DLRG: Baywatch fürs Freizeitbad Remagen

DLRG : Baywatch fürs Freizeitbad Remagen

Die DLRG-Jugend hat einen intensiven „ResQ-Day“ mit Rettungsübungen und Unter-Wasser-Hockey im Remagener Freizeitbad absolviert.

Ein milder Sommertag wabert durch die Luft über dem Rhein. Das Freizeitbad Remagen liegt ruhig da. Ein paar Besucher ziehen ihre Bahnen, das gechlorte Wasser liegt glatt in seinen Becken. Aufgrund der Bombenentschärfung (der GA berichtete) und des bedeckten Wetters sind die Liegewiesen nur mäßig besucht. Auffällig ist einzig das merkwürdige lange Zelt zwischen den beiden Becken. In und um das Zelt wuseln Kinder und Jugendliche in grünen T-Shirts, von denen einige ein Walkie-Talkie in den Händen halten und den Beckenrand beobachten. Da plötzlich durchdringt ein Ruf den entschleunigten Nachmittag: „Hilfe, Hilfe!“ Ein Besucher scheint in Gefahr zu sein.

Doch nicht etwa der Bademeister wirft sich zur Rettung in die Fluten, sondern zwei der Kinder haben sich ihrer grünen Bekleidung entledigt, einen hellgelben Gurtretter – die roten Rettungsbojen aus Baywatch lassen grüßen – geschultert und sich beherzt ins Wasser begeben. Nach einigen kräftigen Zügen haben sie die Notfallstelle erreicht und können mit geübten Handgriffen den „Ertrinkenden“ hinter sich festzurren und an das rettende Ufer bringen. Das aufgewühlte Nass wird wieder glatter und dem Zuschauer wird klar: Er war gerade Zeuge einer Übung der DLRG-Jugend, die am Sonntag mit 19 jungen Teilnehmern ihren alljährlichen „ResQ-Day“ bestritten hat.

An unterschiedlichen Stationen auf dem gesamten Freibad-Gelände haben Kevin Wassong und seine Mitstreiter Spiele mit ernstem Hintergrund aufgebaut. Direkt am Zelt, der Wachstation, laufen sich lautstark Kinder mit Kopfverbänden und Armtaschen hinterher. Was sich wie ausgelassenen Tollen anhört kann im Ernstfall lebensrettende Erstmaßnahme sein. Auf dem unterhaltsamen Lehrplan stehen zudem die stabile Seitenlage und die Herzdruckmassage.

Die Rettungsdecke knistert wie eine riesige Aluminiumfolie im Wind, verhindert aber das Auskühlen der Geretteten. Mit einigem Theater-Knowhow sieht sich der Nachwuchs auch mit täuschend echt imitierten Platzwunden, Wespenstichen und kleineren Verbrennungen konfrontiert. Der Name „Realistische Unfall- und Notfalldarstellung“ ist Programm. Konzentriert sitzen die Kinder unter den Bäumen am Rand der Liegewiese und starren auf ihre Hände. Zwischen den Fingern befinden sich kurze Seile. Mit dem Spruch „Schau mal, ich kann es jetzt sogar hinter dem Rücken knoten“ verschränkt ein Teilnehmer seine Hände hinter sich und zaubert nach einigem Fingersalat einen perfekten Seemannsknoten hervor.

Mit vereinten Kräften flattert schnell eine Knotenkette von einem der Bäume bis zu den Klettergerüsten, an deren Sprossen bombensichere Schnüre das Hochsteigen erleichtern. Am Becken unterdessen ist Teamarbeit gefragt. Es gilt, unter Wasser eine Platte von einer Schraube zu lösen. Einfach Aufgabe, verschärfte Bedingungen.

Das extra angefertigte Metallteil darf nämlich während der Aktion den Boden nicht berühren und nur, wer komplett unter Wasser ist, darf daran rumschrauben. Man muss seine Atemkapazität richtig einschätzen und sich mit dem Anderen vorher eine Strategie zurechtgelegt haben. Zur Entspannung wird dann eine Partie Unter-Wasser-Hockey gespielt. Doch kurze Pässe unter Wasser und ein Gegner, der sich den schweren Puck selbst unter den Nagel reißen will, machen auch diesen Spaß zu einer hochkomplexen Angelegenheit. Mit einem Ploppen gleiten Tore ins Wasser, die einen Tauch-Parcours entstehen lassen, an dem nun jedes Kind selbst testen kann, wie gut es sich unter der Wasseroberfläche zurechtfindet.

Schließlich ging der Blick noch Richtung Himmel. Beim „Tamburino“ surrten die Bälle zwischen den kreisrunden Schlägern durch die Remagener Luft. Nicht das Gewinnen steht hier im Fokus, sondern den Ball möglichst lange in der Luft zu behalten. Lautstark spornten sich die Teilnehmer gegenseitig an, den Ball zu erwischen und immer waghalsiger wurde um jeden Abschlag gekämpft.

Mit viel Energie und Spaß bei den Nachwuchs-Lebensrettern neigt sich der Tag nach acht Stunden seinem Ende zu, den um die Mittagszeit ein üppiges Burger-Büfett krönte.

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