Zehn Jahre Arbeitskreis: Frauenforum im Kreis Ahrweiler will Frauen stärken

Zehn Jahre Arbeitskreis : Frauenforum im Kreis Ahrweiler will Frauen stärken

Seit gut zehn Jahren gibt es das Frauenforum Kreis Ahrweiler. Es entstand aus dem parteiübergreifenden Arbeitskreis „Keine Gewalt gegen Frauen“, um sich in größerem Umfang frauenpolitisch im Landkreis zu engagieren.

Neben Doris Bruch, Evelyn Dirks, Beate Fuchs und Yolande Glorius waren es Elisabeth Graff, Gabriele Hermann-Lersch, Ute Reuland, Ursula Schlingmann und Wilma Schneider, die den Verein am 18. Januar 2007 im Jugendhilfeverein in der Kreisstadt ins Leben riefen. Elke Apelt und Eleanor Koch vom Internationalen Frauenzentrum in Bonn leiteten die Versammlung. „Wir haben uns in der Erkenntnis gegründet, dass es im Kreis kein Forum gibt, das ganz speziell die frauenpolitischen Belange in die Politik mit einbringt“, erklärte die Vorsitzende Gabriele Hermann-Lersch bei der Eröffnungsfeier am 8. März 2007.

Vorrangig sei es, „Frauen und Mädchen in ihrem Selbstverständnis und ihrer Rolle in der Gesellschaft zu stärken“, was nicht nur ihnen zugutekomme, sondern auch ihren Familien und damit der gesamten Gesellschaft. „Unser Ansatz ist die Stärkung der Frauen mit dem Ziel, dass sie erst gar nicht in bestimmte Problemfelder hineingeraten“, so die damalige Vorsitzende.

Das Ziel ist dasselbe geblieben bei veränderten Aktivitäten. Ute Reuland, die heute dem 25-köpfigen Verein vorsitzt, erinnert sich an anfänglich mehr lockere Treffen mit Kaffee und Kuchen. „Wir haben aber im Laufe der Jahre festgestellt, dass unsere Angebote mit Vorträgen und Themen wesentlich besser besucht waren.“ Dies gab die Richtung vor und verlangte umso intensivere Vorbereitung. Rückblickend nennt Reuland Beispiele aus drei Themenfeldern. Wichtig zu Beruf, Einkommen, Rente waren 2008 die erste größere Veranstaltung „Leben im Alter – Goldmarie oder Pechmarie“, 2010 Professor Stefan Sells Vortrag „Demografischer Wandel“ und „Prekäre Beschäftigung – Kein Auskommen mit dem Einkommen“ zu Minijobs, Teilzeit-, Leiharbeit und dem Gleichstellungsbericht der Bundesregierung, der damals, 2011, frisch auf dem Tisch lag. Politisch interessierten die Diskussionen vor den Bundestags-, Landtags- oder Kommunalwahlen mit den Direktkandidaten, ebenso ein Vortrag von Frauke Büttner im Juni 2017 über „Frauen in der rechten Szene“.

Mehr Frauen sollen angesprochen werden

Auch die Mitglieder bereichern das Programm. So bilden die Vorträge der Fachanwältin für Familie- und Erbrecht, Gabriele Hermann-Lersch, einen festen Bestandteil. Zu Gesundheit referierten die Mediziner und Therapeuten Eva Bergheim-Geyer, Erika Helene, Ingrid Reuther, Susanna Smolenski, Anne Wolff und Matthias Jung. Wo sieht das Frauenforum im Kreis einen Reformbedarf? Der unterscheide sich nicht vom Bundesgebiet allgemein, „also zum Beispiel Altersarmut durch zu viel Teilzeitarbeit und prekäre Beschäftigung, ungleiche Bezahlung zwischen Männern und Frauen oder Gewalt gegen Frauen“, so Ute Reuland. Kreisspezifisch sei, „dass die Beteiligung von Frauen in den Gemeinderäten oder im Kreistag auf jeden Fall besser werden sollte“.

Seit der Gründung hat das Frauenforum ausdrücklich auch Migrantinnen ansprechen wollen. Neue Fragen stellen sich mit den Flüchtlingsfrauen. Dazu hat das Forum zusammen mit der Gleichstellungsbeauftragten Rita Gilles Angebote durchgeführt. „Wir möchten gern mit unseren Themen und Veranstaltungen auch junge Frauen erreichen, das gelingt leider nur selten“, sagt Reuland. „Wir möchten so weitermachen wie bisher, könnten aber dafür mehr Mitglieder gebrauchen.“

Das Frauenforum Kreis Ahrweiler feiert seinen zehnten Geburtstag mit geladenen Gästen und einer Ausstellung am 1. September im Mehrgenerationenhaus. Wie die 2. Vorsitzende Astrid Schobries-Wilhelm mitteilt, ist die Ausstellung im Anschluss noch einige Tage öffentlich zugänglich.

Infos finden sich unter www.frauenforum-aw.de

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