Bad Neuenahrer Bürgergesellschaften tun sich zusammen: Elf Meter für jeden Ortsteil

Bad Neuenahrer Bürgergesellschaften tun sich zusammen : Elf Meter für jeden Ortsteil

Erstmals hat die Kurstadt Bad Neuenahr einen „Gesamt-Maibaum“ für die drei Ortsteile Hemmessen, Wadenheim und Beul. Der 33 Meter hohe Baum, der mit Glocken aus Tannenzweigen und einem Kranz geschmückt ist, steht auf dem Platz an den Ahr-Thermen.

Aus der Not eine Tugend machten die drei Bad Neuenahrer Bürgergesellschaften aus den Ortsteilen Hemmessen, Wadenheim und Beul. Weil sie sich aus verschiedenen Gründen nicht mehr in der Lage sahen, eigene Ortsteil-Maibäume aufzustellen, taten sie sich zusammen, bildeten eine Maibaumgesellschaft und begrüßen den Wonnemonat nun mit einem gemeinsamen Maibaum. Der wurde schon neun Tage vor Beginn des Maimonats gestellt, und zwar auf dem ursprünglichen Beuler Maibaumplatz an der Mittelstraße.

Am dortigen Festplatz feierten die Mitglieder der drei Bürgergesellschaften mit einigen Gästen bei kühlen Temperaturen bis spät in den Samstagabend hinein. Zunächst aber galt es, kräftig anzupacken. Zwar wurde der Baum von einem Kranunternehmen aufgerichtet, holen mussten fleißige Helfer der drei Gesellschaften das schwere Stück aber unter dem Einsatz von jeder Menge Muskelkraft. Am Morgen machte man sich auf in den Neuenahrer Wald, unweit der Bloserhütte wurden Stamm und Spitze geschlagen. Zurück in Bad Neuenahr wurden die beiden Teile zusammengefügt und herrlich geschmückt.

Um den Schmuck hatte sich die Offene Kinder- und Jugendarbeit (OKUJA) gekümmert, als Nachbar des Baumstandsortes lag das nahe. Die Kinder und Jugendlichen hatten drei Glocken aus Tannenzweigen gebastelt, für jeden Stadtteil eine, die mit bunten Bändern in den entsprechenden Farben der Stadtteile versehen wurden. So konnte der Nachwuchs in seinem Projekt auch etwas über Zusammensetzung und Entstehung von Bad Neuenahr lernen. Aufgehangen wurden die Glocken an einem Maibaumkranz, den Frauen aller drei Bürgergesellschaften gefertigt hatten.

Unter den wachsamen Augen der drei Vorsitzenden, Hans-Werner Helmrich, Frank Jeub und Wilfried Sommer, ging es am Nachmittag im Beisein von Kreisstadt-Bürgermeister Guido Orthen und Bad Neuenahrs Ortsvorsteher Heinz Dieter Brand für den wuchtigen Koloss in die Höhe. Der Baum misst die stolze Länge von 33 Metern, sozusagen elf Meter für jeden Ortsteil. Aber man habe ja schließlich alles zusammen gemacht, betonten die Vertreter der drei Gesellschaften. Und darum wurde bei Gulaschsuppe, Wein und Bier im Anschluss an den Aufbau auch gemeinsam gefeiert.

Der Männer- und Frauenchor Bad Neuenahr erfreute die rund 200 Gäste mit zwei musikalischen Darbietungen, die „Steiner Zwei“ aus dem Westerwald sorgten dann am Abend für Stimmung. Orthen freute sich über das gesetzte Zeichen der drei Gesellschaften und über dieses Zusammenwachsen. Ortsvorsteher Brand überreichte der Maibaumgesellschaft aus den Mitteln des Ortsbeirats eine Anschubfinanzierung in Höhe von 1000 Euro.

Am Beuler Festplatz wird der Neuenahrer Maibaum auch in den kommenden Jahren seinen festen Platz finden. Das ist zumindest bis zur Landesgartenschau 2022 so geplant. Später soll es dann einen zentraleren Ort geben. Im Gespräch ist unter anderem ein Platz unweit der Maria-Hilf-Brücke am östlichen Ende des Kaiserin-Auguste-Viktoria-Parks. Dort treffen die Grenzen der drei Ortsteile Beul, Wadenheim und Hemmessen aufeinander.

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