Hohes Defizit: Ahr-Thermen Bad Neuenahr mit Rekord-Verlust

Hohes Defizit : Ahr-Thermen Bad Neuenahr mit Rekord-Verlust

Die Ahr-Thermen haben ein Defizit von rund 630.000 Euro eingefahren. Nun muss die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler als Gesellschafterin finanziell nachbessern und das Stammkapital aufstocken.

Erst vor wenigen Tagen hatte der Bund der Steuerzahler erneut moniert, dass die Ahr-Thermen in Bad Neuenahr mit ihren jährlichen Defiziten nach wie vor eines hohen Zuschusses aus Steuermitteln bedürfen. Die Mainzer Finanzwächter hatten nicht nur die hohen Fehlbeträge aus dem laufenden Geschäft beanstandet, sondern vielmehr den 2014 vollzogenen Kauf der Thermen schlechthin. Am Montagabend legte die Stadtverwaltung nun den Jahresabschluss 2017 vor. Danach haben die Thermen ein Defizit von rund 630 000 Euro eingefahren.

Mehr als in den Jahren zuvor. 2014 lag die Unterdeckung bei 490 000 Euro, in 2015 bei 535 000 und in 2016 bei 590 000 Euro. Nun beträgt das Defizit gar 630 000 Euro. 161 996 Besucher zahlten an den 358 Öffnungstagen Eintritt. „Das sind im Durchschnitt 453 Besucher pro Tag“, berichtet Thermen-Geschäftsführer Maternus Fiedler. 2017 sei die Gästezahl mithin um rund 3000 gegenüber 2016 und rund 5200 gegenüber 2015 angestiegen, so heißt es im Geschäftsbericht. Der Pro-Kopf-Umsatz habe bei 16,45 Euro gelegen.

Die Bilanzsumme belief sich zum Bilanzstichtag auf 747 335 Euro. An der Bilanzsumme hat das Anlagevermögen einen Anteil von 8,5 Prozent. Sehr gering ist die Eigenkapitalquote: Sie beträgt gerade mal 0,3 Prozent. 79,1 Prozent der Bilanzsumme entfallen auf kurzfristige Verbindlichkeiten. Das Stammkapital ist unter Berücksichtigung der bisherigen Kapitalzuführung durch den Gesellschafter von 1,44 Millionen Euro, des Verlustvortrages von 1,6 Millionen und des genannten Fehlbetrages zu mehr als der Hälfte verbraucht, obwohl es in Vorjahren zu Aufstockungen gekommen war. Heißt: Die Stadt als Gesellschafter wird wieder nachlegen müssen. Fazit der Thermen-Betreiber: „In jedem Fall wird die Gesellschaft auch weiterhin auf die Unterstützung der Gesellschafterin angewiesen sein.“

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