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Villa Heros in Remagen: Künstlergruppe "RheinArt" zeigt vielfältige Kunst

Villa Heros in Remagen : Künstlergruppe "RheinArt" zeigt vielfältige Kunst

Mitten ins gemalte Landschaftsidyll hängt Astrid Hohl einen Wollschal, zwischen Ästen versteckt Antje Schlaud Märchengestalten und Angelika Hecht-Schneewolf präsentiert textile Faltenwürfe als Bild.

"Von uni zu schön bunt" reicht Renate Michalziks Ölmalerei, während Christel Vendel durch ihre Collage in den Körper eines Schiffskochs blicken lässt und Beate Waldner-Brenner ihrer Schneiderpuppe regenbogenfarbigen Filz anlegt.

Was derart verschiedene Arbeiten verbindet? Sie gehören alle zur Ausstellung "Stoffwechsel" der Künstlergruppe "RheinArt". Der Titel fiel den Kreativen wegen des bevorstehenden Remagener Stoffmarktes ein. Nun zeigen ihre Ergebnisse in der Villa Heros, dass sie dem freien Spiel mit dem Begriff "Stoffwechsel" sowie den Bestandteilen "Stoff" und "Wechsel" entsprungen sind.

Grundsätzlich hätte es dessen nicht bedurft. Denn der künstlerische Prozess bedeutet Verwandlung. Eva M. Töpfer stützt sich daher mit ihrer ausbalancierten konzentrischen Komposition auf bildnerische Mittel.

Die übrigen "RheinArter" aber greifen den Titel akzentuierter auf, darunter Janko Arzen?ek, dessen Collage aus Stoff und Papier auf eine "Verwechslung" von roten Kardinals- und Richterroben abzielt. Volker Thehos macht Eindruck, indem er Steine in den Fleischwolf füllt, die der kraftvoll zu Wäscheleine "verstoffwechselt".

Gleich drei Skulpturen bringt Peter Mallmann ein. Schmunzelt man noch über sein Gefahrenschild mit schwarzem BH, so fällt das schwer vor "Zwei Banditen", ein gesichtsloses Holzfiguren-Duo, das verdächtige Substanzen tauscht. "4 - 5 Tagessätze" kostet dann auch ein Materialbild von Gudrun Hillmann, in dem sie Tütchen mit Mohn und weißem Pulver auf schöne Polsterstoffe und hinter Drahtgitter bringt.

Im gelben Triptychon entfesselt Rudi Ölschläger den Stoffwechsel der Erde. Maria Laach, die Apollinariskirche und Burg Drachenfels bilden nur die beruhigte Oberfläche eines vulkanisch aufgewühlten Erdinneren. Mit Remagener Motiven in farbigem Filz knüpft Hans-Joachim Paul ans Textile an, so auch Beate Surek, die Wäscheleinen verschiedener Kulturen fotografierte und Dagmar Ackermann durch ein Objekt "aus lauter gerissenen Männerhemden". Es geht ihr um die Vollverschleierung muslimischer Frauen.

Info

Die Ausstellung ist in der Kirchstraße 3 bis 6. April geöffnet: samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr sowie am Stoffmarkt, Sonntag, 16. März, von 11 bis 18 Uhr.