Kommmentar zur Bad Breisiger Bürgermeisterwahl: Bad Breisiger Fatalismus

Kommmentar zur Bad Breisiger Bürgermeisterwahl : Bad Breisiger Fatalismus

Die politischen Gruppierungen in Bad Breisig haben allesamt auf die Nominierung eines Bewerbers für das Amt des Stadtbürgermeisters verzichtet. Ein Armutszeugnis.

Wer in diesen Wochen durch Bad Breisig schlendert, der bekommt die altehrwürdige Pfarrkirche oder auch die schöne Rheinpromenade zu sehen. Einen zumindest kleinen optischen Hinweis darauf, dass dort in zehn Tagen eine wichtige Bürgermeisterwahl stattfindet, wird man hingegen nicht finden. Kein Wahlplakat, keine Einladung zu einer öffentlichen Veranstaltung. Es ist Wahl – und keiner weiß es. Und noch schlimmer: Kaum einer geht vermutlich hin.

Einen Kandidaten gibt es mit der Restaurantfachkraft Udo Heuser. Man darf zu Recht von einer Notlösung sprechen, denn die politischen Gruppierungen in Bad Breisig haben allesamt auf die Nominierung eines Amtsbewerbers verzichtet. Was ein grandioses Armutszeugnis ist. Man kann getrost auch von Fatalismus sprechen. Schließlich sind es die Parteien, die in entscheidendem Maße an der politischen Willensbildung und Gestaltung mitwirken.

Ihre unverständliche Verweigerungshaltung sorgt nun für die eher kuriose Situation, dass – bei aller Wertschätzung und Hochachtung für gezeigten Mut – ein von kommunalpolitischer Arbeit bislang völlig unbeleckter Restaurantfachmann die gewaltigen Probleme der Stadt an vorderster Front lösen soll. Wohin, wenn nicht in ein Debakel, soll das führen?

Dass die CDU sich defensiv bei dieser Wiederholungswahl verhält, nachdem ihre Kandidatin als Amtsinhaberin bei der ersten Bürgermeisterwahl im Mai als einzige Bewerberin mit eine großen Wahlschlappe gescheitert war, mag man vielleicht noch mit leichtem Verständnis zur Kenntnis nehmen. Dass aber diejenigen, die der bisherigen Amtsinhaberin stets nur mit Missmut und nicht immer hilfreicher Kritik entgegen traten, nicht den Hauch von Verantwortung zeigen, darf durchaus Empörung hervorrufen.

Sich nicht der Wahl zu stellen und die politische Arbeit stattdessen auf ein destruktives Dauergemoser zu reduzieren, ist schon fatal – und traurig.

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