Auf der Bühne in Remagen: Historische Größen und doppelte Gärtner

Auf der Bühne in Remagen : Historische Größen und doppelte Gärtner

Theatergruppe „Oscar and the diamonds“ begeistert mit Kriminalkomödie im evangelischen Gemeindehaus.

Die Theatergruppe der evangelischen Kirchengemeinde Remagen „Oscar and the diamonds“ konnte bei ihrer Premiere des Stückes „Mörderstund ist ungesund“ von Christine Steinwasser nicht nur das evangelische Gemeindehaus bis über den letzten Platz hinaus besetzen, sondern auch das Publikum in seinen Bann ziehen.

Die aberwitzige Geschichte über ein mörderisches Sanatorium verschonte keinen Bauchmuskel und trieb die Zuschauer zu Begeisterungsstürmen.

Das von Karl-Heinz Thimm, Michaela Knieps und dem Ensemble aufgebaute Bühnenbild ließ zwar erahnen, dass man in den kommenden Stunden in eine Nervenheilanstalt entführt würde, aber die angenehme burgunderrote Tapete und der Stuhlkreis ließen die Besucher noch nicht erahnen, welch Chaos dort gleich losbrechen würde. Heinrich Freiherr von Putzstein (Christoph Goldschmitt) hat nämlich ein riesiges Problem mit seiner angehenden Ex-Frau Ägidie (Sarina Siebenberg). Diese will sich nämlich mit den paar läppischen Tausendern im Monat an Unterhalt nicht zufrieden geben und tritt mit ihrer Berufsberaterin Dörte Hippenstett (Tamara Chmura) auf den Plan und will das zum Sanatorium umgebaute Schloss wieder umkrempeln. Ein Auftragskiller muss her und findet sich im ominösen „Gärtner“ (Paul Hiller). Bald gibt es die ersten Toten, doch so klar wie es ihr Name vermuten lässt, präsentiert sich das Szenario für Kommissarin Klara Fall (Alice Brockhoff) und ihre Assistentin Mechthild Witzig (Rebecca Sell) nicht.

Mit Hubert Gschneidinger (Nils Braunschädel) tritt nämlich ein zweiter, richtiger Gärnter auf und dann wären da auch noch die skurrilen Bewohner des Sanatoriums. Gianluca Kilp als Nero, Henry Schmerer als Napoleon, Miriam Hackenbroich als Lucrezia Borgia, Sebastian Gilles als ungehobelter Attila und Anna Leonie Hiller als Agatha Christie stürzen zwar die Szenerie in völlige Verwirrung, kamen aber beim Publikum besonders gut an, das auch den ein oder anderen Zwischenapplaus spendete.

Besonderes Highlight der Aufführung war die Liebesbeziehung zwischen dem Freiherr und seinem Lebensgefährten Franz Kümmersbrück (Peter Schüller). Im Original handelt es sich dabei um eine Lebensgefährtin, Schüller und Goldschmitt spielten aber dermaßen perfekt, dass sich die Besucher stellenweise vor Lachen krümmten. Unter der Regie von Kristina Nonn entwickelte sich ein Stück, das ebenso unterhaltsam wie anspruchsvoll war. Die jungen Schauspieler, die sich in diesem Jahr auf ihr Abitur vorbereiten, fühlten sich sichtlich auf der Bühne wohl und unterhielten ihr Publikum jede Szene neu. Die letzte Aufführung von „Mörderstund ist ungesund“ ist am heutigen 8. März um 19 Uhr.