Entwicklung der Innenstadt: Bürger arbeiten an Sinzigs Zukunft

Entwicklung der Innenstadt : Bürger arbeiten an Sinzigs Zukunft

Die künftige Nutzung von Rick-Gelände, Krupp-Areal, Jahnwiese und weiteren Flächen bewegt die Sinziger. Interessierte Bürger trafen sich jetzt zur Planungswerkstatt.

Das „Integrierte Innenstadtentwicklungskonzept für die Stadt Sinzig“ (ISEK) soll eine positive Entwicklung der Stadt anstoßen und dabei helfen, vorhandene strukturelle Probleme zu beseitigen. Das Konzept bildet zugleich die Grundlage für städtebauliche Fördermittel von Land und Bund, um die gemeinsam mit der Bevölkerung erarbeiteten Maßnahmen zukünftig umsetzen zu können. Dafür stehen schon jetzt 540 000 Euro bereit. Unabdingbare Voraussetzung dafür ist allerdings die intensive Beteiligung der Bürger, die sich bereits bei der Auftaktveranstaltung am 10. September Gedanken gemacht hatten über mögliche künftige Nutzungsstrukturen der prägnanten Flächen in der Innenstadt. Die Ergebnisse wurden jetzt in der Planungswerkstatt „Räume und Plätze“ von etwa 60 interessierten Bürgern weitergedacht.

Gewünscht worden war bei der Auftaktveranstaltung vor allem eine stärkere Einbindung der Ahr in das Leben der Stadt, möglichst unter Einbeziehung des Rick-Geländes. Dort konnte man sich Wohnungen und gastronomische Angebote als künftige Nutzung vorstellen. Für das Krupp-Gelände kristallisierte sich der Bedarf für ein Veranstaltungs- und Bildungszentrum heraus, das durch weitere Angebote wie eine Stadtbibliothek, Touristinfo und Einzelhandel ergänzt werden könnte. Zudem wurde der Wunsch nach weiteren Freizeitangeboten geäußert, etwa in Form eines Mehrgenerationenplatzes, und auch für Kinder und Jugendliche.

Aus all diesen Ideen hatten die beauftragten Büros CIMA (Köln) und Post, Welters und Partner (Dortmund) erste Konzeptansätze entwickelt, die Stadtplaner Joachim Sterl in Kurzform vorstellte.

Kombination aus Hotel und Wohnungen soll Innenstadt beleben

Dabei standen vor allem das Rick-Gelände, das Krupp-Gelände sowie die Jahnwiese als bedeutende Entwicklungsflächen im Vordergrund. Für alle drei Potenzialflächen hatten die Planer jeweils vier unterschiedliche Nutzungsvarianten erarbeitet. Wobei Sterl darauf hinwies, dass lediglich die Jahnwiese im Besitz der Stadt sei und die beiden anderen Objekte Privateigentümern gehörten. Hier könne man nur möglichen Investoren Ideen und Pläne an die Hand geben für eigene Projekte, sagte Wirtschaftsförderin Maike Gausmann-Vollrath.

In drei Arbeitsgruppen beschäftigten sich die Bürger mit den vorgeschlagenen Nutzungsvarianten. Zum Krupp-Gelände gelangte man dabei zur Ansicht, auf jeden Fall die stadtbildprägenden Gebäude erhalten zu wollen und ansonsten die Fläche einer urbanen Nutzung zuzuführen, etwa in Form eines Kulturzentrums samt Museum und Tourist-Info. Das Rick-Gelände soll nach Ansicht der Werkstatt-Teilnehmer mit einer Kombination aus Hotel und Wohnungen für mehr Belebung der Innenstadt sorgen. Die Jahnwiese hingegen möchten die Bürger höchstens teilweise bebauen und den Großteil wie bisher als Naherholungsfläche belassen. Allerdings wurde auch darauf hingewiesen, dass man dort auch Stellplätze für das nahe gelegene Schulzentrum benötige.

Bahnhofsvorplatz könne bessere Beleuchtung vertragen

Wichtig sei aber vor allem die Schaffung eine grüne Achse von der Innenstadt bis zur Ahr hinab an den drei Potenzialflächen entlang. Dann könne es vielleicht auch gelingen, die Radfahrer vom Ahrufer-Radweg in der Sinziger Innenstadt zu locken und so den Tourismus zu stärken. Entlang der Ahr sollen ohnehin Sport, Natur und Umwelt mehr zu ihrem Recht kommen, so der Wunsch der Bürger.

Für den Marktplatz wünschen sie sich eine bessere Aufenthaltsqualität und weniger Verkehr. Für den Kirchplatz kann man sich eine deutlich stärkere Nutzung als bisher vorstellen, wofür unter anderem transportables Mobiliar für diverse Veranstaltungen eine entscheidende Hilfe sein könne. Auf beiden Plätzen fanden die vorhandenen Brunnen positiven Anklang, weil dort auch die Kinder spielen könnten – was aber angesichts der jetzigen Verkehrssituation nicht immer ganz ungefährlich sei. Der Bahnhofsvorplatz könne eine bessere Beleuchtung vertragen und müsse ohnehin zu einem einladenden Entrée in die Innenstadt umgestaltet werden.

Eine weitere Planungswerkstatt gibt es am 12. November, bei der es um die „Themen“ geht, mit denen die Stadt Sinzig künftig Besucher anlocken soll.

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