Remagener Schüler bemalen Anlagen: Kunst statt grauer Kästen in Remagen

Remagener Schüler bemalen Anlagen : Kunst statt grauer Kästen in Remagen

Wen ärgern nicht die unschönen grauen Verteilerkästen am Straßenrand? Aber es heißt dort: bekleben verboten. Graffiti sind Sachbeschädigung. Doch es gibt Lösungen, wie sich jetzt in Remagen zeigt.

Lösungen gibt es zumindest dann, wenn es um die Westnetz GmbH als Eigentümer der Kästen geht und sich wie in Remagen der Verschönerungsverein um Robert Lembke um eine Genehmigung kümmert.

Denn den Verein hatte die Tristesse der Kästen seit Jahren gestört. So entstand die Idee der Aufhübschung mit Bildern. Eine Idee, die jedoch nur bei Westnetz auf fruchtbaren Boden fiel, andere Konzerne lehnten die Stadtverschönerung ab. Der Anfang war gemacht. Und auch Ausführende hat der Verschönerungsverein gefunden: die Schüler der Gruppe „Kunst und visuelle Kommunikation“ der Integrierten Gesamtschule Remagen (IGS) unter der Leitung von Kunstlehrerin Dagmar Ackermann. Lembke freute sich: „Die IGS Remagen war sofort bereit, die Aufgabe der Verschönerung zu übernehmen. In der Vorbereitung wurden dann gemeinsam drei Kästen an der Kreuzung Alter Fuhrweg/Frankenstraße ausgesucht, für die ein Schüler der neunten Klasse die Entwürfe gefertigt hat.“

Die Entwürfe wurden dann Westnetz vorgelegt und von dem Konzern abgesegnet: Tiermotive und passend zur Aufgabe des Verschönerungsvereins auch Blumen. Das Ergebnis ist jetzt an den Kästen zu sehen. Denn insgesamt 21 Schülerinnen und ein Schüler sind den Kästen gemeinsam zuleibe gerückt, haben sie in Abschnitten gestaltet.

Den Einkauf und die Kosten für die Materialien wie Farben und Pinsel hatte der Verschönerungsverein übernommen. Viereinhalb Stunden dauerte die Verschönerungsaktion. Danach war es aus für die grauen Kästen. Sie erstrahlen jetzt in allen Farben des Regenbogens. Aber auch die Schüler hatten ihre Portion Farbe an den Händen abgekriegt – Künstlerschicksal.

Dafür gab's zum Ausgleich ein Erinnerungsfoto für die Schule. Und vielleicht gesellt sich ja irgendwann einmal ein weiteres hinzu, wenn die Telekom und andere dem Beispiel des Energiekonzerns doch noch folgen.