Umfangreicher Maßnahmenkatalog: Sinzig will von der Landesgartenschau profitieren

Umfangreicher Maßnahmenkatalog : Sinzig will von der Landesgartenschau profitieren

In drei Jahren findet die Landesgartenschau in Bad Neuenahr-Ahrweiler statt - doch auch Sinzig will eine Scheibe vom profitablen Kuchen abhaben. Immerhin werden 800.000 Besucher erwartet. Ein Katalog mit 22 Maßnahmen wurde nun von Bürgermeister Geron vorgestellt.

Die Landesgartenschau 2022 in Bad Neuenahr-Ahrweiler soll ihr Licht bis nach Sinzig werfen. Zumindest will die Stadt an Rhein und Ahr im Rahmen ihrer Möglichkeiten von der Gartenschau und den erwarteten mindestens 800.000 Besuchern profitieren. Schon jetzt will Sinzig Weichen stellen: Bürgermeister Andreas Geron präsentierte im Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung einen 22 Punkte umfassenden Maßnahmenkatalog, dessen Umsetzung vor allem die direkt an der Ahr gelegenen Uferzonen zwischen Ahrmündung und Lohrsdorf aufhübschen soll.

Mit kleineren Attraktionen will man sich so für die Landesgartenschau 2022 präparieren, um Gäste zum Verweilen anzulocken. Profitieren sollen aber natürlich auch die Sinziger selbst. Ihnen will Geron einen auf Nachhaltigkeit ausgelegten attraktiven Naherholungsbereich bieten.

Wasserbüffel sollen am Ahrufer angesiedelt werden

Während sich am Rheinufer selbst keine Projekte darstellen lassen, da es zum einen an der Erschließung mangelt, zum anderen die ausgewiesenen Wasserschutzzonen Gestaltungsmöglichkeiten Grenzen setzen, liegt zunächst der Akzent auf Optimierungen des Ahrufer- und Mündungsbereichs.

Wie mehrfach berichtet, will man mit Hilfe der Struktur- und Genehmigungsdirektion Wasserbüffel ansiedeln, die von einem 3,5 Kilometer langen Rundweg aus besichtigt werden können. Aussichts- und Naturbeobachtungstürme sollen das Ahrgebiet in seinem Mündungsbereich zusätzlich interessant machen.

Zudem ist ein barrierefreier Naturkundepfad in der Planung. Nach dem Motto des Förderprogramms "Tourismus für Alle" soll die Wegeführung besonders behindertengerecht sein. Als eine "erste Vorüberlegung" präsentierte Geron eine offene, in Ahrnähe (Mensagelände) gelegene Bühne, auf der sich "Sinzig als Musikstadt" bekannt machen könnte.

Aufgreifen möchte der Bürgermeister auch einen Trend aus den USA: Calisthenics. Diese Sportart, in der Kraft, Ausdauer und Koordination gefordert und gefördert werden, ist insbesondere bei jüngeren Zielgruppen beliebt. Gerne spricht man auch von "Street Workout". Der Sinziger Stadtverwaltung schwebt vor, hierfür eine geeignete Fläche mit den erforderlichen Geräten zur Verfügung zu stellen.

Hellenbachmündung wird renaturiert, „Ruhesteine“ installiert

Die Renaturierung der Hellenbachmündung im Bereich des Kuhbachweges, Freischneideaktionen und somit die Schaffung neuer Sichtachsen auf die Ahr, die Installation von "Ruhesteinen", zusätzliche Baumpflanzungen, die optische Aufwertung des Parkplatzes Herzog-von-Jülich-Ring oder am Bad Bodendorfer Ehrenfriedhof, zusätzliche Ruhebänke oder E-Bikeverleih gehören ebenso zum Programm wie eine Auffrischung der Wohnmobilplätze, die derzeit bereits für 11.000 Übernachtungen im Bad Bodendorfer "Kurgebiet" sorgen. Das Thermalbad mit seiner ohnehin schon vorhandenen Magnetwirkung soll seinen Nostalgiecharme behalten und mit großem finanziellen Aufwand eine 300 Quadratmeter große Edelstahlwanne erhalten.

Bessere Radwegebeschilderungen, mehr Ruhebänke, Veranstaltungen, Führungen und Workshops sollen zudem dafür sorgen, dass auch Sinzig ein wenig von der Landesgartenschau profitieren kann. Am Willen, die entsprechenden Weichen zu stellen, mangelt es jedenfalls nicht.

Als besonderes Highlight servierte Bürgermeister Andreas Geron den Bau einer "Himmelsschaukel". Das Gerät mit seiner bemerkenswert großen Höhe - in der Regel zwischen zehn und 20 Metern - und Schwinglänge bezeichnete der Sinziger Stadtchef als "Eye-Catcher". Da dürften dann auch sicherlich Erwachsene gerne mal schaukeln und die Sinziger Aussichten genießen.

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