„Wir machen das Land bunter“: Landwirte vom Landskroner Hof setzen auf Blühstreifen

„Wir machen das Land bunter“ : Landwirte vom Landskroner Hof setzen auf Blühstreifen

Honig- und Wildbienen sowie allen anderen nektar- und pollensuchenden Insekten Nahrung zu bieten, ist das vordringliche Ziel von Marcel und Pascal Delord vom Landskroner Hof. Die beiden Landwirte fördern die Artenvielfalt mit Blühstreifen.

Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Co. sind unersetzlich. Als Blütenbestäuber sorgen sie für die Vielfalt von Pflanzen und Tieren. Doch wo finden diese Insekten heute noch ihre Nahrung? Auf Feldern und Wiesen, öffentlichen Flächen und in Gärten blüht es immer weniger. Das soll sich ändern. Die beiden Landwirte Marcel und Pascal Delord vom Landskroner Hof in Gimmigen zeigen, wie es geht.

Den Honig- und Wildbienen sowie allen anderen nektar- und pollensuchenden Insekten wieder eine Lebensgrundlage schaffen, ist das vordringliche Ziel der beiden Hofbesitzer. „Insektensterben ist für uns ein großes Thema“, meint auch der Vorsitzende des Bauern- und Winzerverbandes im Kreis Ahrweiler, Franz-Josef Schäfer. Er war gemeinsam mit seinem Kreisgeschäftsführer Knut Schubert zum Bauernhof der Delord-Brüder gekommen, um deren Initiative zur Förderung der Artenvielfalt zu begutachten. Sie wurden nicht enttäuscht.

Die dortigen Bedingungen inmitten von weitläufigen Feldern, Wald, Wiesen, Bäumen und Sträuchern sind allerdings auch bestens. Wer von Gimmigen aus den Remagener Weg entlang wandert in Richtung Landskroner Hof, fühlt sich schnell in eine wahre Urlaubsidylle versetzt. Seit 2006 betreiben Marcel (41) und Bruder Pascal (38) den einst schon von den Großeltern bewirtschafteten Hof.

Freiwilliger Geldbetrag

Mähdrescher und wuchtige Traktoren stehen in der Einfahrt, gegenüber befindet sich ein kleines Holzhäuschen, in dem frische Eier und Landnudeln zum Verkauf ausliegen. Wer welche will, wirft einen Geldbetrag in ein aufgestelltes Sparschwein und schon ist der Kauf perfekt. „Fast alle sind ehrlich“, weiß Marcel Delord. Schließlich wird ja nicht überwacht, wie viel Geld die vorbei ziehenden Wanderer und Radfahrer in das Porzellanschwein werfen.

In erster Linie betreiben die Brüder Ackerbau. In zweiter Linie Viehwirtschaft. 30 Kühe weiden neben dem Hof auf riesigen Wiesen, nicht weit entfernt stolzieren Hähne durch die Gegend und werfen ein wachsames Auge auf die vielen rund um einen Unterstand versammelten Hühner. Bauernverbandschef Schäfer sieht sofort: „Den Tieren geht es hier gut.“ Jedenfalls, bevor es zum Schlachthof geht. Alles, was die Delords produzieren, ist für die regionale Vermarktung bestimmt.

Die Förderung der Artenvielfalt ist derzeit nicht nur in aller Munde. Den beiden Landwirten ist sie vielmehr ein besonderes Anliegen. Neben einem Maisfeld haben sie einen breiten Blühstreifen angelegt. Unzählige Bienen, Hummeln und Schmetterlinge tummeln sich über den Sonnenblumen, Malven, Kornblumen, Ackerwinden und den Margeriten.

Lebensraum vieler Tiere

„Wir machen das Land bunter“, so Marcel und Pascal Delord. Der Blühstreifen ist nicht nur schön anzusehen. Er ist auch Lebensraum vieler Tiere. So mancher Nützling hält sich im Boden auf, am Himmel schwirren derweil die Bestäuber. „Die Landwirte fördern diesen Lebensraum, indem sie durch das Anlegen von Blühstreifen für das ökologische Gleichgewicht sorgen“, erklärt Franz-Josef Schäfer, der in Eckendorf selbst einen großen landwirtschaftlichen Betrieb führt. Es sind keine ungepflegten, wild wuchernden Wiesen, sondern bewusst angelegte Flächen, die die Agrarwirtschaft aufwerten. Fünf bis zehn Prozent der Ackerflächen, so Pascal Delord, nutze das Brüderpaar als blühendes Insektenparadies. Auch die Vogelwelt ist im weitesten Sinne auf solche Blumenflächen angewiesen. Viele Vögel brauchen schließlich zum Überleben Insekten.

Der größte Feind der Blumen, der Schmetterlinge und Wildbienen ist und bleibt vorerst noch der Mensch. Er vernichtet durch Pflanzenschutzmittel viele Arten. Die Delords kämpfen dagegen an. Zumindest in Gimmigen sehr erfolgreich.

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