Umbau und Erweiterung: Kloster von Maria Laach investiert in seine Zukunft

Umbau und Erweiterung : Kloster von Maria Laach investiert in seine Zukunft

Die Abtei von Maria Laach investiert erneut in ihre Zukunft: Rund 13 Millionen Euro sollen in den Umbau und die Erweiterung des Seehotels sowie in eine neue Gaststätte fließen.

Immer wieder ist die Abtei Maria Laach seit der Gründung im Jahr 1093 aus- und umgebaut worden. Und gerade macht sie erneut einen Riesenschritt nach vorn. Dies, wie am Donnerstag im Seehotel vorgestellt, unter der Vision "Maria Laach. Stätte lebendiger Begegnung. Heute und in Zukunft".

Geplant sind eine Erweiterung des Seehotels, der Bau einer neuen Gaststätte und "die Revitalisierung" des bestehenden Hotels - drei Bauprojekte, die in dieser Reihenfolge mit Wunschbeginn Sommer 2020 angegangen werden sollen. Pater Petrus Nowack, Prior-Administrator, erläuterte das große Vorhaben im Sinne der Mönchsregel von Benedikt: "Alle Fremden, die kommen, sollen aufgenommen werden wie Christus; denn er wird sagen: Ich war fremd, und ihr habt mich aufgenommen. Allen erweise man die angemessene Ehre, besonders den Brüdern im Glauben und den Pilgern."

Die Aufnahme von Gästen als eine wesentliche Klosteraufgabe "wird so zum Motiv für die Bauplanungen", so Pater Petrus Nowack. In Klostergaststätte und Seehotel werde aber zugleich jenes Geld verdient, welches das Klosterleben ermögliche und den Ort erhalte. Das Ideal der Mönche sei es, von ihrer Hände Arbeit zu leben: "Wir können den Ort nicht anders erhalten als durch die Einnahmen, die durch die Betriebe des Klosters erwirtschaftet werden", betonte der Prior-Administrator.

Viele Aufgaben hat die Abtei zu stemmen. Allein die Müllbeseitigung im Naturschutzgebiet Laacher See ist eine stete Herausforderung, ebenso wie der Substanzerhalt der Gebäude bei 38 000 Quadratmetern Dachfläche im Klosterbestand und fast sieben Kilometern Kanalsystem auf einer Gesamtfläche von 131 000 Quadratmetern ohne Außenflächen.

Keinesfalls profitiere das Kloster von direkten Kirchensteuern, informierte Philipp Lohse. Der Kaufmännische Leiter der Abtei stellte Maria Laach als ein mittelständisches Unternehmen mit 250 Mitarbeitern vor. Rund 700 000 Besucher im Jahr nehmen Buch- und Kunsthandlung wahr, die Gärtnerei und die Villa Reuter, wo die Schreinerei Maria Laachs repräsentiert wird. Viele der 14 Betriebe bleiben für die Gäste aber unsichtbar hinter den Klostermauern. Um nun touristisch wettbewerbsfähig zu sein, "denn der Laacher See ist auch unabhängig vom Kloster interessant", seien Erneuerung und Ausbau notwendig. Lohse konstatiert für Hotel und Gaststätten einen Sanierungsstau von 30 Jahren.

Daher führte die Abtei Ende 2018 eine architektonische Ideensammlung durch. Der Konvent entschied sich für den Entwurf des Hotelerweiterungsbaus mit Lamellenfronten von Andreas Rahmig aus Andernach. Geplante Lage: zwischen der Villa Reuter und der Rückseite des heutigen Hotels.

Eine Verbindung zwischen Alt- und Neubau soll eine Brücke herstellen. Das Hotel verfügt neben Tagungs- und Banketträumen auf drei Ebenen über 44 bis 45 Doppelzimmer im 4-Sterne-Standard. Das alte denkmalgeschützte Forsthaus in dem Bereich soll erhalten und die Villa Reuter zugänglich über neue Wege bleiben. 6,5 Millionen Euro sind für diese Maßnahme geplant.

Für den zweiten Bauabschnitt, den Neubau der Klostergaststätte zwischen Hotel und Klostergärtnerei wird der Entwurf des Architekturbüros Fries aus Vallendar herangezogen. Er soll 300 Sitzplätze, großzügige Außengastronomie und Service am Tisch statt der bisherigen Selbstbedienung bieten. Teile der Gewächshäuser werden für den Neubau, für den drei Millionen Baukosten veranschlagt sind, weichen. Die neue, gradlinig weit gestreckte Gaststättenarchitektur mit Glasfronten erinnert an moderne Universitäts- oder Museumsbauten.

Zuletzt sind die Umbauten am bestehenden Seehotel an der Reihe, wobei aus heutigen 69 Einzel- und Doppelzimmern 46 moderne Doppelzimmer entstehen werden. Schließlich soll der zukünftige gesamte Hotelkomplex über eine Kapazität von rund 100 Doppelzimmern anstelle heutiger 69 Zimmer verfügen. Das geplante Investitionsvolumen beträgt dafür 3,5 Millionen Euro. Insgesamt belaufen sich die kompletten Baukosten nach derzeitigem Planungsstand auf 13 Millionen Euro, vorbehaltlich einer noch zu verhandelnden Finanzierungszusage und kircheninterner Genehmigungen.

"Der Förderverein ist informiert, nicht involviert", machte Gernot Mittler, Vorsitzender des Vereins der Freunde der Benediktinerabtei Maria Laach deutlich. Er begrüßt die Planungen, bei denen es noch zu Feinabstimmungen kommen kann.