Konzert in Bad Neuenahr: Mehr als eine Arbeitsgemeinschaft

Konzert in Bad Neuenahr : Mehr als eine Arbeitsgemeinschaft

Die Big Band des Calvarienbergs überzeugt beim Benefiz-Event mit Jazz ebenso wie mit Rock-Stücken.

Mittanzen wäre eine Option gewesen. Aber die fast 400 Zuhörer beim Benefizkonzert der Big Band des Gymnasiums Calvarienberg in der Konzerthalle im Kurpark von Bad Neuenahr-Ahrweiler entschieden sich zu Bill Haleys „Rock around the Clock“ fürs Mitklatschen. Lange gebeten werden brauchten sie nicht und der antreibende „Auftritt“ der Trompeten tat sein Übriges.

Schnell hatte das Publikum auch nach der Konzertpause die Beats von „We will rock you“ und anderen Queen-Songs wieder aufgenommen, und schon war es erneut gefangen von einem Spiel der 18 Musiker auf der Bühne. Diese präsentierten sich dynamisch und rhythmisch bestens getaktet und technisch nicht nur für eine Schulband, die bloß als Arbeitsgemeinschaft probt, mehr als hörenswert.

Mit Jazz, Rock, Pop und Fusion-Stücken war das Programm in der Konzertreihe „Konzerte im Park“ eine Art „Best of“ vergangener Konzerte, wobei die Big Band diesmal erstmals ein eigenes Konzert in der Konzerthalle gab, was auch für die Akteure etwas Besonderes war und ihr Können auch akustisch einmal mehr herausstellte.

Ob Trompeten oder Saxofone, Gitarren, Schlagwerk oder Klavier: Die jungen Instrumentalisten bildeten klanglich eine geschmeidige und groovende Einheit, ob bei Jazzstandards wie „Caravan“, beim Bossa Nova wie „Girl from Ipanema“, bei Rhythm & Blues, Rock oder Pop. Balladenhafte Stücke wechselten sich mit schwungvolleren und schnellen Songs ab.

Zu hören waren die in Noten umgesetzte Fabel über die Begegnung eines Bussards und eines Affen in Nat King Coles „Straighten up and Fly Right“ ebenso wie der Ruf eines Wassermelonenverkäufers in Chicago: In Herbie Hancocks farbig interpretierter Komposition „Watermelonenman“ war eindeutig die Vermischung von Rock- und Jazzelementen auszumachen.

Die Big Band des Gymnasiums Calvarienberg ist eine Arbeitsgemeinschaft, die 1998 gegründet wurde und seit dem Jahr 2003 unter der Leitung von Musiklehrer Dominik Löbens steht. Sie umfasste beim Konzert in Bad Neuenahr alle Altersklassen vom Neuntklässler bis zum angehenden Abiturienten sowie ein paar Ehemalige und einen Schülervater.

Nicht nur instrumental war die Formation stark. Auch zwei starke Stimmen wusste sie gekonnt zu begleiten: Bandleiter Löbens griff bei „Love is here to stay“ zum Mikrophon und zeigte, dass er sich auch als Sänger auf seine Band verlassen kann. Als „Adele vom Calvarienberg“ zeigte Julia Josten Beachtliches. Das Publikum klebte förmlich an den Lippen der Abiturientin, als sie den James-Bond-Titelsong „Skyfall“ wie die britische Sängerin intonierte.

Davor hatte sie bereits mit ihrer Interpretation von Michael Bublés „Everything“ Furore gemacht. Weil sie ebenso wie viele andere Talente bald nicht mehr an der Schule sein wird und die Fluktuation in der Big Band wegen des Weggangs von Schülern nach dem Abschluss naturgemäß groß ist, plant Löbens die Gründung einer Alumni-Band, bei der sich Ehemalige Bandmitglieder zusammentun, um miteinander zu musizieren.⋌

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