Aktionstag gegen Rechts in Remagen am 16. November

Tag der Demokratie am 16. November : So antwortet Remagen auf den Nazi-Aufmarsch

Wenn sich Rechtsextreme am Samstag, 16. November, bereits zum zwölften Mal zu ihrem sogenannten „Trauermarsch“ in Remagen versammeln, antworten das Remagener „Bündnis für Frieden und Demokratie“ gemeinsam mit dem AstA des Rhein-Ahr-Campus sowie dem DGB Koblenz und Parteien erneut mit einem „Tag der Demokratie“.

„Es gilt, gegen Rechtsextremismus und rechtes Gedankengut und für Demokratie, Toleranz und Integration einzutreten“, macht Karin Keelan für das Bündnis klar, bei dem die Fäden der Organisation zusammenlaufen. Mit dem Aktionstag „gegen Rechts“ auf dem Remagener Marktplatz und auf der Goethestraße vor dem Rhein-Ahr-Campus soll ganz klar Flagge gezeigt sowie das „bunte Bild“ Remagens und der Region in den Vordergrund gestellt werden. Dies diesmal unter dem Motto: „Remagen 2019: Null Bock auf Nazis“.

Neu ist diesmal, dass das Bündnis die Goethestraße vor dem Campus zum Hauptort der Veranstaltung erkoren hat. „Damit sind wir in Sichtweite des Veranstaltungsortes der Neonazis, zeigen, dass wir keine Angst haben“, macht Keelan klar. Das Bündnis und Sebastian Hebeisen vom Deutschen Gewerkschaftsbund erklären unisono, dass jede Gewaltaktion, sei es von Neonazis oder Gegendemonstranten sofort mit Hilde der Polizei unterbunden werde. „Auch setzen die Veranstalter eigene Ordner ein“, sagt Udo Klein, der sich mit der Grafschafter SPD sowohl am Remagener Markt und am Campus mit Info-Ständen einbringt. Den Schritt von bisherigen Veranstaltungen im Innenhof des Campus zu Aktionen vor dem Campus erklärt Klein so: „Im Innenhof fühlten wir uns abgesperrt. Deshalb gehen wir auf die Straße und wollen damit allen sagen: ‚Wir sind die Guten‘.“

Hauptrednerin ist diesmal die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Sie wird am Tag der Demokratie ab 12 Uhr auf der Bühne vor dem Campus sprechen, ehe diese für heimische Bands freigegeben wird, die dann den Neonazis mit lautstarkem Rock „weitere Aufzüge in Remagen vergällen wollen“. Mit dabei sind auch Eze Wendtoin und Alice Tunney. Gleichzeitig gibt es vor dem Campus eine Info-Meile mit mehr als einem Dutzend Ständen und Aktionen von Vereinen, Schulen, Gruppierungen und Parteien. Das gemeinsame Ziel: Aufklären und Gespräche führen.

Auch das Remagener Friedensmuseum bringt sich ein. Dessen Verantwortliche holen für diesen tag die sogenannte „Friedensglocke von Chorweiler“ in die Römerstadt, die zum Start den Gottesdienst an der Kapelle Schwarze Madonna einläuten wird.

Im Campus werden indes zwei Ausstellungen gezeigt. Die eine widmet sich allgemein dem jüdischen Leben in Deutschland, die andere wurde von Schülern des Sinziger Rhein-Gymnasiums konzipiert und hat die Ereignisse in der Pogromnacht 1938 in Sinzig zum Inhalt. Außerdem präsentiert der AstA die Ergebnisse einer Projektwoche, die am Campus unter dem Thema „Extrem?“ durchgeführt wurde. Dies auch mit historischem Hintergrund, denn das Gelände des Campus gehörte 1945 zu dem Areal der sogenannten „Rheinwiesenlager“, derer die Neonazis „gedenken“ wollen. „Dem wollen wir mit der Aufforderung ‚Geht denken‘ kontern“, macht Prodekanin Professor Magdalena Stülb klar.

Das Programm auf dem Remagener Marktplatz beginnt um 12.30 Uhr. Diese wird auch von Ministerpräsidentin Dreyer nach ihrer Ansprache vor dem Campus besucht. Akteure dort sind die die Big Band des Gymnasiums Nonnenwerth sowie heimische Künstler unter dem Motto „Kunst gegen Rechts“. Ausstellungen haben die Themen „Die Brücke von Remagen“ und „1989 – die Wiedervereinigung erreicht den Kreis Ahrweiler“. „Es ist die stärkste Veranstaltung, die wir je auf die beine gestellt haben“, sagt Karin Keelan.

Weitere Infos unter www.buendnis-remagen.de

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