Spiel und Musik: Kinder dürfen auch einmal lügen

Spiel und Musik : Kinder dürfen auch einmal lügen

Volles Haus und lebhafte Beteiligung beim Mitsingkonzert des Dekanats Ahr-Eifel.

Mit zahlreichen Mitsingliedern für Jung und Alt hat das Familien-Pastoralteam des Dekanats Ahr-Eifel einen Nachmittag im Bad Neuenahrer Dorint-Hotel gestaltet, der sich über zu wenig Besucher nicht beschweren konnte. Von Liedern über das Duschen, über Quatschlieder bis hin zu kölschen Tönen war für jeden Geschmack gesorgt und auf dem Teppichboden im Saal rangelte es sich für die Kleinen noch einmal so gut.

Wer den langen Hotelgang hin zum großen Saal ging, der vernahm immer lauter werdend das Geschrei von Kindern und die Unterhaltungen der Erwachsenen. Am Saal angekommen, bot sich dem Betrachter ein buntes Gewusel. Ältere fanden Plätze am Rande des Saales, Eltern bildeten einen weiten Halbkreis um die Bühne und die Kleinsten saßen entweder mit großen Augen auf dem Boden vor der Bühne oder gaben sich zwischen den Beinen der Großen waghalsige Verfolgungsjagden.

Alles war erlaubt

Alles war erlaubt an diesem ausgelassenen Nachmittag, der von Kindertagesstätten und Grundschulen aus dem ganzen Kreisgebiet und darüber hinaus besucht wurde. Plötzlich begannen die Kinder auf der Bühne – die Grundschüler aus Bad Neuenahr ganz in Rot und die aus Gelsdorf in Weiß-Gelb – in die Hände zu klatschen und die Mottomelodie anzustimmen: „Es macht Spaß, wieder mal zu singen!“ Nach einer Einführung durch Pastoralreferent Markus Hartmann und einem Gebet von Dechant Jörg Meyrer, gab es für die Sangeslust kein Halten mehr.

Unter der Leitung von Wilma Overbeck, welche die Mitsingkonzerte schon in der Kölner Philharmonie erfolgreich etabliert hat, und mit der musikalischen Unterstützung durch die Gruppe „Jeckediz“ ging es mit „Pänz, Pänz, Pänz“ der Gruppe Bläck Fööss direkt ins Herz der Kölschen Sprache und Musik: Ob im Haus, auf dem Spielplatz oder am Rheinufer: Kindergeschrei ist überall zu vernehmen und nicht immer gerne gehört – worum die Kinder jedoch nichts geben. Doch einmal im Jahr sind sie freiwillig still, nämlich wenn der „hillije Mann“ kommt.

„Duschen, baden, welch Vergnügen“

Still wollte an diesem Nachmittag niemand sein. Im „Lügenlied“ gab es grüne Eier, muhende Frösche und der Mond wurde kurzerhand eckig gesungen. „Duschen, baden, welch Vergnügen“ pries die Vorteile täglicher Körperhygiene an und das „Jahreszeitenlied“ machte schon Vorfreude auf den ersehnten Frühling. Nach dem Diktum des Schriftsteller Puschkin, wonach es im Wald ziemlich still wäre, wenn nur die begabtesten Vögel sängen, war das Publikum nicht nur zum Mitsingen eingeladen.

Spielerisch ernst waren Lieder wie „Nase vorn“, die besungen, dass die Menschen weniger voneinander unterscheidet, als man auf den ersten Blick annehmen könnte. „Wenn nicht jetzt, wann dann“ und „Echte Fründe“ – beide von den „Höhnern“ – ließen noch einmal den kölschen Karneval hochleben. War das Konzert auch mit viel Beifall beendet, so fand doch der kindliche Trubel noch lange kein Ende.