Fans der Traktorenmarke Holder: Rattern und Knattern in Kirchdaun

Fans der Traktorenmarke Holder : Rattern und Knattern in Kirchdaun

Großes Treffen von Fans der Traktorenmarke Holder in Kirchdaun: Rund 150 "Holder-Freunde" kamen zum Fachsimpeln, zum Ersatzteilkauf und zu einer Ausfahrt zusammen.

Es ratterte und knatterte an allen Ecken und Enden in Kirchdaun. Dort waren die Freunde der Traktorenmarke Holder beisammen. Rund 150 der zumeist grünen landwirtschaftlichen Maschinen waren auf Anhängern oder direkt über die Straße angereist. Ein Schlepperfahrer kam so eigens aus Thüringen. „Drei Tage war ich unterwegs“, erzählte er.

Eingeladen zu dem ungewöhnlichen Treffen hatte ein Freundeskreis um den Kirchdauner Moritz Bugl. Traktoren von Holder haben eine große Fangemeinde. In der Geschichte der Werkes, seiner Produkte und seiner Erlebnisse kennt sich in Deutschland kaum jemand so gut aus wie Friedbert Planker aus Grevenbroich. Nicht umsonst wird er auch als der „Holder-Papst“ bezeichnet und war selbstverständlich auch in Kirchdaun dabei, wo er über die Holder-Geschichte referierte. Mitgebracht hatte er einen ganz besonderen Holder, nämlich einen von drei Prototypen des Schleppers Holder A 20.

„Es wurden von jedem neuen Modell drei Fahrzeuge vorab gebaut und dann wurde daran experimentiert“, erklärte Planker.

Er referierte auch über eine Holder-typische Bauweise, nämlich die Knicklenkung. Die entstand, als die Winzer ihre Weinbergarbeit auf Maschinen umstellten und es Schlepper mit einem möglichst geringen Wendekreis bedurfte. Vorder- und Hinterreifen der Holder waren gleich groß und die Hinterräder fuhren auch Kurven in gleicher Spur, wie die Vorderräder.

Lange hatte der Hersteller auf seine Erfindung ein Patent. „Heute produziert Holder, das seinen Stammsitz aus Metzingen erst vor kurzem nach Reutlingen verlegte, in erster Linie Traktoren für den kommunalen Einsatz, beispielsweise bei der Unkrautbekämpfung auf Friedhöfen mittels heißem Wasser“, so Friedbert Planker zu den aktuellen Tätigkeitsfeldern des Maschinenbauers. Er sprach aber lieber über die alten Zeiten, in denen Holder eine marktbeherrschende Stellung vor allem im Weinbau innehatte. In Kirchdaun traf der „Holder-Papst“ dabei auf viele Gleichgesinnte, der Gesprächsstoff wollte zwischen Holderfrühstück und Lagerfeuerrunde nicht ausgehen.

Zwischendrin schwangen sich die Holder-Fahrer auf ihre kleinen und großen Schlepper und starteten zu einer Ausfahrt durch Wald und Flur rund um Kirchdaun. Land- und Kreisstraßen blieben bei der Ausfahrt der rund 100 Schlepper ausgespart, das hätte auch ein kleines Verkehrschaos nach sich gezogen.

Wer ein Ersatzteil für seinen Holder suchte, war in Kirchdaun ebenfalls an der richtigen Adresse, gleich zwei Händler hatten ihre Zelte aufgeschlagen und boten alles von der Schraube bis zum Motor an.

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