Überdimensioniert, handfest und geheimnisvoll: Die nächsten sieben

Überdimensioniert, handfest und geheimnisvoll : Die nächsten sieben

In die Villa Heros ist die Ausstellung BBK NEUE 2016 – Teil 2 eingezogen.

Gut gemacht: Sieben auf einen Streich präsentieren sich als „BBK Neue 2016“ in der Villa Heros erfreulich eigenständig und sicher. Damit löst die zweite Gruppe der im Vorjahr vom Bundesverband Bildender Künstler (BBK) Bonn Rhein-Sieg aufgenommenen Kreativen den ersten Ausstellungsblock ab.

Malerin Maria de Fatima Hoffmann, 1961 in Angola, damals portugiesische Kolonie, geboren, kombiniert überdimensionierte Blüten mit klassischen portugiesischen Kachel-Dekoren, oder sie wählt floral gemusterte Stoffe um darauf zu malen. So entstehen mit dem Untergrund verknüpft, teils raffinierte, immer aber malerische Kompositionen üppiger Knospen und Blumen.

Die großen Bilder fallen ins Auge, während die intimen Formate im Stickrahmen als Reminiszenzen an ihre Mutter berühren, die schon der Sechsjährigen das Sticken beibrachte. Nichts Geringeres als „Ewigkeit, Unendlichkeit und Einheit“ will Athanasia Kekempanou vermitteln. Meist befasst mit Fotografie, Video und Neuen Medien, ist sie diesmal linear unterwegs. Sie bringt „Plasmakugel“, „Seelenverwandte“ genannte Zwillingsembryos und „Flammende Perle“, feine mit Pinsel oder Stift getuschte Zeichnungen der Serie „Perpetual Entities“, zur Anschauung.

Von Astrid Meiners-Heithausen sind digitale Zeichnungen ebenso wie digital verblüffend verfremdete Fotos als „digital fine art“-Prints zu sehen, deren Motive aus dem urbanen Umfeld kommen. Auch Hans-Peter Vollmer setzt bei seinen farbintensiven Bildern auf neue Techniken. Er arbeitet mit „App und Pinsel“: Per iPod erstellt er etwa mit dem Finger auf dem Touchscreen Skizzen oder Collagen, deren Ausdrucke er wiederum partiell übermalt.

Handfestes bringt Ruth Schwenker ein. Die Steinmetz- und Bildhauermeisterin mit eigener Werkstatt im rechtsrheinischen Hammerstein wertet Alltägliches auf, indem sie Dinge in Stein übersetzt, ob den Fleeceschal der Tochter in dunklen belgischen Granit, einen „Knoten“ in Aachener Kalkstein oder gar eine Feder. Bevorzugtes Werkzeug? „Hammer, Meißel, Flex, Pressluft, da bin ich schmerzfrei, damit es schnell fertig ist.“

Als Extra der Ausstellung nehmen die Skulpturen in allen Räumen Fühlung mit den Arbeiten der Kollegen auf. Ihr „Kleines Wattstück“ passt ausgezeichnet zur sandfarben-hellen, geradezu beschwingten städtischen Asphaltmalerei von Passanten in Bewegung, die Monika Kilders für ihre Werkreihe „Summer in the City“ aus der Vogelperspektive eingefangen hat.

Sabina Floras Arbeit ist schwer zu fassen, was sie geheimnisvoll und liebenswert macht. Die 1961 in Bremen geborene Kölnerin ist in vielen Techniken und spannenden Gedankengängen zu Hause. Der Körper, Bewegung und Schwebezustände, in der Luft wie im Wasser, interessieren sie. So hebt eine gemalte Ballerina ab wie im Traum, treibt ein Tintenfisch auf einem Treibholz und mit ihm eine in Paraffin eingebettete Blüte. An ein Sockenhalter-Karussell hängt Flora durchscheinende bedruckte Seidentücher und Aquatinten aus dem Schwerelos-Motivkreis – ein zauberhafter Anblick.

Die Ausstellung in der Kirchstraße 3 ist bis 20. März samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet.