Niedrige Wahlbeteiligung: Bad Breisig hat einen neuen Bürgermeister

Niedrige Wahlbeteiligung : Bad Breisig hat einen neuen Bürgermeister

Der einzige Kandidat bekommt in Bad Breisig 56,5 Prozent Ja-Stimmen. Mehr als 70 Prozent der Bad Breisiger gehen nicht zur Wahlurne. In Gönnersdorf scheitert Bewerberin Elise Schmidt-Steinwender.

„Ich bin sehr gespannt“, meinte der Kandidat nach Schließung der Wahllokale in Bad Breisig. Eine Stunde später konnte er dann sehr entspannt sein: Karl Udo Heuser ist neuer Bürgermeister der Stadt Bad Breisig.

56,5 Prozent der Wähler stimmten für den 58-jährigen Restaurantfachmann, 43,5 Prozent sprachen sich gegen ihn aus. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. Geradezu verheerend war die Wahlbeteiligung: Sie lag bei nur 29,4 Prozent. Bedeutet: Mehr als 70 Prozent der wahlberechtigten Bad Breisiger haben auf ihre Stimmabgabe verzichtet.

In Gönnersdorf – wo ebenfalls eine Wiederholungswahl erforderlich war – wurde kein neuer Bürgermeister gewählt. Die 78-jährige Rentnerin Elise Schmidt-Steinwender war dort angetreten. Rund 70 Prozent der Gönnersdorfer sprachen sich gegen sie aus. Die Wahlbeteiligung in dem Ort im Vinxtbachtal lag bei 56 Prozent. Dort muss nun der Rat in seiner Sitzung am 9. September einen Bürgermeister ermitteln. Die Bürger werden nach zwei gescheiterten Versuchen nicht erneut wählen dürfen.

1200 Ja-Stimmen, 925 Nein-Stimmen

In Bad Breisig sah es kurz nach 18 Uhr ebenfalls so aus, als ob der einzige Kandidat keine Mehrheit bekommen würde. Erste Auszählungen ergaben mehr Nein- denn Ja-Stimmen. Gegen 18.30 Uhr wendete sich das Blatt zugunsten von Karl Udo Heuser, der in Jeans und flottem kariertem Hemd ins Rathaus gekommen war, um die Auszählungsergebnisse auf einem im Ratssaal aufgebauten Monitor zu verfolgen. Um 19 Uhr stand das Ergebnis schließlich fest: 1200 Bad Breisiger Wähler hatten für den im Restaurant „Zum Anker“ beschäftigten Restaurantfachmann gestimmt, 925 votierten gegen den Oberbreisiger.

Erster Gratulant war Verbandsbürgermeister Bernd Weidenbach (CDU), gefolgt vom CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Norbert Heidgen und dem Bad Breisiger SPD-Chef Sebastian Goerke. Strahlend nahm Heuser die Gratulationen entgegen. So ganz hatte er nicht mit seinem dann doch deutlichen Wahlsieg gerechnet. „Mir war klar, dass es eng werden könnte“, sagte er nach seiner Wahl zum General-Anzeiger. Er werde sich nun mit dem Verbandsbürgermeister zusammensetzen, um sich die Abläufe einer Stadtratssitzung erklären zu lassen. Die wird Heuser nämlich nun nach seiner Vereidigung erstmals am 5. September zu leiten haben.

Treffen mit Vereinsvertretern

Auch wolle er sich in Kürze mit Vertretern der Bad Breisiger Vereine treffen, um den Zusammenhalt der ehrenamtlichen Kräfte in der Stadt zu stärken. Um den Lärm auf der Bundesstraße 9 wolle er sich kümmern und natürlich auch um die Römer-Thermen. Er habe gehört, dass dort das Dach kaputt sei. Nicht nur das: Auch steht ein Sanierungsbedarf alleine im energetischen Bereich von mehr als drei Millionen Euro an. Geld, das die Stadt nicht hat. Seit Jahren wartet man auf einen zugesagten Landeszuschuss.

Die Wiederholung der Bürgermeisterwahl in Bad Breisig war notwendig geworden, nachdem Amtsinhaberin Gabriele Hermann-Lersch am 26. Mai keine Mehrheit erringen konnte. Ins Rathaus waren am Sonntagabend lediglich eine Handvoll Bad Breisiger gekommen, um sich über das Wahlergebnis zu informieren. Ein Nicht-Interesse, das auch die Wahlbeteiligung spiegelt.

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