Ausstellung in Remagen: Künstlerforum heißt Automat Artsurprise willkommen

Ausstellung in Remagen : Künstlerforum heißt Automat Artsurprise willkommen

Im Künstlerforum in Remage gab es am Wochenende zweierlei zu entdecken: Zum einen die neue Ausstellung "BKK Neue 2018", zum anderen den Kunst-Automaten Artsurprise.

Draußen stapften die Menschen rund um das Rathaus über Stroh und tummelten sich bei den Buden des Mittelalter-Weihnachtsmarktes. Nahe dabei in der Villa Heros, Sitz des Künstlerforums Remagen und der Ateliergemeinschaft, blieb es am Samstagabend zunächst ruhig.

Dabei gab es zweimal Neues zu entdecken. Zum einen lockte – und lockt noch bis Sonntag, 16. Dezember – die Ausstellung „BBK Neue 2018“ mit Arbeiten von acht Künstlern, die im vergangenen Jahr im Berufsverband Bildende Kunst Bonn/Rhein-Sieg aufgenommen wurden, darunter die Malerinnen Irene Gravender und Melanie Mertens aus Remagen sowie Cornelia Enax, Bad Münstereifel, die Objekte zum Ersten Weltkrieg zeigt. Zum eigentlichen Ereignis, der Feier des Kunst-Automaten Artsurprise, trudelten die Gäste verzögert ein, wurden dann aber Teil einer fröhlichen und entspannten Einweihung.

Die offene Musik-Session mit Trommeln, Klang und Videoeinspielungen von Nicole Bartel, Rolf Habel und Gast Gregor Bendel, der in die Klarinette blies, lud alle dazu ein, sich ein Rhythmusinstrument zu greifen. Bald rasselten, trommelten und klapperten Kinder wie Erwachsene mit Kastagnetten, Ratterstäben, Schütteleiern, Bongos und Congas.

Die Künstler Bartel und Habel, sie diplomierte Integrale Tanz- und Ausdruckstherapeutin, er Kreativitätspädagoge, musikinfiziert und Maler, betreiben unter anderem seit 2011 in Rheinbach das kulturell vielseitige Kunstprojekt „Glück“. Unaufdringlich animierten sie zum Mittun. Oder Bartel gab Impulse zur Neuausrichtung, worauf die Musikanten andere Töne anschlugen oder auch einen Umzug durch die Räume antraten.

Dauerhafter Gast im Künstlerforum wird der weiß lackierte Kunst-Automat Artsurprise des deutsch-spanischen Künstlers Juan Petry sein. Er versteht sein Projekt, das viele Automaten umfasst, als soziale Plastik und auf Wachstum angelegtes europäisches Netzwerk. Der Name verrät die Grundidee: Artsurprise bedeutet Überraschungskunst. Sie steckt in einem umfunktionierten Zigarettenspender, der nicht nur in der Vorweihnachtszeit Mini-Unikate zeitgenössischer Kunst bietet. Geködert durch den Einwurf von fünf Euro, spuckt der Automat kleine schwarze Kartons aus.

Anstelle der Zigarettenmarken wählt man zwischen Collage, Zeichnung, Fotografie, Malerei und weiteren Kunstgattungen. Der Kunst-Kunde sieht – Überraschung! – allerdings erst nach dem Kauf, was genau er erstanden hat. Bruno und Hugo, fast neun Jahre und fast sechs Jahre, wie sie ihr Alter gerne angegeben wissen wollen, zeigten Interesse. Schließlich zog Pionier Bruno unter dem Label „Digitale Kunst“ die erste Kunst aus dem Kasten.

Laut rückseitiger Aufschrift handelt es sich um „Love Warriors“, Liebeskrieger, von Sonja Eva Domenech und zwar um das 79. Exemplar von 100. Bruno weiß schon, wie er mit der Kunst verfährt: „Ich lege sie mir auf den Schreibtisch.“ Übrigens muss den Nutzern nicht bange sein vor einem leeren Kunstkasten. Allein von Melanie Mertens standen zahlreiche winzige Kunstformate bereit.

Eine Mal-Performance mit Juan Petry zum Mitmachen für Interessierte ab neun Jahren startet am kommenden Samstag 15. Dezember, 16 Uhr, in der Kirchstraße 3. Der Eintritt ist frei. Teilnehmer sollen ihre Lieblingsfarbe in Acryl und Schutzkleidung mitbringen. Um 20 Uhr bietet Petry Improvisations-Theater mit dem Soloprogramm „Alles über die Liebe“. Die vier Euro Eintritt gehen an ein rumänisches Kunstprojekt.

Mehr von GA BONN