Demo in Remagen: Remagen gegen Terror und Gewalt

Demo in Remagen : Remagen gegen Terror und Gewalt

"Frieden - Miteinander - Füreinander" lautete das Motto einer Kundgebung, zu der die Moscheegemeinde Remagen und der Beirat für Migration und Integration der Stadt Remagen auf den Remagener Marktplatz eingeladen hatte.

Bei eisigen Temperaturen versammelten sich rund 120 Bürger, um für Solidarität, Meinungs-, Kultur- und Religionsfreiheit einzutreten.

Für "Frieden, Miteinander und Füreinander" steht auch das "Bündnis 2015", zu dem sich engagierte Bürgern in Neuwied, Weißenthurm und Koblenz infolge des Terroranschlags in Paris formiert haben. "Unser Ziel ist es, Vertreter aller Religionen miteinander zu verbinden und den Dialog untereinander zu fördern", erklärt Sprecher Mahmut Colak. Ein Anliegen, das von der Moscheegemeinde und dem Beirat für Migration unterstützt wird.

"Wir wollen Vorurteile gegenüber dem Islam abbauen und treten für ein Miteinander aller Glaubensgemeinschaften ein", betonte der Vorsitzende der Moscheegemeinde, Mehmet Kilinc, der die Kundgebung gemeinsam mit Bayramali Er und dem Beiratsmitglied Ali Tzinali initiiert hatte.

Neben Karin Keelan, die als Vertreterin des Bündnisses für Frieden und Demokratie das Wort ergriff, waren der Vorsitzende der Ökumenischen Flüchtlingshilfe Rhein-Ahr, Klaus Neufang, und der stellvertretende Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Neuwied-Mittelrhein, Lothar Knothe, der Einladung gefolgt.

Für die Stadt Remagen sprach Beigeordneter Rolf Plewa. Mit Blick auf die Pegida-Aufmärsche lobte er, dass es an diesem Tag Menschen nicht darum gehe, gegen etwas zu protestieren, sondern für Demokratie, Toleranz und Integration zu kämpfen. Remagen sei eine "bunte Stadt", in der unterschiedliche Kulturen zusammen lebten. Mit dem "Tag der Demokratie" setzten Remagener Bürger alljährlich ein deutliches Zeichen gegen Spaltung und Diskriminierung.

Als Imam der Türkisch-Islamischen Moscheegemeinde erklärte Mevlüt Kaynak, dass "Muslime immer für den Frieden eingetreten sind, und auch in Zukunft eintreten werden". Für gelebte Integration steht Necmettin Deniz, der sich selbst als "türkischer Rheinländer" bezeichnet. "Als Gastarbeiter der ersten Generation war am Anfang alles fremd.

Heute habe ich in Deutschland eine neue Heimat und ein neues Zuhause gefunden", so Deniz. Mit einer Schweigeminute für die Opfer von Krieg und Terror endete die Kundgebung. Anschließend ging es zum Friedensmuseum, wo die Vertreter der verschiedenen Glaubensgemeinschaften einen Kranz niederlegten.

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