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Folgen des Coronavirus: Kreis Ahrweiler schöpft alle rechtlichen Möglichkeiten aus

Folgen des Coronavirus : Kreis Ahrweiler schöpft alle rechtlichen Möglichkeiten aus

Die Verwaltung im Ahrkreis setzt weitreichende Verbote in Kraft. Unter anderem schließt die Spielbank Bad Neuenahr alle Standorte.

Seit Dienstag gibt es im Kreis Ahrweiler drei weitere positive Fälle mit nachgewiesener Coronainfektion. Alle drei Fälle stammen aus der Verbandsgemeinde Adenau. Damit erhöht sich die Anzahl der infizierten Personen auf insgesamt 17. Hinzu kommen 66 Kontaktpersonen, die derzeit keine Krankheitsanzeichen haben. Die insgesamt 83 Personen befinden sich allesamt in häuslicher Quarantäne. Das teilte das Kreisgesundheitsamt mit.

Aufgrund der sich abzeichnenden weiter steigenden Anzahl der Personen, die Abstriche benötigen, hat der Kreis Abstrichstationen für Personengruppen (zum Beispiel Schulklassen) in Bad Neuenahr-Ahrweiler und Hönningen eingerichtet. Wichtig für die Bürger: „Es ist nicht möglich, auf eigene Initiative die Abstrichstationen aufzusuchen. Das Gesundheitsamt oder der Hausarzt müssen entscheiden, ob der Abstrich erforderlich ist“, heißt es aus dem Ahrweiler Kreishaus.

Der Kreis schöpfe alle rechtlichen Möglichkeiten aus, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus so weit wie möglich zu verzögern. Auf der Basis der vom Bund gemeinsam mit den Ländern beschlossenen Leitlinien und entsprechender Vorgaben der Landesregierung erlässt der Kreis dazu mehrere Allgemeinverfügungen. Bekanntgegeben werden die Verfügungen unter anderem auf der Internet-Seite des Kreises, www.kreis-ahrweiler.de. In ihren wesentlichen Teilen treten die Regelungen bereits in der Nacht zu Mittwoch, 18. März, um 0 Uhr in Kraft.

Mit diesen Allgemeinverfügungen werden der bisherige Alltag und vor allem die sozialen Kontakte deutlich eingeschränkt. Landrat Jürgen Pföhler appelliert deshalb an alle Bürgerinnen und Bürger, im persönlichen Umgang auf einen ausreichenden Abstand zu achten. Er ruft auch alle gesellschaftlichen Gruppen dazu auf, sich ab sofort strikt an die Regelungen der Allgemeinverfügung zu halten.

Indes hat die Spielbank Bad Neuenahr am Dienstag ihre Standorte Bad Neuenahr, Nürburg und Bad Dürkheim bis auf Weiteres geschlossen. Der Geschäftsführende Gesellschafter, Michael Seegert, sagte am Dienstag auf Anfrage des General-Anzeigers: „Wir haben schon seit dem Wochenende den Spielbetrieb Stück für Stück beschränkt. Das klassische Spiel (Roulette) haben wir schon am Sonntag geschlossen.“ Der jetzige Schritt zur Schließung sei konsequent. Ohnehin hätten am Wochenende de in Deutschland nur noch die Spielbanken in Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt geöffnet gehabt.

Zwangspause für Instandsetzungen und Ausbildung

Von der Schließung betroffen sind an den Standorten im Kreis Ahrweiler 110 Mitarbeiter und in Bad Dürkheim 70 Mitarbeiter. „Wir fahren den Spielbetrieb geordnet herunter und werden die Zeit, die uns die Corona-Zwangspause bringt, für Instandsetzungen und Ausbildung nutzen“, so Seegert, der unterstrich: „Vor einer solchen Situation haben wir in den 72 Jahren des Bestehens der ältesten Spielbank der Bundesrepublik noch nicht gestanden.“ Wenn die anstehenden Arbeiten in der Spielbank abgeschlossen seien, würden alle Mitarbeiter freigestellt und nach Hause geschickt. Aber: Alle Mitarbeiter werden weiterhin ihr Gehalt bekommen. Seegert: „Wir sind so gut aufgestellt, dass wir diese Phase relativ problemlos überstehen können.“

In den Gymnasien des Kreises stehen in den kommenden Tagen die mündlichen Abiturprüfungen an. Für diese gelten besondere Hygienevorkehrungen, die strikt eingehalten werden sollen. Es wird jedoch keine Abschlussfeiern oder offiziellen Gruppenbilder des Abiturjahrgangs geben. Das Grafschafter Rathaus teilte am Dienstag mit, dass zur Aufrechterhaltung des Dienstbetriebs Bürger die Gemeindeverwaltung nur in absolut dringenden Fällen aufsuchen sollen. Vorher sollte jedoch mit dem entsprechenden Sachbearbeiter (Telefonnummern unter www.gemeinde-grafschaft.de) geklärt werden, ob ein persönliches Erscheinen nach Terminvergabe notwendig ist. Das Remagener Rathaus hat die für Montag, 23. März, angekündigte Ratssitzung am Dienstag abgesagt.

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Noch in Betrieb, aber im Gegensatz zum Wochenende nicht besucht, war am Dienstag die Sommerrodelbahn in Altenahr. Ob sie weiterhin geöffnet bleibt, dahinter machte Eigentümer Eugen Dick ein Fragezeichen. Die Antwort kam per Erlass am Dienstagnachmittag aus Mainz: „Freizeitparks sind zu schließen.“

Die katholische Pfarreiengemeinschaft in der Kreisstadt machte hingegen darauf aufmerksam, dass die Kirchen auch ohne Gottesdienst weiterhin geöffnet sind: „Für das persönliche Gebet, um eine Kerze anzuzünden, um ein wenig zu verweilen, und die Sorgen abzulegen.“ Und dass es vor Apotheken zu Warteschlagen kommt, erklärte der Ahrweiler Apotheker Nils Wnendt so: „Es werden maximal zwei Personen eingelassen.“ Keinen Zutritt gibt es ab heute mehr bis auf Weiteres in das einzige Kaufhaus der Kreisstadt. Das teilte „Moses“ via Facebook mit.