik in besonderer Weise erlebt werden kann.

Grünparzelle am Rheinufer: Auf dem Grundstück stehen Bäume und Sträucher. Foto: Gausmann

Im August 2015 hatte Krause den Bauantrag eingereicht, der ein Jahr später überarbeitet wurde. So ganz vollständig ist er noch immer nicht, er müsse um einige fachtechnische Bereiche ergänzt werden, wie Bohne erklärte. Außerdem gelte es noch, Fragen zu klären, die im Zusammenhang mit der Archäologie stehen. Schließlich sei nicht auszuschließen, dass man bei Erdarbeiten auf römische Überreste in der Römerstadt stoße. Werde von der Baugenehmigungsbehörde - der Kreisverwaltung - grünes Licht erteilt, könne schon bald mit dem Bau begonnen werden. Somit sei nicht auszuschließen, dass das Hotel "The Bridge" Ende 2021 seine Pforten öffnen könnte. Was freilich mit einer Rekordbauzeit einhergehen würde. Krause selbst sprach von einem "sehr ambitionierten Zeitfenster".Ein paar kleine Hürden sind bis dahin allerdings noch zu nehmen. Beispielsweise muss ein Investor für das 45 Millionen Euro teure Projekt geradestehen. Architekt Krause spricht von einem "internationalen Investmentfonds" und beteuert: "Wir haben einen Investor." Zum einen könne er dessen Namen noch nicht in der Öffentlichkeit nennen, zum anderen gebe es noch Klärungsbedarfe.

Unterschriebene Verträge für das Hotel in Remagen gibt es noch nicht

Selbst wenn die anvisierten rund 45 Wohnungen erfolgreich vermarktet werden, entfällt auf den eigentlichen Hotelbereich noch eine hohe Investitionssumme, die nur mit überdurchschnittlichen Belegungsquoten im Hotel nebst einem florierenden gastronomischen Ergänzungsgeschäft rentabel dargestellt werden könne. Krause räumte gegenüber dem GA ein: "Es ist schwer, im Vier-Sterne-Bereich einen Betreiber zu finden." Der Betreiber müsste nämlich für den Investor dessen Rendite erwirtschaften. Und dies in einer Region, in der es bereits zahlreiche erstklassige Häuser in der Vier-Sterne-Kategorie gibt. "Vier bis fünf" Interessenten für den Hotelbetrieb habe man "an der Angel", versicherte Krause auf GA-Nachfrage. Unterschriebene Verträge gebe es freilich noch nicht.

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