CDU-Kreisparteitag in Dernau: Umwelt und Jugendliche im Fokus

Kreisparteitag in Dernau : CDU im Kreis Ahrweiler setzt auf Umwelt und Jugendliche

Auf ihrem Kreisparteitag in Dernau hat sich die CDU im Kreis Ahrweiler kämpferisch gezeigt. Bei den Kommunalwahlen im Mai hatte sie noch schmerzhafte Verluste eingefahren. Nun setzt sie auf die Themen Jugend und Umwelt.

Kämpferisch und zuversichtlich zugleich zeigte sich der CDU-Kreisvorsitzende Horst Gies beim Kreisparteitag am Ende eines für die Partei schwierigen Jahres. Besonders die Kommunalwahlen am 26. Mai fielen nicht nach dem Geschmack der Christdemokraten aus, denn sie verloren nicht nur zehn Prozentpunkte und damit vier Sitze im Kreistag, sondern auch noch die Bürgermeisterwahlen in der Stadt Remagen und der Verbandsgemeinde Altenahr, die vorher jahrzehntelang so etwas wie christdemokratische Erbhöfe waren.

„Das ist zwar bedauerlich, aber dennoch muss man sagen: Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, sagte Gies. Denn in anderen Regionen sei die CDU noch viel stärker abgestraft worden. „Jetzt gilt es, nach vorne zu blicken und auf dem guten Weg, den wir mittlerweile eingeschlagen haben, mutig weiterzugehen“, so der Vorsitzende.

Ohnehin sei der Bürger der oberste Souverän, der mit seiner Stimme entscheide, wer welche Position übernehmen dürfe – und das auch nur auf Zeit. Es gelte insbesondere, die junge Generation besser anzusprechen. Dafür müsse sich die Partei insbesondere in den sozialen Medien wesentlich besser aufstellen als bisher. Dabei dürfe man zwar auch die ältere Generation nicht aus den Augen verlieren, dennoch plädierte er dafür, im Hinblick auf die kommenden Wahlen mehr junge Kandidaten zu gewinnen.

Im kommenden Jahr werde die Kreis-CDU übrigens für jedes der mehr als 1700 Mitglieder einen Baum pflanzen, kündigte Gies an. Wobei Kreisschatzmeister Klaus Schneider ein wenig Wasser in den Wein goss, denn die Mitgliederzahl sei von 2029 im Jahr 2013 auf aktuell 1737 gesunken. .

„Zusammenarbeiten, um zu gewinnen – das muss die Überschrift sein“, forderte Landrat Jürgen Pföhler (CDU) in seinem Grußwort. Deshalb müsse die Kreis-CDU Offenheit für neue politische Initiativen besitzen, die die Menschen im Kreis bewegten. Mit dem Ergebnis der Kommunalwahl könne man jedenfalls nicht zufrieden sein. „Vor allen Dingen, weil dieses Ergebnis überhaupt nicht die erfolgreiche Arbeit widerspiegelt, die Kreis-CDU und Kreistagsfraktion in der vergangenen Wahlperiode geleistet haben.“

Dies gelte auch und gerade beim Thema Klimaschutz, das hier nicht erst seit der Kommunalwahl großgeschrieben werde. So besitze der Kreis seit dem vergangenen Jahr ein hervorragendes ÖPNV-Konzept, das mit deutlich häufiger verkehrenden Bussen einen Anreiz gebe, das Auto auch mal stehen zu lassen.

Die neueste Naturschutzoffensive „Artenreiche Wiese – Lebensraum für Biene, Schmetterling und Co.“ habe ebenfalls den Puls der Zeit getroffen, so Pföhler.

Mit dem Projekt wolle der Kreis mehr biologische Vielfalt in der Landschaft ermöglichen und die regionstypischen Grünflächen ausweiten. „Jede blühende Wiese, auf der viele Insekten und Pflanzen heimisch sind, ist ein Gewinn für uns alle“, war Pföhler überzeugt. Die Erfolge des Projektes seien schon jetzt beachtlich, denn mittlerweile seien 138 000 Quadratmeter mit insektenfreundlichem Saatgut eingesät worden, eine Fläche von umgerechnet 20 Fußballfeldern. „Diese Bilanz im ersten Jahr hat alle Erwartungen übertroffen“, sagte Pföhler

Auch nach der ernüchternden Wahl sei die CDU nicht in Schockstarre verfallen, sondern habe gemeinsam mit der FWG und der FDP eine „bürgerliche“ Koalition geschlossen und dabei vereinbart, die wichtigen Zukunftsthemen im Kreis gemeinsam voranzutreiben. Der erste bedeutende Sachpunkt sei die gemeinsame Klimaschutz­initiative, der sich auch die anderen Fraktionen – bis auf die AfD – angeschlossen hätten.

„In der Summe geht der Kreis Ahrweiler wieder als Vorreiter in unserem Bundesland voran, um das, was machbar ist, als Vorbild auch umzusetzen“, machte der Landrat klar. Entscheidend wäre aber, jetzt auch Maßnahmen zu finden, die diese Ziele erreichbar machten.

So soll im Haushalt 2020 das Thema Fahrradverkehr einen besonderen Schwerpunkt bilden, die konzeptionellen und finanziellen Weichen für ein kreisweites Radwegekonzept sollen gestellt werden. Damit wolle man die Nahmobilität verbessern, den Klimaschutz weiter fördern und darüber hinaus die touristische Attraktivität des Kreises steigern.

Dabei soll auch die anstehende Landesgartenschau mit eingebunden werden, so der Landrat: „Ziel ist es, mehr Menschen zur Nutzung des Fahrrades für ihre alltäglichen Fahrten zur Arbeit und Schule, zum Einkauf sowie in der Freizeit zu motivieren.“

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