Hersteller für Schutzausrüstung

Firma Bullard stellt US-Helme in Remagen her

REMAGEN. Die US-amerikanische Firma Bullard, Hersteller von Schutzausrüstung, hat sich im Remagener Gewerbegebiet niedergelassen. Zur Eröffnung des Firmensitzes war eigens Unternehmenschefin Wells Victoria Bullard angereist.

Nicht nur ein vor dem Gebäude geparkter großer amerikanischer Feuerwehrwagen machte darauf aufmerksam, dass seit dem Wochenende ein Hauch USA durch das Remagener Gewerbegebiet weht. Vielmehr trug auch amerikanisches Stimmengewirr dazu bei. „Welcome in this amazing building“, sagte Wells Victoria Bullard zu ihrer Gästeschar. Die Dame war eigens aus Kentucky angereist, um ihren neuen Firmensitz in Deutschland zu eröffnen. Gekommen waren auch Remagens Bürgermeister Björn Ingendahl und die Wirtschaftsförderer Marc Bors (Remagen) und Tino Hackenbruch (Kreis Ahrweiler).

Wells Bullard ist die Chefin des Schutzausrüstungsherstellers Bullard, ein Familienunternehmen, das seinen Sitz in Kentucky hat und in inzwischen fünfter Generation geführt wird. Das Unternehmen zählt zu den größten Herstellern weltweit von Atemschutzprodukten, Feuerwehrhelmen, Wärmbildkameras und Körpertemperatur-Stabilisatoren. So werden beispielsweise Isotherm-Kühlwesten von Bullard vertrieben. „Ich bin stolz darauf, die Firma in die nächste Generation führen zu dürfen”, so Wells Bullard bei ihrer CEO-Amtseinführung im vergangenen Dezember. „Wir arbeiteten bereits im Bereich der persönlichen Schutzausrüstung lange bevor Schutzkleidung überhaupt zum Sicherheitsstandard wurde. Immer mit dem Ziel, unseren Kunden und Endanwendern Ausrüstung zur Verfügung zu stellen, die sie sicher durch den Arbeitstag bringt”, fügte sie selbstbewusst hinzu.

Bullard blickt auf eine über 100-jährige Firmengeschichte zurück. Angefangen hat es mit einem Arbeitsschutzhelm aus dampfgeformtem Leder für Bergarbeiter. In den 30er Jahren, zu Zeiten des Baus der Golden Gate Bridge, wurden die ersten Kunststoffhelme entwickelt. Heute liefert Bullard ein breites Programm modernster Arbeitsschutzhelme und Ausrüstungen für leichten Atemschutz. Die Produktionsanlagen in Cynthiana, Kentucky, gehören zu den modernsten weltweit.

Das Aufkommen neuer Kunststofftechnologien bewegte Bullard in den folgenden Jahrzehnten dazu, sich mit Helmen für die Feuerwehr zu befassen. Heute verfügt Bullard über langjährige Erfahrung in der Herstellung von Helmen für Brandbekämpfung und Rettungsdienst nach US-amerikanischen Standards. Die engen Kontakte in diesem Markt führten 1998 zu dem Entschluss, eine speziell für die Brandbekämpfung entwickelte Wärmebildkamera auf den Markt zu bringen. Das Konzept eines einfach zu bedienenden Geräts in robustester Bauweise begründete den durchaus legendären Ruf der Bullard Wärmebildkameras.

1996 wurde die Bullard GmbH gegründet, um den europäischen Markt intensiver zu erschließen. Amerikanische Produkte wurden hiesigen Bedürfnissen angepasst und nach europäischen Normen zugelassen. Neue, speziell für Europa entwickelte Produkte kamen hinzu. Nun sollen auch von Remagen aus Geschäfte abgewickelt werden.

Vorerst arbeiten nur acht Mitarbeiter in dem neuen, an der Dieselstraße gelegenen Firmensitz. Aber es sollen mehr werden. So ist geplant, die Endstufe von in Kentucky vorproduzierten Geräten und Helmen in Remagen fertigen zu lassen. Die entsprechenden Räumlichkeiten stehen schon.