24-Stunden-Rennen und "Rock am Ring": Das bietet der Nürburgring in der neuen Saison

24-Stunden-Rennen und "Rock am Ring" : Das bietet der Nürburgring in der neuen Saison

Die Motoren dröhnen wieder in der Eifel: Der Nürburgring beginnt mit einem neuen Reigen von Veranstaltungen. Motorsport-, Rock-, Techno- und Radfans sollen auf ihre Kosten kommen. Die Geschäftsführung gibt sich optimistisch - nur nicht beim Thema Formel 1.

Nach umfangreichen Asphaltarbeiten im Winter auf der legendären Nordschleife startet der Nürburgring mit Motorsport und Musikfestivals in die neue Saison. Bereits in der vergangenen Woche hätten die Touristenfahrten für Besucher mit eigenen Autos begonnen, sagte der Chef der Rennstrecke in der Eifel, Mirco Markfort, am Mittwoch. Das erste diesjährige Motorsportereignis, das Rennen der VLN Langstreckenmeisterschaft, beginnt am 23. März.

Mirco Markfort blickt zufrieden drein: „Wir schreiben tiefschwarze Zahlen.“ Der Geschäftsführer der Nürburgring GmbH spricht von einem äußerst erfolgreichen Jahr 2018 und einem vielversprechenden Ausblick auf die neue Saison, die in wenigen Tagen offiziell beginnt.

Die Streckenauslastung habe in 2018 bei einhundert Prozent gelegen, der Nürburgring habe auch im 92. Jahr seines Bestehen nicht an Strahlkraft verloren. 400 Veranstaltungen habe es im vergangenen Jahr gegeben. Markfort: „Wir stehen wirklich sehr gut da.“ Und: „Ich freue mich, dass es nun endlich wieder los geht.“

Den Besuchern bietet sich auch in diesem Jahr wieder ein abwechslungsreicher Mix. Natürlich brummen dabei die Motoren auf der Grand-Prix-Strecke und der legendären Nordschleife. Rennserien wie die DTM, VLN Langstreckenmeisterschaft, das ADAC GT Masters oder der Truck-Grand-Prix gehören längst fest zum Inventar – und das 24-Stunden-Rennen ist seit jeher das größte Motorsport-Spektakel in der Eifel.

Motoren und Musik in der Grünen Hölle

Zum ersten Mal seit elf Jahren kehren die Ferrari Racing Days zurück. Beim Fisherman‘s Friend Strongman-Run geben hingegen ausnahmsweise mal die Läufer Gummi, und bei Rad am Ring treten die Sportler mächtig in die Pedale, um die Grüne Hölle zu bezwingen. Darüber hinaus können auch die Festival-Fans am Nürburgring wieder ihre Zelte aufbauen. Bei Rock am Ring und beim New Horizons Festival werden Musikfreunde aus unterschiedlichen Genres auf ihre Kosten kommen.

Am 23. März schalten die Ampeln in der Eifel beim ersten Rennen des Jahres auf Grün. Die rund 160 Rennfahrzeuge der VLN-Langstreckenmeisterschaft nehmen den Asphalt zum ersten Mal in 2019 unter die Räder und markieren den Startschuss für die Veranstaltungssaison in der „Grünen Hölle“.

Absolutes Motorsport-Highlight verspricht wieder das 24-Stunden-Rennen vom 20. bis 23. Juni zu werden. Das größte Autorennen der Welt elektrisiert traditionell die Massen an der Strecke: 210 000 Zuschauer zog es im vergangenen Jahr auf die Tribünen und auf die Zeltplätze an der Nordschleife.

Das erste Juliwochenende (5. bis 7. Juli) wird dominiert von der Marke mit der berühmten roten Farbe. Als „Liga der Supersportwagen“ bietet das ADAC GT-Masters vom 16. bis 18. August ebenfalls Klasse und Spannung. Auch abseits der Rennstrecke gibt es Interessantes: Beispielsweise wenn am 30. August/1. September im Ring-Boulevard sowie im Ringwerk die Fans des virtuellen Motorsports die „Sim-Racing-Expo“ besuchen. Auf 8000 Quadratmetern gibt es die neuesten Trends rund um Renn-Simulationen, Gaming und Hardware, RC-Cars und Slotcar-Bahnen. Auf dem echten Asphalt können die Fans vom 13. bis 15. September einen weiteren Höhepunkt erleben, wenn die Boliden der DTM auf der 3,629 Kilometer langen Variante der Grand-Prix-Strecke antreten.

Auf eine Zeitreise durch die Geschichte des Motorsports kann man sich beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix (9. bis 11. August) begeben. Bereits bei den „Nürburgring Classic“ (24. bis 26. Mai) können Fans historische Fahrzeuge auf dem Grand-Prix-Kurs und der Nordschleife Oldies auf vier Rädern erleben.

Motorräder stehen im Rahmen des ökumenischen Gottesdienstes „Anlassen“ (7. April) auf dem Programm. Die Saisoneröffnung für Motorradfahrer feiert sein 20-jähriges Jubiläum. Über 10 000 Biker treffen sich im Fahrerlager und holen sich den Segen ab. Ein Highlight ist der gemeinsame Korso aller Teilnehmer über die Nordschleife.

Rock am Ring mit den Ärzten

Motor aus. Musik an: So lautet das Motto, wenn bei Rock am Ring (7. bis 9. Juni) die Bands auf den Bühnen alles geben. Zu den Headlinern zählen in diesem Jahr Marteria & Casper und Die Ärzte. Nach einer sechsjährigen Pause sind sie exklusiv zurück in der Eifel. Markfort: „Das gibt wieder ein volles Haus.“

Beats und wummernde Bässe erklingen vom 22. bis 24. August beim New Horizons Festival. Die weltbesten DJs legen in vielseitigen Themenwelten unterschiedliche elektronische Musik auf. Licht- und Lasershows sowie atemberaubende Pyrotechnik werden dabei geboten.

Eine Symbiose gehen melodische Töne und Motorgeräusche beim Truck-Grand-Prix (19. bis 21. Juli) ein. Fünf Tonnen Eisen und Stahl und rund 1200 PS lassen die Rennstrecke beben. Wenn im Fahrerlager die Servicezelte für die Nacht zugezogen werden, geht es in der Müllenbachschleife erst richtig los: Am Freitag ein wenig rockiger und jünger, am Samstag mit dem legendären Countryabend mit großem Feuerwerk.

Dass man den Nürburgring auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad bewältigen kann, das stellen die Sportler beim Fisherman‘s Friend Strongman-Run sowie bei Rad am Ring eindrucksvoll unter Beweis. Am 4. Mai geht es beim berühmten Hindernislauf darum, Berge aus Strohballen, Schlammgruben und eiskalte Wasserbecken zu überwinden.

Die Fahrradfahrer stellen sich vom 26. bis 28. Juli dem anspruchsvollen Streckenverlauf. Höhepunkt der Veranstaltung ist das 24-Stunden-Radrennen über die Kombination aus Grand-Prix-Strecke und Nordschleife.

Formel 1 kehrt vorerst nicht zurück

Weniger optimistisch äußerte sich Markfort zur abgewanderten Formel 1 - sie werde vorerst nicht an den Nürburgring zurückkehren. Es gebe derzeit „kein tragfähiges Modell“ mit dem Veranstalter und Formel-1-Besitzer Liberty Media für die Eifel. „Wir werden die Rahmenbedingungen beobachten“, ergänzte der Nürburgring-Geschäftsführer. In den kommenden Jahren könne er sich neue Gespräche mit Liberty Media vorstellen.

Die Eifel-Rennstrecke war 1927 eröffnet worden. Die Privatfinanzierung eines zu großen Freizeitparks am damals noch staatlichen Nürburgring platzte 2009 spektakulär. Später kaufte ein Autozulieferer den Ring, dann stieg ein russischer Investor ein.

Den gesamten Kalender des Nürburgrings gibt es unter www.nuerburgring.de/events

(Mit Material dpa)

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