260 Jahre zusammen: Chöre feiern gemeinsames Bestehen in Bad Bodendorf

260 Jahre zusammen : Chöre feiern gemeinsames Bestehen in Bad Bodendorf

Viele Männerchöre stehen vor dem Aus. Der Verein Eintracht Bad Bodendorf hat sich 1859 mit dem MGV Cäcilia Sinzig zusammengetan. Die Chöre feiern im September 260 Jahre Gemeinschaft.

Vor 100 Jahren schlug die Geburtsstunde des MGV Eintracht in Bodendorf. Unter dem Vorsitzenden Hilarius Wierz und dem Dirigenten Hermann Rott, ab 1922 Matthias Kramprich, probte man zu Zitherklängen im Vereinslokal Bauer. Direkt nach der Gründung bildete sich der Vergnügungs- und Theaterausschuss. Er organisierte gesangumrahmte Theateraufführungen zu Ostern und Weihnachten. 1924 wurde Schneidermeister Josef Henneke Vorsitzender, ab 1925 schwang Lehrer Johannes Mies vor 35 aktiven Sängern den Taktstock. Auch das bis heute beibehaltene Maiansingen erfreute bereits auf dem Schulhof neben der Kirche viele Zuhörer. 1937 übernahm Rudolf Franzen das Dirigat. Schon 1938 endeten die Proben, denn viele Sänger wurden zur Wehrmacht einberufen.

Gottfried Büchel belebte das Vereinsgeschehen. 1953 scharte er rasch 40 Sänger um sich, darunter den bis heute aktiven Bariton des Chors, Dieter Ameln. Als der neue Dirigent Peter Seul plötzlich starb, leitete Peter Bares den Chor, wegen Unstimmigkeiten indes nur kurze Zeit. Ab 1962 führte Dirigent Gerd Arenz den Chor zur Blüte: Chor- und Solistenkonzerte mit Tenor Norbert Manthey blieben in bester Erinnerung. Zum 50-Jahr-Jubiläum, Hubert Manhillen hatte den Vorsitz von Peter Beitzel übernommen, gab es 1969 ein großes Freundschaftssingen im Gasthaus Cholin und im Winzerverein. Das Burgfest stieg erstmals 1980, unterstützt durch die „MGVler“ Solist Reinhold Seifer und „Burgfestkoch“ Peter Mosell.

Ab 1986 dirigierte sechs Jahre lang Wolfgang Neubauer, Pädagogikprofessor in Bonn, unter dem Vorsitz von Leo Becker. Von 1992 bis 2010 stand Norbert Rauen, heute Ehrenvorsitzender, dem MGV vor, bis Karl Hanenberg ihn ablöste. Die musikalische Leitung oblag von 1992 bis 1995 Kantor Gerd Pitzen aus Sinzig, sodann Heinz-Peter Schmickler, der sie in 2000 nach dem vielbeachteten Konzert „Europa im Lied“ an Ilona Baum aus Sinzig weiterreichte. Der dynamischen Chorleiterin folgten die wesentlich älteren Sänger bedingungslos. Mit Schwung studierte sie das Konzert „Ein Lied geht um die Welt“ ein. Den Melodienstrauß aus Oper, Film und Musical im Saal Cholin unterstützten „Evergreens Live“, Solist Dieter Ameln und Thomas Portugall am Klavier, zudem Vertretungsdirigent für Baum.

Seit 2005 dirigierte Bardo Becker den MGV Eintracht. Mehrfach im Jahr trat der auf, um das kulturelle Leben in Bad Bodendorf zu bereichern, so zur Eröffnung des Weinfests oder Dorffests, Maiansingen, „Lieder und Wein“ oder zur musikalischen Adventsfeier. Daneben zeigte sich der Verein zum 90-jährigen Bestehen mit einem großen geistlichen Konzert in Sankt Sebastianus von seiner besten Seite. Krankheits- und Todesfälle ließen jedoch die Sängerzahl zurückgehen, auch beim MGV Cäcilia Sinzig 1959. Daher entschieden die Chöre 2016, fortan zusammenzuarbeiten. Einer der ersten gemeinsamen Auftritte gab es 2017 zur Sinziger 750-Jahr-Feier. Viele weitere in und um Sinzig folgten, so die Cäcilienmesse in Sankt Peter, Singen zum Volkstrauertag am Ehrenfriedhof, Kreis-Chorkonzert im Ahrweiler Bürgerzentrum oder das Muttertagskonzert an der neuen Sinziger Cäciliahütte.

Das offene Liedersingen lebte an der Cäciliahütte wieder auf. Die aktive Chorgemeinschaft, die allein 2018 ihre Stimmen 17 Mal klingen ließ, stimmt die beiden Vorsitzenden Michael Griehl (Cäcilia Sinzig) und Karl Hanenberg (Eintracht Bad Bodendorf) zuversichtlich. Mit 27 aktiven Sängern der vereinten Chöre, neben mehr als 100 fördernden Mitgliedern, hält Bardo Becker seitdem den guten Ton hoch.

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