Gewerbepark Remagen-Süd: 250-Kilo-Bombe in Remagen entschärft

Gewerbepark Remagen-Süd : 250-Kilo-Bombe in Remagen entschärft

Der Kampfmittelräumdienst aus Koblenz hat eine 250-Kilo-Bombe im Remagener Gewerbegebiet unschädlich gemacht. 400 Menschen können wieder in ihre Häuser und Wohnungen.

Die Bombe ist entschärft. Um 11.54 Uhr gab Remagens Bürgermeister Björn Ingendahl am Sonntag Entwarnung. Experten des Kampfmittelräumdienstes hatten wenige Minuten zuvor die in der vergangenen Woche bei Bauarbeiten im Gewerbepark Remagen-Süd im Konrad-Zuse-Ring entdeckte 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe entschärft. Rund 400 Menschen mussten evakuiert werden. „Alles klappte reibungslos“, so Remagens Büroleiter Matthias Geusen. Gemeinsam mit Ingendahl hatte er die Evakuierung in der Einsatzzentrale der Feuerwehr überwacht.

Dort liefen alle Fäden zusammen. Polizei, Wehr, Vertreter des Ordnungsamtes und die Stadtspitze hatten sich bereits in den frühen Morgenstunden zu ersten Lagebesprechungen zusammengefunden. Bis neun Uhr mussten alle Häuser in einem Umkreis von 500 Meter vom Bombenfundort entfernt geräumt sein. Alle Straßen rund um den Fundort der Weltkriegs-Hinterlassenschaft wurden gesperrt. Als Auffangstation für Bürger, die woanders nicht unterkommen konnte, diente die Feuerwache in Kripp.

Ausgerechnet am Geburtstag

Dort hatte sich pünktlich um neun Uhr Familie Ewald eingefunden. Sie wohnt in der Straße „Lange Fuhr“, und war von der Evakuierungsmaßnahme betroffen. „Als wir den Brief der Stadt bekamen, in dem uns mitgeteilt wurde, dass wir am Sonntagmorgen das Haus verlassen müssen, dachte ich bloß: Na toll. Ausgerechnet an Papas Geburtstag“, so Myriam Ewald. Der Ehrentag ihres Vaters – er wurde 70 Jahre alt – wurde nämlich just am Sonntag im nahe gelegenen Kripper „Rhein-Hotel Arte“ gefeiert. „Ansonsten wären wir weggefahren und hätten einen Ausflug gemacht“, ergänzte Ralf Ewald. So war zunächst Warten in der Kripper Feuerwache angesagt.

Töchterchen Karolin nahm es gelassen. Die Fünfjährige hatte Malstifte und Zeichenblock mit. Außerdem erklärten die Wehrmänner ihr ganz genau, wie so ein Feuerwehrwagen funktioniert. „Die haben hier wirklich alles gut im Griff“, lobte die junge Familie die Organisation der Evakuierung. Und: „Für uns ist das alles kein Drama.“

Nachbarn luden zum Grillen ein

Zahlreiche von der Evakuierung betroffene Remagener – 350 in den angrenzenden Wohngebieten, 50 im Gewerbegebiet – hatten die Zwangsräumung ihrer Häuser und Wohnungen zu Ausflügen genutzt oder waren bei Freunden und Verwandten untergekommen.

Im Kripper Neubaugebiet hatten sich zahlreiche neu Zugezogene zu einer Facebook-Gruppe zusammen geschlossen. Über dieses Forum luden sie Evakuierte zum gemeinsamen Grillen ein. Ein Angebot, das offenkundig von vielen dankbar angenommen wurde. Denn bis auf die junge Familie Ewald war keiner in die „Notunterkunft“ ins Feuerwehrgerätehaus Kripp gekommen.

Polizei und Feuerwehr hatten im Umkreis von 500 Metern vom Fundort an jeder Wohnungstüre geklingelt und überprüft, ob sich auch wirklich keiner mehr im von der Bombe bedrohten Gebiet aufhält. Eine bettlägrige Person war zuvor mit einem Krankenwagen abgeholt worden und wurde vorübergehend in ein Seniorenheim gebracht. Als klar war, dass die Evakuierung erfolgreich abgeschlossen war, konnten sich die Experten des Kampfmittelräumdienstes aus Koblenz an ihre gefährliche Arbeit machen.

Zahlreiche Helfer im Einsatz

Helfer des Roten Kreuz, 50 Wehrleute und 20 Polizisten waren im Einsatz, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten.

Remagen war nicht zuletzt wegen seiner strategisch wichtigen Brücke im Zweiten Weltkrieg hart umkämpft. Die Überreste der „Brücke von Remagen“ locken auch heute noch zahlreiche Touristen an. Die sowohl für die Wehrmacht als auch die Alliierten so wichtige Rheinquerung war schlussendlich von den Amerikanern eingenommen worden, ehe sie wenig später zusammenstürzte. Das Gebiet rund um die Brücke war stark zerbombt.