Kein Fährverkehr: Kein Unterricht auf Nonnenwerth wegen Niedrigwasser

Kein Fährverkehr : Kein Unterricht auf Nonnenwerth wegen Niedrigwasser

Aufgrund des Niedrigwassers im Rhein gibt es keinen Fährverkehr zur Insel Nonnenwerth. Die Folge: Unterrichtsausfall im Privaten Gymnasium Nonnenwerth.

Der Unterrichtsausfall im privaten Franziskus Gymnasium Nonnenwerth, bedingt durch den Umstand, dass durch das Niedrigwasser des Rheins die schuleigene Fähre die Schüler nicht transportieren kann, stellt die Schulleitung vor eine große organisatorische Herausforderung. „Für uns ist das eine ganz schwierige Situation“, sagte die kommissarische Leiterin des Gymnasiums Nonnenwerth, Andrea Monreal, am Montagmorgen dem General-Anzeiger.

Mit ihrem Sekretariats-Team, das das Gymnasium mit einem kleinen Boot, einem „Notübersetzer“, erreicht hat, und in enger Abstimmung mit der Schulleitung telefoniert sie sich derzeit die Finger wund. Sie möchte den Unterrichtsausfall für die rund 600 Schüler und 60 Lehrer aus Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen gerne so gering wie möglich halten und Kinder und Jugendliche, die nicht einfach ihre Herbstferien verlängern und zu Hause bleiben können, betreut wissen.

Das Gymnasium hatte ohnehin die rheinland-pfälzischen Herbstferien um eine Woche nach hinten verlegt, um eine zeitliche Überschneidung mit Nordrhein-Westfalen zu erreichen. An diesem Montag wäre der reguläre Schulbetrieb wieder losgegangen, nun dauern die Herbstferien länger als gedacht. „Unter Umständen kann sich der Unterrichtsausfall auch noch länger hinziehen, bis dass es im Süden regnet und die Wasserpegel wieder steigen“, so die Schulleiterin in einer Mitteilung für Eltern und Schüler.

Wandertag am Donnerstag

Der Sprecher der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier, Nikolai Zaplatynski, sagte: „Die Schule versucht, an beiden Ufern eine Art Notunterricht vor allem für Schüler der Oberstufe zu organisieren. Sie wird von Tag zu Tag planen.“ Fest steht nach den ersten Bemühungen, dass ab Dienstag im Bad Honnefer Pfarrheim zehn Schüler von Fach- und Klassenlehrern betreut werden können.

„Dort könnten auch einzelne Kurse zentral in einem Blockseminar abgehalten und Arbeiten vorbereitet werden. Die Kursleiter versorgen die Oberstufe überwiegend per Mail mit Aufgaben, sie wird engmaschig betreut. Derzeit bemühen wir uns auch um eine Raum-Alternative in Remagen, wofür wir aber natürlich die Zustimmung der Stadt brauchen. Aber auch um Räume in Schulen im Süden von Bonn, die von beiden Rheinseiten dann erreichbar sind. Das erschwerende Problem bei dieser Option: Nordrhein-Westfalen hat noch Ferien“, so Monreal.

Um die brisante Situation zu entschärfen, soll es am Donnerstag einen Klassentag, sprich einen Wandertag geben. Die zusätzlichen Ferientage dürften die Gymnasiasten freuen, doch „gegebenenfalls werden wir im Lauf des Schuljahres an einem oder mehreren noch zu benennenden Tagen den Unterricht nachholen müssen“, heißt es weiter in der Info, die Eltern und Schüler aktualisiert auf der Homepage der Schule erhalten.

Keinerlei Auskunft über den Verbleib der zwölf Franziskanerinnen auf der Insel erteilt auf GA-Nachfrage die Verwaltung des Inselklosters.

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