Hohe Qualität der Vortragsreihe: Gesprächskreis an der Ahr hat sich etabliert

Hohe Qualität der Vortragsreihe : Gesprächskreis an der Ahr hat sich etabliert

Trotz zweier Parallelveranstaltungen in Dernau und Rolandseck war beim jüngsten Gesprächskreis Ahrwein das Bad Neuenahrer Weingut Sonnenberg nahezu überfüllt.

"Die Qualität der Vortragsreihe hoch halten, das ist unser Ziel", betonte Moderator Gerhard Kreuter. Daran zweifelte niemand, denn auch bei der 25. Veranstaltung im fünften Jahr seit der Gründung bekamen die Zuhörer wieder viele Informationen zum Ahrwein.

"Wie geht denn Ahrwein?" lautete die Frage, die hinter dem Referat "Nach der Lese" von Paul Gieler, gelernter Winzer und Regierungsdirektor a. D., stand. Am Beispiel der Leitrebsorte der Ahr, dem blauen Spätburgunder, "eines nicht gerade Musterknaben bei der Weinbereitung", wurden tiefgehende Prozesse und Hintergründe aufgeklärt, die auch dem kundigen Weingenießer oftmals Rätsel aufgeben.

"Obwohl 70 Prozent der Weinqualität im Weinberg gewonnen werden, sind die verbleibenden 30 Prozent bei der Weinbereitung im Keller eine Abrundung für Spitzenqualitäten, die die Spätburgunder vom Stiefkind zum Rotweinstar aufsteigen ließen", so Gieler. Wie wird denn eigentlich aus blauen Trauben roter Wein?

Eine Frage, die nicht gerade simpel ist. Wie genau, oder besser gesagt wie ungenau ist die Mostwaage nach Öchsle und weshalb schwanken die Alkoholwerte bei der Umsetzung des vorhandenen Zuckers? Wo liegen die Vorteile aber auch die Nachteile von natürlichen Hefestämmen zu denen der Reinzuchthefen?

Wie stützen die natürlichen Hefen den Geschmack des Ursprungsgebietes im Wein und damit den Weinstil des Ahrburgunders? Auf alle diese Fragen ging Gieler in seinem "Drehbuch der Weinbereitung" ein. Diese wurden von ihm in den einzelnen Arbeitsschritten zu den Weintypen Rotwein, Roséwein, und Blanc de Noirs erläutert.

Mahlen und Abbeeren, Saftentzug, Erhitzen, Pressen, Vorklärung, Gärung, biologischer Säureabbau, Abstich und Filterung sowie Ausbau im Edelstahl und Holzfass standen im Mittelpunkt des sehr informativen Referats. Weinbautechniker Reinhold Kurth und Winzermeister Marc Linden gingen auf die Entwicklung des 2012er Jahrgangs ein. Obwohl die Erntemenge nur zwei Drittel eines Normaljahrgangs betrug, seien die Qualitäten ausgezeichnet und stünden nicht wesentlich hinter denen des Jahrgangs 2011 zurück.

Eine Reihe von Fragen, vor allem zur schwefligen Säure im Wein, zu den Reinzuchthefen und zur Wirkung und Weinstil der Kaltmazeration (Abkühlen der Maische und deren Einweichen über einen längeren Zeitraum) kamen von dem äußerst fachkundigen Publikum. Erfreulich war auch, dass einige neue Interessenten im Gesprächskreis, angereist aus Köln, Aachen und Bonn, ihre Zusage zum regelmäßigen Besuch künftiger Veranstaltungen gaben.

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