Kirche in Walporzheim: Hoher geistlicher Besuch in der kleinen Kapelle

Kirche in Walporzheim : Hoher geistlicher Besuch in der kleinen Kapelle

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann feierte eine Messe im Walporzheimer Gotteshaus. Der Hirte war schon einmal dort.

Das war ein großer Tag für den rührigen Walporzheimer Kapellenverein und für ganz Walporzheim. Kein geringerer als der Trierer Bischof Stephan Ackermann stattete der Sankt-Josef-Kapelle einen Besuch ab und feierte die Abendmesse mit der Bevölkerung. Kein Wunder, dass das kleine Gotteshaus aus allen Nähten platzte, zumal die Chorgemeinschaft Ahrweiler-Walporzheim die Empore besetzte, um den knapp einstündigen Gottesdienst musikalisch mitzugestalten.

In festlichem Rot illuminiert strahlte die Kapelle einen ganz besonderen Flair aus, als der Vorsitzende des Kapellenvereins, Werner Schüller, das Oberhaupt des Bistums Trier begrüßte: „Ihr Besuch ist ein ganz besonderes Ereignis, denn im Laufe der jüngeren Geschichte hat noch nie hat ein Bischof eine heilige Messe in unserer Kapelle gefeiert“, merkte Schüller nicht ohne Stolz an.

Ackermann gab sich derweil volksnah und bemerkte im Gegenzug, dass zwar noch kein Bischof die Messe in der Kapelle feierte, er selbst hatte dies allerdings schon einmal getan, nämlich zu seiner Zeit als Regens des Studienhauses Sankt Lambert in Lantershofen, das der jetzige Bischof sieben Jahre lang geleitet hatte. „Damals waren nicht so viele Menschen gekommen“, merkte Ackermann schmunzelnd an. Aber da war er auch noch kein Bischof.

Die Einladung nach Walporzheim habe er gerne angenommen, zumal er sich am Freitag zusammen mit seinem Generalvikar, Ulrich Graf von Plettenberg, zu einer Klausurtagung in Lantershofen aufhielt. Von Plettenberg und Dechant Jörg Meyrer feierten zusammen mit Stephan Ackermann die Messe in Walporzheim. In seiner Predigt ging der Bischof auf das Wort aus dem Markus-Evangelium ein, in dem der Evangelist von der Heilung eines Gelähmten, dem aber die Vergebung seiner Sünden durch Jesus voranging, berichtete. Der Bischof hob dabei den Stellenwert der Vergebung, den die anwesenden Gelehrten seinerzeit nicht erkannten, hervor. Der Gelähmte habe sich so Gott geöffnet.

Bezogen auf die Josef-Kapelle sieht Ackermann in dieser und in allen Gotteshäusern Räume, in denen der Mensch zur Ruhe kommt und sich Gott öffnen kann. „Diese Räume sind Schätze, die es nicht nur zu konservieren gilt. Mit diesen Schätzen kann man wuchern“, lobte Ackermann das üppige Angebot des Kapellenvereins. Froh äußerte sich der Oberhirte aber auch über die Botschaft des Vereins an ihn: „Hier in Walporzheim haben wir keine Angst vor der Umsetzung der Beschlüsse der Synode mit ihren 35 Pfarreien. Bei uns hat auch noch niemand darüber gemeckert, denn wir sind gut vorbereitet“, so Werner Schüller.

Im Anschluss an den Gottesdienst, bei dem in den Fürbitten unter anderem Kreisstadt-Bürgermeister Guido Orthen, Ortsvorsteher Gregor Sebastian und Weinkönigin Eva Lanzerath für die Menschen vor Ort beteten, lud der Kapellenverein noch zu einem kleinen Umtrunk mit dem Bischof und seinem Generalvikar ein. Derweil stellte Andreas Bergmann den besonderen Anlass für Sankt Josef durch das Dingeln der Kapellenglocken heraus.

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