Kredite des Landes: Wohnraum im Kreis Ahrweiler wird stärker gefördert

Kredite des Landes : Wohnraum im Kreis Ahrweiler wird stärker gefördert

Die Nachfrage nach Wohnraum im Kreis Ahrweiler wird immer größer. Das Land Rheinland-Pfalz hilft mit zinsgünstigen Krediten und Zuschüssen.

Der Kreis Ahrweiler hat den mit Abstand höchsten Gewinn durch Zuwanderung aus anderen Bundesländern. 605 Personen zogen 2018 aus Nachbarländern an Rhein und Ahr. In Rheinland-Pfalz belegt der Landkreis damit den Spitzenplatz. Kostenfreie Kitas, geringere Grundsteuern, niedrigere Grundstückspreise, gut ausgebaute Infrastruktur oder auch die bestmögliche Anbindung an die Ballungszentren Köln/Bonn oder Koblenz mögen die Beweggründe sein, den Wohnort im Kreis Ahrweiler zu suchen. Nicht zuletzt aber die Förderung von bezahlbarem Wohnraum stellt ein herausragendes Kriterium dar.

2018 förderte die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) im Rahmen der Wirtschafts- und Wohnraumförderung private und gewerbliche Kunden im Kreis Ahrweiler mit rund 14,5 Millionen Euro. Im Vergleich zu 2017, als im Kreis zinsgünstige Kredite und Zuschüsse im Wert von 11,9 Millionen Euro vergeben wurden, bedeutet dies eine Steigerung um rund 22 Prozent, die vor allem auf stark gestiegene Förderzahlen im Wohnbau zurückgeht.

„Für den Kreis Ahrweiler ist das ein wirklich gutes Ergebnis. Insbesondere im so wichtigen Bereich der Wohnraumförderung zeigen die Zahlen, dass es hier mit Hilfe der ISB vorangeht“, befand Pföhler. Mit 5,5 neuen Wohnungen je 1000 Einwohner erreicht der Kreis Ahrweiler landauf und landab die höchste Baufertigstellungsrate.

Bei der Förderung bezahlbaren Wohnraums verdreifachten sich die Zahlen nahezu: Hatten 2017 noch 38 Wohneinheiten mit 3,1 Millionen Euro zu Buche geschlagen, so wurden 2018 immerhin 105 Wohneinheiten mit einem Gesamtvolumen von 9,1 Millionen Euro gefördert. Klarer Spitzenreiter unter den von der ISB umgesetzten Landesprogrammen war das Wohneigentumsprogramm, über das 2018 Kredite in Höhe von insgesamt 7,4 Millionen Euro für den Neubau oder Erwerb von 70 Wohneinheiten gewährt wurden (2017: 2,8 Millionen für 30 Wohneinheiten).

2018 wurde die Modernisierung von insgesamt 29 Wohneinheiten mit Darlehen in Höhe von 1,3 Millionen (2017: acht Wohneinheiten mit 230 000 Euro) und sechs weitere Wohneinheiten über das Programm „Wohnen in Orts- und Stadtkernen“ unterstützt. „Dieser deutliche Anstieg der Förderzahlen zeigt uns, dass unsere niedrigen Zinssätze, die wir erst im Mai weiter gesenkt haben, und die Tilgungszuschüsse in den Darlehensprogrammen der Wohnraumförderung die richtigen Anreize setzen“, freute sich ISB-Vorstand Ulrich Dexheimer.

Die Höhe der Tilgungszuschüsse habe sich 2018 auf über 400 000 Euro nahezu versiebenfacht. Pföhler: „Die Programme und die Tilgungszuschüsse sind wichtige Instrumente, um auch Menschen mit kleinerem Einkommen zu Wohneigentum zu verhelfen.“

Im Bereich der Wirtschaftsförderung wurden wie im Vorjahr 57 Förderzusagen erteilt. „Dass wir 2018 viele Existenzgründungen und Unternehmensnachfolgen unterstützen konnten, belegt das große wirtschaftliche Potenzial im Kreis.“ So wurden 2018 sieben Gründerkredite in Höhe von insgesamt 1,3 Millionen Euro gewährt – 2017 waren es lediglich vier Kredite über insgesamt 700 000 Euro. Hinzu kommt ein deutlicher Anstieg bei den Wagniskapitalbeteiligungen: Hatte es 2017 drei Beteiligungen in Höhe von insgesamt 200 000 Euro an Start-ups gegeben, so waren es 2018 sieben Beteiligungen in Höhe von 1,4 Millionen Euro. Die Aufgabequote bei Start-up-Unternehmen ist gering, Forderungsausfälle bleiben nahezu aus.

Kreis ist ein attraktiver Wohn- und Wirtschaftsstandort

Die Zahlen zeigen, so Pföhler, „dass der Kreis Ahrweiler ein sehr attraktiver Wohn- und Wirtschaftsstandort ist“. Die Wirtschaft zeichne sich durch einen gesunden, breiten, mittelständischen Branchenmix aus. Damit das so bleibt, helfe die Kreisverwaltung mit Beratung. Auch Dexheimer lobte die herausragende Betreuung der Unternehmen durch die Kreiswirtschaftsförderung. Im Ergebnis führe dies dazu, dass nur wenige junge Unternehmen aufgeben würden.

Die ISB agiert in der Wirtschafts- und Wohnraumförderung subsidiär, sie unterstützt die Kunden wettbewerbsneutral gemeinsam mit den Hausbanken. Der Fokus der Förderbank liege auf der Umsetzung der Wirtschafts-, Struktur- und Wohnraumförderung im Land, „und nicht auf Gewinnmaximierung“, so Dexheimer.

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