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Bad Breisig: Thermalbad wird saniert - Sinzig stellt 2,1 Millionen Euro zur Verfügung

Sinzig stellt 2,1 Millionen Euro zur Verfügung : Bad Bodendorfer Thermalbad wird saniert

Die Stadt Sinzig wird ihr Thermalbad in Bad Bodendorf für 2,1 Millionen Euro sanieren. Dies beschloss am Montagbend der Haupt- und Finanzausschuss. Voraussichtlich im September dieses Jahres soll mit den umfangreichen Arbeiten begonnen werden. Die Fertigstellung ist bereits für das Frühjahr 2021 vorgesehen.

Bereits in den vergangenen Tagen waren fraktionsübergreifend hinter den Kulissen die Weichen gestellt worden: Die Stadt Sinzig wird ihr Thermalbad in Bad Bodendorf für 2,1 Millionen Euro sanieren. Dies beschloss der Haupt- und Finanzausschuss unter dem Applaus zahlreich erschienener Bürger in großer Eintracht. Voraussichtlich im September dieses Jahres soll mit den umfangreichen Arbeiten begonnen werden. Die Fertigstellung ist bereits für das Frühjahr 2021 vorgesehen.

Erleichterung spiegelte sich in den Gesichtern der Freibadfreunde, die in großer Zahl in den Ratssaal gekommen waren. Fördervereinsvorsitzender Hans Diedenhofen unkte noch vor der Sitzung: „Ich hoffe, dass es nicht noch zu einer Vertagung des wichtigen Themas kommt.“ Hintergrund seiner Befürchtung waren die hohen Kosten, die mit der Badsanierung einhergehen sollen. Schließlich hatte man in der Kommunalpolitik ursprünglich mit einem Finanzaufwand von 1,4 Millionen Euro gerechnet, nicht jedoch mit 2,1 Millionen.

Die hohe Investition löste dann auch zusätzlichen Beratungsbedarf aus, der allerdings vorwiegend hinter den Kulissen stattfand. Kein Wunder: In Sinzig stehen mit dem Bau der Feuerwache, der Schaffung neuer Kindergartenplätze, der möglichen Umgestaltung der Ahrmündung oder auch der Neugestaltung des Bahnhofumfeldes gewaltige Summen an, die im Haushalt dargestellt werden müssen.

Nicht nur die gesamte Technik des in den 30er Jahren erbauten Nostalgiebades in Bad Bodendorf wird erneuert. Vielmehr werden das mit warmem Thermalwasser gefüllte Becken sowie die beiden kleinen Kinderbecken Stahlwannen erhalten.

Im städtischen Haushalt waren zunächst auf die beiden nächsten Etatjahre verteilt je 700 000 Euro veranschlagt. Sinzigs Bürgermeister Andreas Geron teilte mit, dass die Kostenexplosion nicht die Aufstellung eines Nachtragshaushaltes erfordere. Vielmehr lasse der vor rund vier Wochen beschlossene Etat die Übernahme der Sanierungskosten zu, indem der finanzielle Mehraufwand über „überplanmäßige Verpflichtungsermächtigungen“ abgedeckt werde.

Dies sei in Abstimmung mit der Kommunalaufsicht möglich, da es sich bei der Badsanierung um ein „dringendes Bedürfnis“ handele. Zudem werde die Gesamtsumme in Höhe von 9,7 Millionen Euro der bereits erteilten Verpflichtungsermächtigungen nicht verändert, da zunächst lediglich ein kleinerer Betrag kassenwirksam werde. Allerdings wird der Stadtrat im Haushalt für das Jahr 2021 finanziell entsprechend nachbessern müssen.

„Wenn wir nicht sanieren, droht uns vom Kreisgesundheitsamt die Rote Karte“, stellte Geron klar. Wiederholt hatte die Kreisverwaltung darauf hingewiesen, dass der technische Zustand des Bades nicht den Anforderungen genüge und eine Schließung nicht ausgeschlossen werden könne. Der Sanierungsbeschluss im Sinziger Rathaus wurde einstimmig gefasst. Das – wie Bürgermeister Geron formulierte – „touristische Highlight“ der Stadt bleibt Sinzig also erhalten.

Zuschüsse vom Land gibt es für das Vorhaben übrigens nicht. Finanzhilfen gibt es lediglich für den Sportstättenbau – Thermalbäder sind ausdrücklich hiervon ausgenommen. Die Kommunalpolitiker im Sinziger Rathaus nahmen dies kopfschüttelnd zur Kenntnis. Auf Nachfrage von CDU-Ratsmitglied Franz-Hermann Deres erklärte Geron zur Überraschung des CDU-Mandatsträgers, dass sich der Stadtrat mit der Angelegenheit nicht mehr befassen müsse, da der Hauptausschuss bevollmächtigt sei, der Gesellschafterversammlung des offiziellen Badbetreibers, der Bad Bodendorf Kurbad GmbH, deren einziger Gesellschafter die Stadt ist, grünes Licht für die Durchführung der Maßnahme zu erteilen.