"Kunstpause": Neues Format im Arp Museum

"Kunstpause" : Neues Format im Arp Museum

Das ist neu im Arp Museum Bahnhof Rolandseck: Junge Eltern können in Kleingruppen Kunstführungen zu wechselnden Ausstellungen besuchen. Sie sind eingeladen, Neues zu entdecken, sich auszutauschen und ihre Babys mitzubringen.

Annette Krapp, rührige Leiterin der Kunstvermittlung, hat die selten und nur in großen Häusern praktizierte Idee in diesem Jahr erstmals ins Rolandsecker Programm gehoben.

Sie erinnert sich lebhaft daran, dass die erste Zeit mit dem Nachwuchs sehr schön war, die geistigen Bedürfnisse aber etwas auf der Strecke blieben: "Das Leben verändert sich plötzlich sehr. Man kann nicht mehr jederzeit tun und lassen, was man möchte, sondern ist oft 24 Stunden am Tag mit dem Kind zusammen - gute Gespräche und Anregungen werden seltener, als man es bis dahin gewöhnt war."

Infolgedessen stellte sie bei sich fest: "Man hungert nach Gesprächen über den Windelwechsel hinaus, man sehnt sich danach, an etwas Kulturellem teilzunehmen, fürchtet aber, das übrige Publikum zu stören, sobald das Kind anfängt zu plappern, zu nörgeln oder gar zu schreien."

Um nicht nur mit den Kindern zusammen zu sein, hat sie sich Menschen in ähnlichen Situationen gesucht. "Manchmal war auch das nicht besonders anregend, da sich unweigerlich in kürzester Zeit alle Gespräche auf die Entwicklung der Kinder konzentrierten." Diese Erfahrungen teilt sie mit der freien Mitarbeiterin Judith Gräfe, selbst Mutter von zwei kleinen Kindern, welche die Führungen übernimmt.

Mit dem Format "Kunstpause für junge Eltern" möchten sie es jungen Müttern und Vätern aber auch betreuenden Großeltern ermöglichen, "ungeniert mit ihren Babys und Kleinkindern ins Museum zu kommen und andere Menschen kennen zu lernen, mit denen man nicht nur Kinder sondern auch andere Interessen gemeinsam hat".

Die Kunstführungen sollen Grundlage für interessante Gespräche sein und etwas zum Denken mit nach Hause geben. In diesem Rahmen stört es nicht, wenn ein Kind lauter wird. Ist es hungrig oder durstig, kann es während der Führung auch gefüttert oder gestillt werden, ohne, dass andere Teilnehmer dies befremdlich finden.

Die "Kunstpause" gibt es zum Preis von 12 Euro (Führung und Eintritt) an jedem ersten Mittwoch im Monat von 11 bis 12.30 Uhr. Die nächsten Termine und ihre Ausstellungen: 6. März: "Hans Arp. Es schneit nach oben"; 3. April: "C.O. Paeffgen. C.O.P. im Arp Museum", 1. Mai: "Bittermann & Duka. Geheim"; 5. Juni: "Kunstkammer Rau. Das Künstler-Ich".

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