Römer-Thermen in Bad Breisig bleiben in tiefroten Zahlen.

Badeanstalt in Bad Breisig : Römer-Thermen bleiben in tiefroten Zahlen

Der Jahresverlust der Römer-Thermen in Bad Breisig wird bei mehr als einer Million Euro liegen. Die Umsatzerlöse konnten hingegen gesteigert werden.

Für die Bad Breisiger Römer-Thermen musste ein Nachtrag zum Wirtschaftsplan des Eigenbetriebes aufgestellt werden. Im Vergleich zum aktuellen Haushalt 2019 des hochdefizitären Bades hatte es im Laufe des Jahres sowohl auf der Einnahmen- als auch auf der Ausgabenseite hohe Abweichungen gegeben, sodass das Zahlenwerk nun an die tatsächlichen Gegebenheiten angepasst werden musste.

Ungeachtet aller Realitätsangleichungen bleibt für die Stadt am Rhein die bittere Erkenntnis: Die Römer-Thermen werden ihre Rolle als größter Minusbringer im Stadtetat vorerst nicht los.Auch die erhebliche Steigerung der Umsatzerlöse des Schwimmbades kann daran nichts ändern. Die werden bis zum Jahresende vermutlich bei knapp einer Million Euro liegen, statt der ursprünglich prognostizierten 830 000 Euro. Der Hauptgrund für den Mehrerlös: Das Bad wird in den Monaten November und Dezember nicht - wie eigentlich geplant - wegen Sanierungsarbeiten geschlossen sein. Stattdessen können in dieser Zeit zusätzliche Einnahmen generiert werden, die wegen der für diesen Zeitraum terminierten Schließung gar nicht vorgesehen waren.

Bitter ist hingegen, dass die Generalsanierung, die mit mehr als drei Millionen Euro zu Buche schlagen soll, erneut verschoben werden musste. Nach wie vor wartet man in Bad Breisig auf die Bewilligung eines Zuschusses durch das Land. Solange aus Mainz kein grünes Licht gegeben wird, kann mit der für die Stadt so wichtigen Maßnahme nicht begonnen werden. Dadurch mussten für das laufende Haushaltsjahr die für die Sanierungsinvestition vorgesehenen Beträge wieder entfernt werden - mit der Folge, dass der Wirtschaftsplan nun wie von Geisterhand sehr viel günstiger aussieht. Aus den Einnahmen musste allerdings auch der erwartete Zuschuss wieder entfernt werden. Erfreulich entwickelt haben sich die Personalkosten, die von mehr als einer Million Euro auf 870 000 Euro gedrückt werden konnten.

Personalkosten wurden eingespart

Wie Bäder-Geschäftsführerin Tanja Faßbender erläuterte, ist die Reduzierung der Kosten auch auf die veränderten Öffnungszeiten der Thermen zurückzuführen. Das Bad hat weniger Stunden in der Woche geöffnet, weshalb sich auch die Kosten für das Bäderpersonal verringern. Außerdem habe man weggefallene Stellen nicht neu besetzt. "Diese Arbeiten werden durch entsprechende Umstrukturierungen von vorhandenem Personal und dadurch erzielter stärkerer Produktivität der Mitarbeiter aufgefangen", so die Badchefin.Im Gesamtergebnis wird Ende 2019 der Jahresverlust bei rund 1,1 Million Euro liegen. Das sind etwa 60 000 Euro weniger als zunächst berechnet.

Das taxierte Jahresergebnis würde allerdings erheblich besser ausfallen, wenn es nicht vor einigen Wochen einen Schaden am Dach der Umkleidekabinen gegeben hätte, der mit großem finanziellen Aufwand außerplanmäßig behoben werden musste. Auch mussten zusätzliche Kosten für eine Unternehmensberatung im Zahlenwerk berücksichtigt werden, die eigentlich nicht vorgesehen waren: Der zuständige Ausschuss der Eigenbetriebe hatte die Beratung angefordert.Die Saunanutzung spült rund 70 000 Euro in die Bäderkasse, das Fitnessstudio ist mit Einnahmen in Höhe von 270 000 Euro veranschlagt. Die Caféteria der Thermen bleibt vorerst weiter ein Minusgeschäft: 40 000 Euro werden als Defizit eingefahren.

Mehr von GA BONN