Aktuelle Entwicklung und Vorausschau als Themen: Patronatsfest der Ahrweiler Adenbachhut

Aktuelle Entwicklung und Vorausschau als Themen : Patronatsfest der Ahrweiler Adenbachhut

Beim Patronatsfest der Ahrweiler „Addemech“ gab es Informationen zum Ortsleben aus erster Hand. Die Gemeinschaft, die sich um Senioren kümmert, blickte auch aufs 1125-jährige Bestehen der Rotweinmetropole, das ab April gefeiert wird.

Zu Ehren ihrer Schutzpatronin Maria feierte die Gemeinschaft der Ahrweiler Adenbachhut am Samstag das Patronats- oder Hutenfest. Hutenmeister Bernd Koll begrüßte nach einem von Jörg Meyrer und Bernhard Stahl zelebrierten ökumenischen Gottesdienst in Sankt Laurentius eine große Schar von Hutenbewohnern und Ehrengästen im „Sternchen“ am Ahrweiler Markt.

Weil das Hutenfest auch immer der Information der Bürger dient, berichteten Vertreter aus Kirche, Politik und Gesellschaft über die aktuelle Entwicklung in ihren Bereichen. Für Pastor Jörg Meyrer galt das diesmal allerdings nicht, er tat der Gesellschaft kund, dass es nichts Neues aus der katholischen Kirche und insbesondere der Pfarrei St. Laurentius zu berichten gebe. Vom Bistum Trier fehle noch die Genehmigung zum Neuanstrich der Laurentiuskirche, in Sachen Calvarienberg gebe es auch keine aktuelle Entwicklung, und die bischöfliche endgültige Einteilung der neuen Großpfarreien stehe ebenfalls noch aus.

Da hatten Bürgermeister Guido Orthen und Ortsvorsteher Peter Diewald schon mehr zu sagen. Orthen warb einmal mehr für das Förderprogramm Historische Stadtbereiche, das bis zur Landesgartenschau (Laga) 2022 verlängert wurde. Er kündigte die barrierearme Verfugung der Pflasterflächen auf dem Marktplatz an und sagte, dass dem Ortsbeirat noch im ersten Halbjahr die Pläne für eine neue Friedhofskapelle auf dem Ahrtorfriedhof vorgelegt würden. Noch in diesem Jahr werde sich zudem das Ahrtor verändern, allerdings nur innerlich. Es wird für Besucher begehbar gestaltet – ein Umbau als erste große Maßnahme im Vorfeld der Laga. Dass die Gartenschau in den Köpfen der Einwohner angekommen ist, machte Orthen daran fest, dass bis Ende Januar für ein Laga-Maskottchen 317 Vorschläge angekommen seien.

Vorausblick auf bevorstehende Veranstaltungen

Ortsvorsteher Peter Diewald stellte die Feierlichkeiten zur 1125-jährigen ersten Erwähnung Ahrweilers vor. Neu in den Informationen: Bei der Anmeldung zum Festabend am 21. April wird nun doch kein Obolus von fünf Euro für einen Verzehrgutschein fällig; anmelden kann man sich in Kürze. Und für die Kulturnacht am 15. September sind jetzt bereits 25 Veranstaltungen einheimischer Gruppierungen angekündigt. Diewald machte zudem klar, dass die neuen Bestattungsformen auf dem Bergfriedhof auf gute Resonanz stoßen. Für Bestattungen von Menschen außerhalb der Stadt regte er an, den damit verbundenen höheren Beitrag für die Grabstätte zu überdenken.

Chronist Karl Heinen führte vor Augen, wie viele Termine es im Jahresverlauf in der Hut und damit auch für den Hutenvorstand gebe. Maibaum, Weinfest, Weinmarkt und Schützenfest – es gibt immer etwas zu tun. Besonderes Augenmerk gilt den Senioren: Mehr als 160 Menschen über 70 Jahre gibt es in der Adenbachhut, für die eine Jahresfahrt, eine Adventsfeier und eine Karnevalssitzung angeboten werden. Der Heimatverein unterstützte diese Arbeit mit 600 Euro.

„Heimat“ war übrigens das Wort, das beim Hutenfest 2017 am häufigsten gebraucht wurde. „25 Mal kam es in den Reden vor, 20 Mal war es 'Brauchtum' und 'Tradition' wurde 17 Mal genannt“, so Heinen, der die Lacher auf seiner Seite hatte. Ebenfalls aus der Vergangenheit berichtete Hans-Georg Klein. Er führte der Versammlung das Leben eines der berühmtesten Söhne der Hut vor Augen: Rudolf Jarre, der als Erzbischof Cyrillus Jarre im Jahr 1952 in China nach einem bewegten Leben den Märtyrertod starb. Immerhin war er in Ahrweiler einst Schützenkönig der Aloisiusjugend gewesen. Apropos König: Gleich sechs Schützenkönige gab es in der kleinen Adenbachhut in den letzten zehn Jahren. „So viele wie in keiner anderen Hut“, bilanzierte der scheidende Bürgerschützen-König Willi Busch. Auch er gehörte zu diesem halben Dutzend.

Karl Heinen, der zum Ende seines Chronisten-Vortrags in gereimten Zeilen seine Ablehnung der zahlreichen Abriss- und Neubaupläne in der Stadt kundtat, verwies die „Addemechshöde“ auf ein neues Fest in der Hut, zu dem die Hutengemeinschaft am 6. Mai auf die Adenbachhütte einlädt.