Eine Stadt voller Gourmets: Neue Kreationen auf dem Köchemarkt in Bad Neuenahr

Eine Stadt voller Gourmets : Neue Kreationen auf dem Köchemarkt in Bad Neuenahr

4000 Feinschmecker aus der gesamten Region testen die Küchenmeister der Kreisstadt. Die warteten mit Spitzenprodukten zum kleinen Preis auf.

Dass der Kurpark in Bad Neuenahr aus allen Nähten platzt, passiert nicht allzu oft, wohl aber beim Köchemarkt. Der fand am Sonntag zum 23. Mal statt und lockte wieder Tausende Freunde der gehobenen Küche in das malerische Ambiente. In diesem Jahr wurde es allerdings besonders eng, der Grund lag in der Sperrung der Konzerthalle.

Die hatte in den vergangenen Jahren die Stände des kulinarischen Jahrmarkts der Genüsse aufgenommen. Auf diesen wollte man natürlich nicht kurzfristig verzichten und baute ihn unter einem Zeltdach auf der Terrasse gegenüber der Konzerthalle auf. Hier gab es Trüffel, Kräuter, Backwaren, Wildschweinschinken oder Spirituosen zu kaufen, zumeist Produkte aus der Region.

„Durch den kurzfristigen Umzug des Marktes gehen uns rund 200 Sitzplätze verloren“, merkte Sternekoch Hans-Stefan Steinheuer an. Er führte mit der Veranstaltergemeinschaft „Ahrtal de luxe“ Regie beim Köchemarkt, für den der Kurpark eigentlich viel zu klein war. Denn es dürften wieder rund 4000 Gäste gewesen sein, die über den Tag verteilt an einem der Restaurantstände für eines der 42 Gerichte anstanden.

Hinter den Ständen hatten sieben Ahrtaler Gourmetküchen ihre Utensilien aufgebaut. Hier musste jeder Handgriff sitzen, hier vollzogen die Betriebe logistische Meisterleistungen, hier betrieben die vielen Mitarbeiter Werbung für das Gastronomiehandwerk. Schnell bildeten sich lange Schlangen an den Theken, minütlich oder noch schneller wurden die Teller den Kunden angereicht.

Es gab viele neue Kreationen

Darauf zu finden waren Klassiker des Köchemarkts, wie die hausgemachten Tagliatelle mit Sommertrüffeln und Wildkräutern von Jean-Marie Dumaine aus Sinzig oder das Mango Passionsfrucht Tiramisu mit Granatapfel-Sorbet von Lothar Freudenreich aus Heimersheim. Aber es gab auch neue Kreationen. Steinheuer aus Heppingen wartete unter anderem mit Fisch auf. Für den Island Lumb auf Tomatenrisotto mit Lauch und weißem Tomatenschaum musste der Gast 17 Euro zahlen. Manches Gericht gab es unter zehn Euro.

Die Gastronomen sehen die Veranstaltung weniger als Umsatz- und Frequenzbringer, sondern vielmehr als Werbung für die gute Küche verbunden mit der Kreativität im Ahrtal. Und so kredenzte Wolfgang Steinheuer vom Golfclub Restaurant Köhlerhof sein Vitello Tonnato aus Kalbfleisch und Thunfisch zusammen mit grünem Spargel. Unter die Wildgerichte vom Jagdhaus Rech hatten sich Wildgänsebrust oder Carpaccio vom geräucherten Dachsschinken begeben, Markus Bitzen wartete mit Wildschwein oder Hirsch auf.

Hummer und Spanferkel

Derweil ging bei Hauke Metzler der halbe Hummer besonders gut, aber auch die Pfifferlinge in Kräuterrahm auf Eifler Tafelspitz fanden viele Abnehmer. Wer es deftig mochte, konnte bei Roger Müller vom Prümer Gang in Ahrweiler gegrilltes Spanferkelkotlette probieren und dazu ein Glas kräftigen Rotweins vom Weingut Deutzerhof genießen. Alle sechs VdP-Weingüter der Ahr waren mit ihren Weinen vertreten, siebter in der Runde war Deutschlands beste Winzergenossenschaft aus Mayschoß und Altenahr.

Wer nicht gleich zu einem der Restaurant-Stände pilgerte, konnte sozusagen als Auftakt Austern aus verschiedenen französischen Buchten schlürfen. Rund 1000 der Meeresfrüchte gingen über die Theke eines Großhändlers. Hier wurde auch fündig, wer sich beim Getränk nicht für Wein oder Wasser entscheiden wollte. Zur Auswahl standen frisch gezapftes Bier oder Kaffeespezialitäten. Am Nachmittag meldeten dann erste Anbieter bereits ausverkaufte Gerichte.

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