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Projekt "Balu und Du": Junge Leute nehmen als Vorbilder Grundschüler an die Hand

Projekt "Balu und Du" : Junge Leute nehmen als Vorbilder Grundschüler an die Hand

Die Freundschaft zwischen Balu, dem Bären, und dem Menschenkind Mogli aus dem "Dschungelbuch" ist Vorbild für ein ehrenamtliches Mentorenprojekt für Grundschulkinder, für die es gut ist, einen "großen Freund" zu haben.

Dabei geht es darum, dass ein "Balu", ein junger Erwachsener zwischen 17 und 30 Jahren, und ein "Mogli", ein Kind im Grundschulalter, zusammenkommen und Zeit miteinander verbringen: ob auf dem Spielplatz oder in der Eisdiele oder aber auch bei einem Ausflug ins Freibad. Die Aktivitäten sind frei wählbar.

Zurzeit fungieren sechs RAC-Studierende als Balus, aber auch andere junge Erwachsene aus Remagen und Umgebung können diese Rolle übernehmen. "Ich möchte ein Vorbild für meinen Mogli sein. Ich möchte ihm zeigen, dass ein Zugang zu Bildung immer möglich ist, egal welcher familiäre Hintergrund gegeben ist", erklärt einer der Studierenden. Ein anderer, der selbst als Kind mit seinen Eltern nach Deutschland kam, stellt fest: "Ich hätte mir damals jemand Älteren gewünscht, der mich an die Hand genommen hätte."

Das Projekt "Balu und Du" haben der Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr und die katholische Hochschulseelsorge am RAC initiiert. Das Projekt gibt es seit elf Jahren in anderen Städten und seit diesem Sommersemester in Remagen. Die Vermittlung erfolgt folgendermaßen: Moglis werden durch ihre Grundschullehrer an die Projektleiter von "Balu und Du" vermittelt.

Mit der Frage "Um welches Kind machen Sie sich Sorgen?", sind diese vorab an die Schulen herangetreten. Mogli, Balu, Eltern, Lehrer und Projektleiter treffen sich dann zum Kennenlernen und um die Partnerschaft einzugehen. Um Verlässlichkeit für das Kind zu gewährleisten und dessen Umgang mit Krisensituationen wirksam zu stärken, gibt der Projektrahmen die Dauer von einem Jahr vor.

Christopher Hoffmann, Pastoralassistent im Dekanat Remagen-Brohltal und aktiv in der Hochschulseelsorge am Rhein-Ahr-Campus, begleitet gemeinsam mit Christiane Böttcher von der Caritas Geschäftsstelle in Ahrweiler die Studierenden Christopher Isaac Djieka Ngalen, Dennis Rayushkin, Lisa Möhring, Viktoria Straub, Simon Kneissler und Werucia Fernandes de Almeida auch in der Campusgruppe, wo Raum ist für Supervision möglich ist.

"Das Projekt gibt einem viel zurück", sagt eine Studentin der Gesundheits- und Sozialwirtschaft, die bereits seit einigen Monaten Balu ist. Dabei können die Aufgaben der Balus nach Angaben der Initiatoren auch herausfordernd sein. Nicht immer laufe alles glatt. Das Budget von zehn Euro im Monat sei bewusst klein gewählt und lasse die Studierenden kreativ werden. "Wenn ich einen Ausflug ins Schwimmbad mache, was vielleicht schon sieben Euro für das Kind kostet, dann muss ich in der nächsten Woche ganz einfach mit meinem Mogli auf den Spielplatz gehen", sagt ein Balu. Sinn ist, dass die Kinder ihren Sozialraum erkunden und auch kostenfreie Angebote in ihrer Nähe kennenlernen.

Derzeit werden weitere Balus gesucht. Aber auch jeder, der das Projekt im Rahmen von Geld- und Sachspenden unterstützen möchte, ist willkommen", so Christiane Böttcher, Projektkoordinatorin von der Caritasgeschäftsstelle in Ahrweiler. Infos: Christopher Hoffmann, 02642/41759, E-Mail: christopher.hoffmann@bistum-trier.de, oder bei Christiane Böttcher, 02641/759860, boettcher-c@caritas-ahrweiler.de.