35 Ein- und Zweifamilienhäuser geplant: Westumer Campingplatz soll Wohngebiet werden

35 Ein- und Zweifamilienhäuser geplant : Westumer Campingplatz soll Wohngebiet werden

Kaum ist die Ferienhäuschensiedlung am Hellenbach in Westum unter großem Wehklagen der bisherigen Bewohner im Hauruck-Verfahren geräumt, da gibt es auch schon eine neue Zweckbestimmung für das Areal

Ein neues Wohngebiet soll am Westumer Campingplatz entstehen. Das jedenfalls sehen die Pläne der Remagener 4invest Entwicklung-GmbH vor. Der Investor plant 35 Ein- und Zweifamilienhäuser. Markus Ernst von der Wahl Immobilien GmbH & Co. KG Remagen, Carsten Herges vom Architekturbüro Haid aus Ahrweiler sowie Dirk Strang von der West-Stadtpaner GmbH Ulmen stellten dem Bauausschuss der Stadt Sinzig und Mitgliedern des Westumer Ortsbeirats im Rathaus einen ersten Projektentwurf für die Zukunft des Geländes vor.

Das auf seiner Nordseite vom Hellenbach begrenzte, knapp drei Hektar große Gelände am Zeiberberg weise allerdings Steigungen von bis zu 21 Prozent auf. Das müsse bei der Entwässerung und beim Hochwasserschutz berücksichtigt werden, hieß es in der Präsentation. Außerdem sei bei der Bebauung ein Mindestabstand von zehn Metern zum Hellenbach einzuhalten. Der Entwurf sieht die Erschließung des Gebiets durch eine über Krechelheimer und Sonnenstraße angebundene Ringstraße vor. Innerhalb und außerhalb dieses Ringes ist die Bebauung mit insgesamt etwa 35 Ein- und Zweifamilienhäusern in aufgelockerter Bebauung vorgesehen. In der Ring-Mitte soll ein Grünzug entstehen.

Investoren, Projektentwickler und Planern sei es wichtig, Behörden und Öffentlichkeit so früh wie möglich in die weitere Planung einzubeziehen, sagte Markus Ernst - ähnlich, wie dies vor ein paar Monaten mit den Plänen für die Bebauung des Bad Bodendorfer Kurparks geschehen sei. Im nächsten Schritt werde der Bauausschuss über das Ergebnis dieser informellen Beteiligung informiert. Erst dann solle die Einleitung des für die Realisierung der Pläne erforderlichen Bebauungsplanverfahrens beantragt und damit der erste rechtlich relevante Schritt hin auf die Realisierung der Pläne getan werden. Aus dem Publikum wurde angeregt, dass die Stadt jederzeit ungehinderten Zugang zum Hellenbach haben solle. Außerdem wurden Bedenken laut, dass die Sonnenstraße mit der zusätzlichen Verkehrsbelastung überfordert wäre. Schon jetzt gehe es auf dieser Straße sehr eng zu - zum großen Ärger nicht nur der Anwohner, sondern auch der Fahrer von Müllwagen und Postauto.

Eine Anwohnerin monierte die derzeitige Verhältnisse auf dem ehemaligen Campingplatzgelände: Ausgehungerte Katzen, die von den einstigen Dauercampern zurückgelassen worden seien, würden dort herumstreunen. Und Teile des Bauzauns, der dort aufgestellt worden ist, seien umgefallen oder umgeworfen worden.