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Neuerscheinung in Oberwinter

Neuerscheinung in Oberwinter : Jo Weisshaar aus Oberwinter schreibt Reisebericht

Jo Weisshaar hat über die Fahrt mit seinen Freunden Norbert Kessel und Peter Schmitz einen Reisebericht voller Geschichten von einst und heute geschrieben. Die Tour ging nach Nauplia auf der Peloponnes-Halbinsel.

Geplant, gepackt, Abflug nach Athen und Landung in einer Vorstadt-Pension von Nauplia: Die drei Freunde Norbert Kessel, Peter Schmitz und Jo Weisshaar reisten im Herbst 2018 an den Ursprung Europas und der griechischen Antike.

Was sie trieb? „Einer wollte endlich das Löwentor aus seinem Schulbuch sehen, einer hatte vor geraumer Zeit einige Jahre hier zugebracht und war gespannt, was sich in 30 Jahren verändert hatte, und einer fand, dass jemand auf die beiden anderen aufpassen müsse.“ Vorher machten sie sich im Heimatort Oberwinter alldonnerstaglich vom Berg hinab auf in die Gaststätte „Alt Oberwinter“, – oft begrüßt mit „die Dreieinigkeit kommt wieder“ – um beim Gespräch ein gepflegtes Kölsch zu genießen. „Da muss ich wohl öfter von Griechenland erzählt haben“, sagt Weisshaar. Weil die Sagen des klassischen Altertums ihren Ursprung in der mykenischen Argolis haben, sich um die Burgen Mykene und Tiryns ranken und um Herakles, der dort Heldentaten vollbrachte, zudem von dort die mykenischen Schiffe gegen Troja aufbrachen, stand das Ziel des Trios fest. Dessen „Elf Tage in Nauplia“, heute Zentrum der westlichen Peloponnes-Halbinsel, mündeten schließlich in jenes gleichnamige Büchlein von Weisshaar, das am 14. Februar in Oberwinter vorgestellt wird.

„Man kann mit Goethe ‚Griechenland mit der Seele suchen‘ oder es mit dem Baedeker in der einen und dem Ouzoglas in der anderen Hand bereisen. Man kann auch noch Pausanias, Hölderlin und Graf Pückler-Muskaus ‚Griechische Leiden‘ zu Rate ziehen“, stets werde man einzigartige Eindrücke mitnehmen, so das Vorwort. Geschenkt, wie aus dem ansprechenden Protokoll der Drei-Männer-Fahrt hervorgeht. Es führt einen zum Beispiel zum Kanal von Korinth, zu Anglern am Vouliagmeni-See, zur Kephalari-Höhle und Palastmonumenten. Gut werden die antiken Stätten beschrieben, archäologische Erkenntnisse und historische Zusammenhänge eingeflochten. Wohl dosiert fließen Ouzo und Worte des bedeutenden antiken Reiseschriftsteller Pausanias ein. Gleichfalls die Gänge der Freunde zu den Damen an der Wurst- und Käsetheke in Nauplia, die ihnen stetig versichern, der Regen lasse bald nach. „Ich wollte nichts schreiben, was man in jedem Reiseführer findet, sondern, was man abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten entdeckt“, erzählt der 1945 in Ulm geborene Autor. Zahlreiche seiner früheren Reisen, die 20 Jahre lang mehrere Monate nach Sri Lanka führten, kommentierte er in Tagebüchern. Dass diesmal ein Druckwerk entstand, ist auch Freund Kessel, dem Verleger, geschuldet, „der ja aus allem ein Buch macht“.

Den Umstand der Sachkenntnis hat sich Hans-Joachim Weisshaar als promovierter Archäologe freilich selbst zuzuschreiben. Er forschte bei Ausgrabungen der antiken Stadt Tiryns über die Frühe Bronzezeit vom vierten bis dritten Jahrtausend vor Christus. „Nach dem Studium habe ich dort fast fünf Jahre lang in einem kleinen Häuschen gelebt, mitten in einem Orangenhain.“ Abseits der Touristenpfade etwa besuchte das Trio die Pyramide von Hellinikon, mit ähnlich großartigem Mauerwerk wie in den Burganlagen Mykenes und Tiryns‘. Bei Weisshaars Ex-Wirkungsstätte Tiryns führte der Heidelberger Ausgrabungsleiter sie herum. Und dort traf der Autor, dessen Humor dem hübsch gestalteten Büchlein ebenfalls gut bekommt, mit Kessel und Schmitz eine Kollegin, die, ihm nachfolgend, die Bronzezeit-Scherben bearbeitet.

„Elf Tage in Nauplia“: Das im Verlag Kessel erschienene Buch (ISBN: 978-3-945941-59-1) hat 144 Seiten, zahlreiche Abbildungen und kostet 11,40 Euro. Zur Buchvorstellung lädt der Rathausverein für Freitag, 14. Februar, ein. Die Lesung beginnt um 19 Uhr im Alten Rathaus Oberwinter, Hauptstraße 99. Die Reisenden Jo Weisshaar, Norbert Kessel und Peter Schmitz werden anwesend sein. Es werden griechischer Wein und Ouzo gereicht.