Folgen des Hochwassers: Künstlerforum Remagen zeigt sich vielfältig inspiriert

Folgen des Hochwassers : Künstlerforum Remagen zeigt sich vielfältig inspiriert

Sie hängen von der Decke und knäueln sich in der Ecke. Wild wuchern Taue und Fundhölzer im Künstlerforum Remagen. Kein Zweifel, das Treibgut, welches der neuen Ausstellung seinen Namen gab, ist unter die Kreativen gefallen und am ungezügeltesten hat es wohl Peter Mallmann in seiner Installation verarbeitet.

Bei Christoph Noebel, der Verhüterli über Stöckchen zieht, mutiert es zum Wasser-Mobile "Triebgut", während Anja Kathrin Grimm Holz und Federn in einen Vogel überführt und Gitta Büsch mit Muscheln, Borke und Bildern Drehobjekte bestückt.

Der Fluch des Hochwassers birgt, künstlerisch gesehen, offenbar Impulse en masse. Manchmal muss ein Gegenstand gar nur noch zur Kunst ernannt werden. So gereicht ein Baumstück Hatice Caska-Oehm als Skulptur und auch Herbert Höcky sieht in seinem zerborstenen Rettungsring ein perfektes Ready-Made, das keiner Bearbeitung bedarf.

Von Zeit und Wasser zernagt, zeigen die gestrandeten Stücke oft zauberhafte Strukturen, so dass Harald Priems Fotos von derlei Schätzen eher wie archäologisch gehobene Artefakte wirken. Irene Eigenbrodt hebt indes mit strenger Ästhetik aufs Gegenteil ab. Auf weißen und schwarzen Spitzenunterlagen präsentiert sie "Feines vom Rhein", das ist Pseudokuchen aus lauter schwarzem Gummiabfall.

Rosmarie Feuser geißelt die gedankenlose Entsorgung per Wasserbassin, auf dem braune Schlieren treiben und titelt provokant: "Analyse: Ja, bitte!" Wer dann in Horst-Peter Vitts Spiegel-Fundstück "vis-a-vis" blickt, darf sich kritisch fragen, in wieweit er selbst zu den unzähligen Verursachern von Zivilisationsmüll zählt.

Die Ausstellung läuft bis 7. April und ist samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr (und nach Vereinbarung) geöffnet.

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