"Rhein in Flammen" in Remagen: Bühne und Balkons werden zur Partyzone

"Rhein in Flammen" in Remagen : Bühne und Balkons werden zur Partyzone

Bei „Rhein in Flammen“ in der Römerstadt Remagen wurden Promenaden-Bühne und Privat-Balkons zur Partyzone. Die Werbegemeinschaft "Remagen mag ich" lud zum verkaufsoffenen Sonntag ein.

Die Verbindung aus Licht stand. Nachdem sie im Vorjahr auf das Wiedererstehen der Ludendorff-Brücke verzichten mussten, weil sich die Besitzverhältnisse der Brückentürme auf Erpeler Seite verändert hatten, haben sich die Besucher von „Rhein in Flammen“ in Remagen wieder an der leuchtenden Verbindung erfreut, die sogenannte jeweils 4000 Watt starke „Space-Cannons“ über den Fluss hinweg schufen.

„Diesmal sogar ziemlich genau auf der Höhe, in der die Eisenbahn einst wirklich fuhr, weil die Lichtstrahlen diesmal nicht von Turm zu Turm sondern auf beiden Rheinseiten genau zwischen den jeweils beiden Brückentürmen hindurch führen“, erklärte Guido Nallinger vom zuständigen Showtime-Team auf GA-Nachfrage.

Den Startschuss für das Spektakel hatten 114 Bengalfeuer gegeben, die am Ufer zwischen Remagen und Rolandseck rot glühten. An der Remagener Rheinpromenade standen die Besucher spätestens dicht an dicht, als das Feuerwerk der Stadt Remagen traditionell auf Erpeler Seite zündete. Einige hatten sich auch schon lange vorher einen Platz unmittelbar am Fluss gesucht und winkten den Passagieren auf den etwa 50 Schiffen zu, die für Stunden den Rhein hinauf steuerten und später kollektiv als beleuchteter Konvoi zurückkehrten.

Balkons und Gärten werden zur Partyzone

Viele Rheinanlieger hatten am Samstag ihre Balkons oder Gärten zur Partyzone erklärt. Richtig rund ging es zuweilen vor der Bühne an der Rheinpromenade mit der Band „Xtreme“. Zu Songs von Wolfgang Petrys „Der Himmel brennt“ über „Tage wie diese“ von den Toten Hosen bis zu Ed Sheerans „Castle on the Hill“ warteten die sieben Musiker aus der Nähe von Heilbronn auch mit Pyrotechnik auf, und zu „American Idiot“ von Green Day zog sich der Bassist eine Donald-Trump-Perücke auf. Die holländische Formation „De Kikvorschen“ hatte zuvor als Eisbrecher gedient, als sich die Atmosphäre noch mehr „zwischen Kirmes und Biergarten“ bewegte, wie ein Besucher fand.

Bei der Außengastronomie an der Rheinpromenade musste man zur Abendessenszeit schon mal auf einen Platz warten, „aber das ist nicht der erste Großkampftag dieses Jahres: Sobald die Sonne rauskommt, ist hier was los“, sagte eine Kellnerin.

Für einen Familienvater aus dem Westerwald war das Angebot an dem etwa halben Dutzend Stände auf der Promenade keine Alternative: „An den Buden für eine Bratwurst vier Euro hinzulegen und für eine Flasche Wein 15 Euro, ist ziemlich happig“, echauffierte er sich. Dafür lobten andere das kostenlose Angebot in der Fußgängerzone: Zu ihrem Frühlingsfest mit verkaufsoffenem Sonntag hatte die Werbegemeinschaft „Remagen mag ich“ unter dem Motto „fit und mobil“ für Aktions- und Infostationen gesorgt: Vor allem Kinder fühlten sich von Balance- und Geschicklichkeitsspielen angezogen, Ältere von der Kletterwand und Senioren von Reaktionstraining und Rollatorberatung.

Sport auf dem Marktplatz

Richtig sportlich wurde es auf dem Marktplatz, dem Start und Ziel der Biathlon-Rheinland-Meisterschaft des Skiverbands Rheinland. Mit Stöcken und entweder zu Fuß oder auf Skates absolvierten insbesondere Profisportler aus ganz Deutschland zehn Runden à 300 Meter ums „Historische Dreieck“ und zielten nach jeder zweiten Runde liegend und stehend an den Schießständen auf dem Marktplatz mit Biathlon-Gewehren, die auf Lasertechnik umgerüstet waren, aus einer Distanz von zehn Metern auf 50-Millimeter-Scheiben.

Am schnellsten war beim Lauf-Biathlon der Münsterländer Jens Seggewiß mit 14:38 Minuten, und beim Skating-Biathlon der Sauerländer Florian Appelhans mit 12:00 Minuten.

Am Sonntag waren dann auch völlige Anfänger aufgerufen, das Biathlon-Gefühl einmal kennenzulernen. Auf den Thoraxtrainer zum 400-Meter-Lauf mit Stockeinsatz auf der Stelle und an den Schießstand, um fünf Schuss mit dem Laser-Biathlongewehr abzufeuern, wagten sich nicht nur Einzelpersonen, sondern auch Vereinsteams aus der Römerstadt, die ebenso angefeuert wurden wie die Profis tags zuvor.

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