Hubertus-Schützen in Westum feiern Vereinsgründung vor 125 Jahren

Schützenverein feiert Jubiläum : Hubertus-Schützen in Westum feiern Vereinsgründung vor 125 Jahren

Strömendem Regen zum Trotz hat die Sankt Hubertus-Schützengesellschaft Westum ein rauschendes Schützenfest mit Gottesdienst, Parade und Preisschießen begangen. Der Verein feierte seine Gründung vor 125 Jahren.

Brudermeisterin Marlies Roos durfte sich nicht nur über zahlreichen Besuch der eigenen Mitglieder freuen, sondern auch zahlreiche weitere Schützengesellschaften aus der Umgebung sowie Vertreter aus der Politik begrüßen, die es sich nicht nehmen ließen, die Gründung des Vereins vor mehr als 125 Jahren am 1. Mai 1893 gebührend zu feiern.

Der Festtag begann mit einer Messe unter der Leitung von Pfarrer Herbert Ritterrath. In seiner Begrüßung machte er die besondere Bedeutung der Schützengesellschaft für die Kirche deutlich. Haben doch die Schützen der Gemeinde großzügig Asyl in der Schützenhalle gewährt, als die Sankt Peter-Kirche nicht für Gottesdienste genutzt werden konnte.

Im Anschluss ging es unter den Tönen des Spielmannszugs "Freiweg" in großer Parade zum Ehrenmal, wo ein Kranz für alle Verstorbenen niedergelegt wurde. Waren die Hüte und Uniformen auch in kurzer Zeit durch und durch voll Wasser gesogen, so ließen sich die Schützen den Spaß am Brauchtum doch nicht nehmen. Unter den Klängen von Preußens Gloria kamen sie in der Schützenhalle an. Der Spielmannszug stimmte "Ein Prosit der Gemütlichkeit" an und setzte damit eine Überschrift über die reich gedeckte Mittagstafel.

"Es ist noch lange nicht rum, und diese Talfahrt schaffen wir auch!"

Sigmund Belz, Bezirksbundesmeister Rhein-Ahr, attestierte den Hubertus-Schützen "echte Heimatliebe" und lobte, in welcher Weise sie ihrer "Verpflichtung gegenüber der Öffentlichkeit" nachkämen. Hubert Mohr, Diözesanbundesmeister, betonte, es sei "nicht alltäglich, dass ein Verein 125 Jahre feiern kann", besonders nicht "zu bestehen und aktiv zu bleiben."

Die allenthalben festzustellende Entwicklung in den Vereinen zu weniger Mitgliedern und weniger Engagierten möchte er mit Blick auf das Schützenwesen nicht akzeptieren und rief seinen Zuhörer zu: "Es ist noch lange nicht rum, und diese Talfahrt schaffen wir auch!"

In Vertretung des Landrats betonte Beigeordnete Christina Steinhausen, dass das "Schützenwesen ein besonders wichtiger und lebendiger Teil unserer Region" sei. "Das traditionelle Brauchtum ist sinnstiftend" und die Schützen seien ein Vorbild für andere in ihrer Kombination aus "Kraft aus dem Glauben und der Liebe zur Heimat". Für das stolze Jubiläum gab es die Ehrenurkunde des Kreises.

Hans-Werner Adams als Beigeordneter der Stadt attestierte den Hubertus-Schützen, "ein aktiver Posten im Sinziger Vereinsleben" zu sein. Der Westumer Ortsvorsteher Mario Wettlaufer wünschte der Schützenfamilie mit Thomas Morus ein "Weitergeben der Flamme" der Tradition und endete sein kurzes Grußwort mit einem Zitat von den Bläck Fööss: "Piff, paff, d'r Vugel muß eraf!" Denn nun maßen sich die unterschiedlichen Altersklassen im sportlichen Wettkampf am Schießstand, unter anderem auf unterschiedliche Vögel und den Jubiläumspreisadler.

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