"Leben 4.0": Zugewanderte im Kreis Ahrweiler üben Arbeit am Computer

"Leben 4.0" : Zugewanderte im Kreis Ahrweiler üben Arbeit am Computer

Zugewanderte aus dem Kreis Ahrweiler haben sich mit Vertretern von Politik und Kirche auf das "Leben 4.0" vorbereitet. Dabei übten sie unter anderem den Umgang mit dem Computer.

Sie haben mit dem Bischof einen Beruf für sich gesucht und mit dem Landtagsabgeordneten im Internet nach Freizeitangeboten gesucht: Junge Migranten haben bei der Gesprächsrunde „Leben 4.0 – Jugend braucht Perspektive!“ mit Weihbischof Jörg Michael Peters und dem CDU-Landtagsabgeordneten Guido Ernst gemeinsam vor dem Bildschirm gesessen und sich unter anderem im Umgang mit dem Computer geübt. Für die elf Frauen und Männer aus Afghanistan, Eritrea, Italien, dem Kosovo, Litauen, Moldawien und Syrien war dies ein Höhepunkt im Verlauf ihres Jugend-Integrationskurses.

Gelegenheit dazu gab der Josefstag des Caritas-Jugendmigrationsdienstes (JMD). Da der Heilige Josef Schutzpatron von Arbeitern und Jugend ist, widmet sich der Josefstag immer Themen der Jugendsozialarbeit. Diesmal hatten junge Zugewanderte die Möglichkeit, direkt mit Vertretern aus Politik, Kirche und Gesellschaft in Kontakt zu kommen. Dazu waren auch der Fraktionsvorsitzende der FWG im Kreistag, Jochen Seifert, die Integrationsbeauftragte der Kreisverwaltung Ahrweiler, Rita Gilles, und Pastoralreferent Christoph Hof vom Dekanat Remagen-Brohltal sowie Julia Fröder von der Bischöflichen Pressestelle in den Kursräumen der Target GmbH in Sinzig dabei. Gemeinsam mit den jungen Migranten lösten sie per Computer und per Smartphone Aufgaben. In Kleingruppen hatten sie dazu auch eine Reise zu buchen, Spiele zu testen und einen Lebenslauf zu schreiben.

Für Ruth Fischer und Ania Sikkes vom Caritas-Jugendmigrationsdienst stand die Frage nach der Relevanz digitaler Medien für junge zugewanderte Menschen im Mittelpunkt, insbesondere die Mediennutzung im gesellschaftlichen und beruflichen Feld. Das Smartphone war beim „Medien-Domino“ der absolute Favorit der Kursteilnehmer. Computer, Fernsehgerät oder Fotokamera spielten kaum eine Rolle. Mit dem Smartphone fühlten sich die jungen Menschen trotz des kleinen Bildschirms und der kleinen Tastatur sicherer. Schneller jedoch waren zwei Kursteilnehmer beim Lebenslaufschreiben mit dem PC.

„Wir sind nicht gewohnt, mit einem Computer zu arbeiten, weil wir fast alle kein Geld dafür haben“, erklärte ein junger Mann aus Afghanistan. Target-Fachgruppenleiterin Gisela Adler führte aus, wie schwierig es ist, wenn Lebenslauf und Bewerbungsschreiben auf dem Unterrichtsplan stehen, denn die Teilnehmer bräuchten eigentlich einen Computerkursus. Selbst für die Computer-Erfahrenen stelle die deutsche Tastatur und das Umdenken wegen neuer Systeme und einer anderen Schreibrichtung eine echte Herausforderung dar: „Im Arabischen zum Beispiel schreibt und liest man von rechts nach links.“ Allen Teilnehmenden war klar, dass digitale Medien unverzichtbar für die berufliche Zukunft sind. „Doch der Mensch wird niemals ganz zu ersetzen sein. Man muss mit Computern umgehen können. Es braucht den menschlichen Verstand, damit wir nicht zu Sklaven dieser Geräte werden“, fand der Weibischof.