Wahl in Sinzig: Mehrere Bewerber streben das Amt des Ortsvorstehers an

Wahl in Sinzig : Mehrere Bewerber streben das Amt des Ortsvorstehers an

Rund 13.200 Wähler entscheiden am Sonntag (25. Mai) über die Zusammensetzung des neuen Stadtrates von Sinzig. Das Kommunalparlament hat 32 Sitze, die sich bislang wie folgt verteilen: CDU 13, SPD 6, FWG 7, Grüne 4, FDP 2.

Als Spitzenkandidaten gehen ins Rennen: Ingo Terschanksi für die SPD, die ehrenamtliche Stadtbeigeordnete Charlotte Hager für die CDU, Udo Binnewerg für die Grünen, der amtierende Kreisbeigeordnete und Ortsvorsteher von Löhndorf, Friedhelm Münch, für die Freien Wähler und Volker Thormann für die Liberalen.

Ortsvorsteherkandidaten treten in Bad Bodendorf, Franken, Koisdorf, Löhndorf und Sinzig an. Für die Nachfolge von Bernd Kriechel in Westum hat sich kein Bewerber gefunden. Ergo findet nach dem Wahlrecht dort auch keine Ortsvorsteherwahl statt. Den neuen Ortsvorsteher wählt dann der neue Ortsbeirat aus seiner Mitte.

Bei der Urwahl der Ortsvorsteher gibt es nur in Sinzig mehrere Kandidaten. Für die CDU geht der frühere Ortsvorsteher Kurt Quarz ins Rennen, für die Freien Wähler "Bürgerliste Sinzig" Gunter Windheuser und für die FDP geht Brigitte Schmickler an den Start.

Die Nominierung von Quarz hatte quasi in letzter Minute stattgefunden, da die ursprüngliche Kandidatin und Amtsinhaberin, Silvia Mühl, ihre Bewerbungen für das Amt des Ortsvorstehers und für den Kreistag aus persönlichen Gründen zurückgezogen hatte.

Wie in den anderen Kommunen des Kreises Ahrweiler werden die Stimmzettel für die direkt zu wählenden Ortsvorsteher noch am Abend des Wahlsonntags ausgezählt.

Mit den Ergebnissen der Stadtratswahl wird wegen des komplizierten Zählverfahrens durch Kumulieren und Panaschieren im Lauf des Montags rechnet. Die Ortsbeiräte sollen Dienstag feststehen.

SPD: Stärkung des Ehrenamtes

Ingo Terschanski geht für die SPD auf dem ersten Listenplatz für den Stadtrat ins Rennen: "Wir möchten mit einer starken Fraktion die Zukunft der Stadt Sinzig mitgestalten." Die SPD stelle die Weichen für eine moderne Stadt im 21. Jahrhundert, in der Kinder- und Familienfreundlichkeit, soziale Gerechtigkeit, Bürgernähe, die Stärkung des Haushalts und der heimischen Gewerbetreibenden sowie des Einzelhandels die Eckpunkte einer zukunftsorientierten Stadtpolitik seien.

Die Mitwirkung der Bürger bei Planungen und Projekten müsse dabei das Ziel sein. Der SPD geht es auch um "eine langfristige Perspektive für das Thermalfreibad", Verkehrsberuhigung, den Ausbau von Radwegen und ein "barrierefrei zugängliches und attraktives Bus- und Bahn-Angebot". Dito um eine örtliche Energieversorgung und die Würdigung des Ehrenamtes.

CDU: Kreisel und Ideenportal

"Wir wollen auch 2014 bis 2019 für einen soliden Haushalt sorgen", sagt Charlotte Hager, Beigeordnete und Spitzenkandidatin der CDU für den Sinziger Stadtrat. Die Union will Sinzig als Umweltstadt positionieren, das bereits beschlossene Klimaschutzkonzept mit den Nachbarkommunen umsetzen. Für den Verkehr ist der CDU der Bau des Kreisels an der Linde wichtig, Kinder- und Jugendbetreuung sollen intensiviert werden.

Hager und ihr Team wollen sich für ein neues Feuerwehrhaus in Sinzig einsetzen und weitere Kooperationsfelder mit der Rhein-Meile-Aktiv finden. Mit einem Ideenportal soll die Bürgerbeteiligung verstärkt werden, Förderung von Tourismus und Anschluss der Stadtteile an die Premiumwanderwege sind weitere Themen. DSL, Kunstrasenplatz in Westum und weitere Investitionen in die Schulen will die CDU ebenfalls.

Grüne: Für Barrierefreiheit

"Die Innenstadt soll barrierefrei und attraktiv werden: für den Einkauf und als Wohnort, Arbeitsplatz und Freizeitstätte", das wünscht sich Udo Binnewerg, der die Liste der Grünen für den Sinziger Stadtrat anführt. Auch soll Sinzig attraktiv für junge Familien werden. Dazu gehören für die Grünen Ganztagsbetreuungsplätze für Kinder und ein attraktives Freizeitangebot.

"Umweltschutz ist ein Kernthema der Grünen", so Binnewerg, "und untrennbar verbunden mit der Förderung erneuerbarer Energien. Energie soll dezentral und bürgernah produziert werden. Kraft-Wärme-Koppelungen und lokale Energieverbundnetze sind realistische und zukunftsweisende Lösungen." Die Regenbogenschule benötige zudem dringend eine energetische Sanierung und der Öffentliche Personennahverkehr müsse ausgebaut werden.

FWG: Radweg zur City

Friedhelm Münch, Kreisbeigeorneter und Ortsvorsteher von Löhndorf, ist die Galionsfigur der Freien Wähler, die seit 1952 im Stadtrat von Sinzig vertreten sind. Die FWG hat sich in ihrem Wahlprogramm den Neubau eines Feuerwehrgebäudes für die Kernstadt auf die Fahne geschrieben. Auch tritt sie für einen Radweg mit Anbindung an das Stadtzentrum ein.

Die Neuplanung des Wohnmobilhafens Bad Bodendorf, Erhalt des Schwanenteichs, die Erweiterung der touristischen Angebote und die Nutzung vorhandener städtischer Potenziale, die Erhöhung der Bahnsteige am Bahnhof und der Kunstrasenplatz Westum sind weitere Punkte. Auch geht es um die Schaffung einer Tageseinrichtung für Senioren in Löhndorf, das Projekt "Dorfladen/Kneipe" in Franken, Wanderwege und die Erweiterung des Gemeindehauses in Koisdorf.

FDP: Mehr Attraktivität

Für die FDP steht Volker Thormann an erster Stelle der Stadtratsliste: "Oberstes Ziel ist grundsätzlich in jedem Jahr. einen ausgeglichenen Haushalt zu verabschieden. Schulden sind eine Belastung für die nachfolgenden Generationen." Die Liberalen wollen sich für die Integration von Mitbürgern ausländischer Herkunft mit und ohne deutschen Pass einsetzen und drängen auf einen Naturlehrpfad im Mündungsgebiet der Ahr.

Das Beschilderungskonzept der Stadt soll umgesetzt und das Energiekonzept einschließlich der Realisierung für alle öffentlichen Gebäude in Sinzig fortgeschrieben werden. Der FDP geht es weiter um ein behindertenfreundliches Sinzig im öffentlichen Bereich, den Umbaus am Bahnhof unter Berücksichtigung von Kosten und Nutzen sowie die grundsätzliche Verbesserung der Attraktivität der Innenstadt.