Dichter, Denker und der Wein: Gesprächskreis Ahrwein erwartet großen Jahrgang 2018

Dichter, Denker und der Wein : Gesprächskreis Ahrwein erwartet großen Jahrgang 2018

Die Experten beim Gesprächskreis Ahrwein erwarten einen großen Jahrgang 2018. Der Wein gilt als Förderer sozialer Kontakte.

Wein und Kreativität, Wein und Kunst sowie Wein als guter Geist, Tröster, Freudenbringer und Förderer sozialer Kontakte und der Fantasie standen im Mittelpunkt eines Vortrags von Gerhard Kreuter beim „Gesprächskreis Ahrwein“. Es war der 60. Vortragsabend dieser Art, der in Zusammenarbeit mit der Heilbad Gesellschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler im Ahr-Wein-Forum der Kreisstadt abgehalten wurde. Nach der Begrüßung der rund 60 Zuhörer durch Oliver Piel, stellvertretender Geschäftsführer des Ahrtal-Tourismus Bad Neuenahr-Ahrweiler, widmete sich der Mediziner Kreuter dem Thema „Muse Wein.

Dichter und Denker und der Wein“. Er zeigte die Bedeutung des Weines im Leben der Künstler auf: Die anregende Wirkung des Weines, wie sie der Dichter oder Künstler selbst empfand, mitgeteilt in Briefen, anderen Selbstzeugnissen, in Äußerungen von Freunden und Zeitgenossen, ausgedrückt in Porträts und Zeichnungen, entstanden in geselliger Runde. Anhand zahlreicher Zitate belegte er die positive und anregende Wirkung der „Muse Wein“, die Dichter und Künstler aller Zeiten ausdrückten: von Seneca und Augustinus über Ludwig van Beethoven und Friedrich Schiller bis zu Hermann Hesse und Wilhelm Busch. „Wein hat die wahre Zauberkraft“, soll Ernst Jünger gesagt und Paul Claudel geschrieben haben: „Er hat nun einmal das besondere Etwas, das sich nicht vom Intellekt einfangen und ergründen lässt. Das unterscheidet ihn von allen anderen Getränken“.

Passend zum Thema hatte Künstlerin Angelika Castelli, Mitglied der Are-Gilde, ein Gemälde mitgebracht, das sie „Vinea“ nannte, womit sie den neun Musen Hesiods eine zehnte zur Seite stellte. Inmitten einer vitalen blühenden Fauna reiche die „sinnende Muse“ die kostbare Wertschöpfung fleißiger Arbeit, den Wein. Sie sei es, die den Winzer bei der Kreation erlesener Weine inspiriere und dem Künstler eine Quelle famoser Ideen erschließe.

Auf die Entwicklung des 2018er Jahrgangs ging unter dem Stichwort „Ahrwein aktuell“ Paul Gieler ein. Die Wasservorräte im Dezember 2017 und Januar 2018 seien wesentlich für die günstige phänologische Einwicklung im Frühjahr und Sommer 2018. Die Wärme ab April habe das Wachstum forciert, und Trockenheit und Sonneneinwirkung hielten die Krankheitserreger der Rebe zurück. Das Ergebnis sei ein qualitativ und quantitativ hervorragender Jahrgang. Wie Astrid Rickert, Kellermeisterin der Genossenschaft Mayschoß-Altenahr, anschloss, habe sich nach anstrengender und arbeitsintensiver Verarbeitung der großen Mengen bei der Traubenannahme die Situation im Keller wieder beruhigt. Die erste Entwicklung des Jungweins lasse sehr gutes Potenzial erkennen.

Rickert geht davon aus, dass der 2018er Jahrgang zu den großen des Jahrhunderts gehören wird: „Es steht 2:0 für uns, aber das Spiel ist noch nicht vorbei.“

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