Streit um Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln: Schutzabstand erhitzt die Gemüter

Streit um Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln : Schutzabstand erhitzt die Gemüter

Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion im Kreis Ahrweiler überdenkt die Hubschrauber-Spritzung.

Kann ein einziger Ökowinzer durch die Lage seiner Wingerte bewirken, wie seine konventionell agierenden Grundstücksnachbarn ihre Wingerte beackern?

Wenn es nach Plänen der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion geht, könnte das der Fall werden. Die ADD Trier hat als Landesbehörde für Hubschrauber-Spritzungen, wie sie aktuell im Ahrtal durchgeführt werden, einen 50-Meter-Schutzabstand zu ökologisch bewirtschaftenden Weinbergen im Visier. Damit sehen die konventionell arbeitenden Winzer im rund 520 Hektar großen Anbaugebiet Ahr das Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln in den Weinbergen zumindest in Teilbereichen gefährdet.

Die Maßnahme der ADD, sollte sie umgesetzt werden, bedeutet nach Angaben der CDU-Bundestagsabgeordneten Mechthild Heil, dass etwa 20 Hektar konventioneller Wingert und damit 100 Winzer betroffen wären.

Heil: „Diese Winzer müssten auf eine Ausbringung der Pflanzenschutzmittel per Hand ausweichen, was wegen der steilen Hänge kaum möglich und wirtschaftlich gar nicht machbar ist.“ Heil will sich mit ihrem Parteifreund im Landtag, Horst Gies, der auch weinbaupolitischer Sprecher seiner Fraktion ist, dafür einsetzen, dass die vorgesehene Regelung nicht in Kraft tritt. Der Vorstoß der ADD sei „unsinnig“.

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