Vom Kartenspiel zum Chorgesang: MGV Cäcilia Oedingen aus Remagen feiert 135. Geburtstag

Vom Kartenspiel zum Chorgesang : MGV Cäcilia Oedingen aus Remagen feiert 135. Geburtstag

Hymnisch ist der Auftakt gewesen. Gesellig und naturgemäß mit viel Musik ging es weiter beim Konzert zum 135. Geburtstag des Männergesangvereins (MGV) Cäcilia Oedingen, der sich vor fünf Jahren mit dem MGV Concordia Fritzdorf zusammengetan hat.

Sechs Gastvereine aus nah und fern, nämlich von Bölingen bis Belgien, machten den Oedingern ihre Aufwartung in der vollen Rheinhöhenhalle, und bei allein insgesamt 250 Sängern zum Geburtstagsfest hatten auch die Frauen des MGV mit der Bewirtung ordentlich zu tun.

Nicht verborgen blieb den Besuchern, warum der MGV Cäcilia Oedingen eigentlich den Namen der Kirchenpatronin trägt: Weil er einst als Kirchenchor gegründet worden ist, wie der Vorsitzende, Detlef Schmitt, in Erinnerung rief. Der damalige Pfarrer, Paul Wolber, habe diesen laut Remagener Pfarrchronik 1882 gegründet auf der Suche nach einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung für seine ihm anvertrauten Pfarrgemeindebrüder, die „vom Karten- und Kegelspiel bis zum Exzess“ besessen waren.

In der Kirche singen die Oedinger heute auch noch zu besonderen Anlässen, ebenso beim Maiansingen, zu Allerheiligen auf dem Friedhof oder am Volkstrauertag am Ehrenmal, wie der stellvertretende Vorsitzende Wolfgang Schmitz feststellte.

Keine Freizeitbeschäftigung mehr

Eine Freizeitbeschäftigung für viele Oedinger ist das Singen im Verein aber nicht mehr: Waren zum 50. MGV-Geburtstag noch 37 von 270 Einwohnern des Ortes als Sänger aktiv, sind es heute bei 1029 Einwohnern nur noch elf Sänger. Diese gaben und geben gemeinsam mit den ebenfalls elf Sängern des Fritzdorfer MGV ihr Bestes und erwiesen sich als launige Gastgeber. Gemeinsam eröffneten die Oedinger und die Fritzdorfer den Reigen der insgesamt rund 250 Akteure auf der Bühne und demonstrierten unter Leitung von Michael Kühne auf jeden Fall, dass Chormusik von heute immer noch für jeden Geschmack etwas zu bieten hat. Ihr Angebot reichte vom „Kriminaltango“ im Stil des Hazy-Osterwald-Sextetts, über „Über sieben Brücken musst du geh’n“ bis zu Ella Endlichs Lied auf die Titelmelodie von „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“: „Küss mich, halt mich, lieb mich“.

Auch die Männergesangvereine Bölinger Liederkranz und Aegidius Hersel, das Vokalensemble 2gether aus Westerhauen/Hanfmühle, der Liederkranz Ahrbrück und die Chorgemeinschaften Villip/Wormersdorf sowie „Crescendo“ aus dem belgischen Büllingen-Wirtzfeld präsentierten sich mit einem ungemeinen Spektrum an Liedern von den Bläck Fööss über Hannes Wader bis zu Nena, von traditionellen Klängen aus Ungarn oder Schottland bis zum Vaterunser aus Afrika, von Rolf Kerns „Abendruhe“ bis zu Andreas Gabaliers „Amoi seg me uns wieder“.

70 Jahre Vereinszugehörigkeit

Dass die Oedinger ihre Gäste zudem mit „Schäfers Sonntagslied“ begrüßten, passte nicht nur zum Festtag am Sonntag, sondern auch zu Stefan Sonntag, der einer der zu Ehrenden war und auf beachtliche 70 Jahre Vereinszugehörigkeit zurückblickte. Der Vorsitzende Detlef Schmitt ehrte zudem mit Urkunde und Präsent Theo Behrens, Franz-Josef Breuer und Heinz Breuer für jeweils 50 Jahre, Berthold Bachem für 40 Jahre und Heinz Adams, Herbert Dernbach sowie Thomas Sonntag für jeweils 25 Jahre Vereinszugehörigkeit.

Zuvor hatte Schmitt bereits gemeinsam mit Günter Nerger, Vorsitzender des Kreis-Chorverbands Ahrweiler, Hans Kossin, Wolfgang Schmitz und Karl-Heinz Wolter für je 40 Jahre Singen ausgezeichnet. Sogar 60 Jahre dem Gesang treu sind Heinz Heuser und Robert Schulte. Dem wegen Krankheit abwesenden Schulte galt neben Genesungswünschen auch der Dank des MGV Oedingen für 50 Jahre Vorstandstätigkeit als Kassierer.