Wasserbüffel-Projekt an der Ahr: Freie Bürgerliste Kripp befürchtet Nachteile

Freie Bürgerliste in Kripp befürchtet Nachteile : Skepsis beim Wasserbüffel-Projekt an der Ahr

Auf einer Fläche von 20 Hektar sollen in Sinzig frei lebende Wasserbüffel angesiedelt werden. Die Freie Bürgerliste in Kripp sieht noch viele offene Fragen und befürchtet Nachteile für den Ort.

Mit Zurückhaltung reagiert die Sinziger Nachbarortschaft Kripp auf Pläne, an der Ahrmündung im Grenzbereich zum Remagener Stadtteil Wasserbüffel anzusiedeln. Nach den Vorstellungen der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD) in Koblenz sollen dort auf einer Fläche von 20 Hektar frei lebende Wasserbüffel angesiedelt werden.

Die aus den Karpaten stammenden Robustrinder würden dann an der Ahr ihre neue Heimat finden. Durch die geringe Besatzdichte von 0,8 Tieren pro Hektar würden - so der Plan - etwa 25 dieser Paarhufer am Zulauf der Ahr in den Rhein weiden und munter wiederkäuen können. Dies zur Freude von Touristen, die dadurch an die Ahr gelockt werden könnten. "Das Projekt liest sich auf den ersten Blick als ein spannendes und in unserer Region einmaliges Naturschutzprojekt", meint die Freie Bürgerliste (FBL) in Remagen. Auf den zweiten Blick scheint man jedoch wenig begeistert.

Vertreter von FBL und FWG trafen sich zum Meinungsaustausch zum Wasserbüffelprojekt. Foto: FBL

Als Anrainer hätten die politisch Verantwortlichen von Kripp zwar keinen direkten Einfluss auf das Sinziger Projekt, der Ortsteil Kripp werde aber Auswirkungen deutlich zu spüren bekommen, so FBL-Sprecher Wilfried Humpert. Viele Fragen seien bislang unbeantwortet. Der alte Ortsbeirat in Kripp hatte aus diesem Grund bereits im Oktober 2018 das Projekt in dieser Form wegen vieler Zweifel abgelehnt. Sie seien bis heute auch nicht ausgeräumt worden.

FBL und FWG trafen sich zum Meinungsaustausch

Nun trafen sich Vertreter der FBL aus Kripp mit der Freien Wählergruppe Sinzig (FWG) zu einem Meinungsaustausch, wobei die jeweiligen Kenntnis- und Sachstände ausgetauscht wurden. "Es wurde deutlich, dass man auf die in Kripp offenen Fragen auch in Sinzig keine Antworten der SGD Nord kennt", erklärte Humpert. Rechtliche Grundlagen dieses Projektes, Haftungsfragen bei Körper- und Sachschäden seien bislang ungeklärt, wie es auch keine Auskünfte zu Parkplätzen für Besucher des Naturschutzprojektes gebe.

In Kripp wird nun befürchtet, dass dort die engen Straßen zugeparkt werden könnten. Dabei sei die Verkehrsbelastung in diesem Remagener Stadtteil schon jetzt viel zu hoch. Unklar sei in diesem Zusammenhang, ob es auf Sinziger Gebiet ein Verkehrskonzept mit entsprechend ausgewiesenen Parkräumen geben werde. Nicht bekannt sei auch, ob die Kripper Feuerwehr in einen Maßnahmenkatalog zum Schutz der Tiere bei Hochwasser oder im sonstigen Evakuierungsfall eingebunden sei. Die Belastung der Feuerwehr bei Hochwasser sei schon jetzt so hoch, dass nicht noch weitere Aufgaben übernommen werden könnten.

Auch will die Bürgerliste wissen, ob das Wasserbüffelprojekt den Schutz von Fauna und Flora sowie dort vorhandener Biotope gewährleisten könne. "Wir wollen ein aussichtsreiches Naturprojekt nicht verhindern. Aber es gibt es einige Fragestellungen, die es frühzeitig zu erörtern gilt, um negative Auswirkungen für unseren Ort zu vermeiden", so Axel Blumenstein, Ortsvorsteher von Kripp.Es bleibe abzuwarten, wie sich die SGD zu den Fragen äußere "und ob die Antworten die notwendige Klarheit bringen".