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Festmotto in Unkelbach lautete „Kocolores“: Ein neues Kirmesgefühl in Unkelbach

Festmotto in Unkelbach lautete „Kocolores“ : Ein neues Kirmesgefühl in Unkelbach

Unter dem Motto "Kocolores" steht die Sankt-Remigius-Kirmes in Unkelbach. Anders als sonst sind wegen des Tages der Deutschen Einheit auch am Dienstag die Fahrgeschäfte geöffnet, und es wird ein Frühschoppen abgehalten.

Natürlich waren die Zeilen nicht ernst gemeint. „Nie mehr Fastelovend“ sangen Querbeat in der Unkelbacher Mehrzweckhalle, und für die Partygäste bei der Sankt-Remigius-Kirmes hieß es etwas mehr als einen Monat vor Beginn der fünften Jahreszeit „hoch die Tassen“ und „tschingderassabum“. Mit vollem Haus am zweiten Kirmestag hatte sich der Wunsch des Tambour- und Fanfarencorps Blau-Weiß Unkelbach (TBW) erfüllt, das die Unkelbacher Kirmes im Wechsel mit der Freiwilligen Feuerwehr und dem Ballspielcub (BSC) Unkelbach alle drei Jahre ausrichtet.

„Das Dorf feiert vereint und alle Generationen sind mit dabei“, freute sich etwa Regine Olef vom siebenköpfigen Orgateam des TBW. Ein neues Motto hatte der Verein außerdem für die Kirmes gefunden: „Kocolores“. Entsprechend bunt war unter anderem die Mehrzweckhalle geschmückt. Das Motto sollte für ein buntes und lustiges Fest stehen, genauso wie für ein buntes Programm und ein neues Kirmesgefühl: „Dass eine Kirmes kein altes Fest, sondern eine tolle Veranstaltung für Jung und Alt in einem Dorf ist.“

Den Auftakt machte am Freitag eine gut besuchte Disco mit DJ André. Mit Liedern, Schwüren und Versprechungen wurde beim Festzug am Samstag zunächst eine Kirmesfrau, genannt „Kocoloria“, erweckt. Abends machte als Kirmes-Höhepunkt die Brass- und Marching-Band Querbeat ordentlich Stimmung. Die Familie stand am Sonntag im Fokus.

Draußen waren Spaß am Autoscooter und beim Kinderschminken sowie Unterhaltung zwischen Los-, Schieß- und Dosenwurfbude angesagt. Drinnen spielten nach dem morgendlichen Auftritt der Kirchdauner Dorfmusikanten beim Freundschaftstreffen die Spielmannszüge aus Bad Bodendorf und Oberwinter auf, tanzte die Juniorengarde der Rot-Weißen Funken Unkelbach und wurde erstmals eine Kinder-Modenschau präsentiert. Traditionell gab es am Montag Tanzmusik mit den Rhein-Ahr-Spatzen und das Hahneköppen.

Restaurierung war nötig

Anders als sonst sind wegen des Tags der Deutschen Einheit auch am Dienstag die Fahrgeschäfte geöffnet, und es wird ein Frühschoppen abgehalten. Und noch eine Besonderheit hielt die Unkelbacher Kirmes bereit: Beim Festhochamt mit anschließendem Totengedenken und Kranzniederlegung am Ehrenmal am Sonntag segnete Pastor Frank Klupsch die Unkelbacher Madonna und ihren Marienschrein ein.

Nachdem das Panzerglas des Schreins milchig geworden und auch Feuchtigkeit eingedrungen war, war es notwendig geworden, die wertvolle hölzerne Madonnen-Skulptur aus dem Jahr 1250 und den gläsernen Tresor, in dem sie seit Mitte der 70er Jahre geschützt sowie gleichzeitig für alle sichtbar aufbewahrt wird, zu restaurieren, erklärte Klupsch. Insgesamt 8000 Euro kostete die Restaurierung. Nachdem sie für mehrere Wochen ihren angestammten Platz verlassen hatte und rechtzeitig vor der Kirmes wieder zurückgekehrt war, ist die Unkelbacher Madonna nun wieder in Sankt Remigius zu bewundern.